„Intakte Familie, intakte Zähne“

300 Kinder erleben zum Tag der Zahngesundheit die Geschichte von „Manni Milchzahn“

Jens Heidtmann erweckte auf der Bühne nicht nur Zahnbürste „Bürsti“ und Absauger „Schlürfi“ zum Leben, sondern lieh auch den einzelnen Zähnen seine Stimme. - Foto: Heyne
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Jens Heidtmann erweckte auf der Bühne nicht nur Zahnbürste „Bürsti“ und Absauger „Schlürfi“ zum Leben, sondern lieh auch den einzelnen Zähnen seine Stimme. 

Scheeßel - Spaß, Gelächter und Klatschen beim Zahnarztbesuch – für knapp 300 Scheeßeler Grundschüler der Eingangsstufe sowie die Mädchen und Jungen des Kindergartens Beekestieg war der „Tag der Zahngesundheit“ am Dienstag ein gigantischer Spaß. Das lag an Jens Heidtmann vom Holzwurmtheater, der mit seinem Stück „Manni Milchzahn“ die Zahnprophylaxe auf der Bühne zur Riesengaudi machte.

Süß sind sie, die Plüschzähne mit den lustigen Gesichtern, die nebeneinander im Unterkiefer sitzen und die Heidtmann mit unterschiedlicher Stimme zum Leben erweckt. Gesprächsthema des Tages: Der Jüngste, Manni Milchzahn eben, ist auf gutem Weg zum Wackelzahn. Genau in diesem Alter sind auch die Zuschauer – und das hat seinen guten Grund: „Im Alter des Wechselgebisses übernehmen die Kinder allmählich selbst Verantwortung für ihre bleibenden Zähne“, weiß der Leiter des Zahnärztlichen Dienstes des Landkreises Henning Putzke. Gemeinsam mit seinem Team betreut er rund 12 000 Kinder unter zwölf Jahren, besucht Schulen, Kindergärten und Kindertagesstätten. So können rund 8 500 Schüler pro Jahr untersucht und in Kleingruppen mit Tipps zur Zahnpflege fit gemacht werden. „Die meisten kommen aus behüteten Familien, doch nicht alle Eltern achten auf das Zähneputzen ihrer Kinder.“ Zehn Prozent der Kinder hätten 90 Prozent der Löcher – „leider hat das eine starke soziale Komponente. Intakte Familie, intakte Zähne“, fasst er es zusammen. Gerade deshalb lassen sich die Krankenkassen das niederschwellige Beratungsangebot, zu dem auch der jährliche Tag der Zahngesundheit am 25. September gehört, etwas kosten. „Das spart später viel Geld“, weiß Putzke.

Dieses Mal kommen die Kinder des Beeke-Orts in den Genuss des Infotainments von Heidtmann. Der gelernte Puppenspieler sieht sich als eine Art Heilpädagoge: „Wir schaffen eine emotionale Verbindung zu dem Sachthema – das bleibt länger hängen“, weiß der Winsener, der unter anderem auch mit Programmen zu sexueller Gewalt und Cybermobbing in Schulen unterwegs ist.

Shows mit rockigen Liedern

So lernen die Zuschauer der beiden Shows in rockigen Liedern die richtige Reihenfolge beim Putzen, leiden mit, wenn Ernst den Blues hat, Kopfschmerzen und ein braunes Loch und lassen sich vom rockenden Zahnarzt und seinen fantasievoll gestalteten Helfer wie Absauger „Schlürfi“ mitreißen und erfahren, dass das Stück Schokolade als „Betthupferl“ nicht wirklich eine gute Idee ist.

All das haben Stevie-Alexa und Sultan schon gewusst. Beide putzen morgens und abends die Zähne, Sultan mit der großen Schwester, Stevie-Alexa eigenständig. „Das hab ich schon im Kindergarten gelernt“, meint die Zweitklässlerin. „Die Kinder hier waren gut informiert“, konstatiert Heidtmann nach den beiden rund 30-minütigen Programmen, „das hängt nicht nur vom Ort ab, sondern auch stark von den Kollegen von der Gruppenprophylaxe“, gilt sein Lob Putzke und seinem dreiköpfigen Team aus Prophylaxefachkräften.

Corinna Sethmann, Silke Jessen und Chantal Bommaert haben das Spektakel um Manni Milchzahn, Bürsti und Co. von Anfang bis Ende mitverfolgt. Ob die drei bei der nächsten Prophylaxeuntersuchung den Zahnputzhit „Kopf, Bauch, Rücken“ trällern? Schon möglich. 

hey

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