Top-Note im Traumberuf

Installateur- und Heizungsbauer Sebastian Bretzke ist Meister seines Fachs

Sebastian Bretzke kann in Sachen Energie- und Gebäudetechnik niemand so schnell etwas vormachen.

Scheeßel - Von Lars Warnecke. „Bis zum Schluss habe ich nicht daran geglaubt, bestehen zu können.“ – Ein Satz, der im Zusammenhang mit Prüfungen nicht selten fällt. Dass Sebastian Bretzke genau das Gegenteil von sich behauptet, überrascht keineswegs.

Denn der Installateur- und Heizungsbauer, der inzwischen fest im elterlichen Betrieb in Scheeßel arbeitet, hat die Meisterprüfung der Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade mit einer glatten 1,0 abgeschlossen. Damit ist er Jahrgangsbester und so etwas wie der „Meister unter den Meistern“.

„Mein Hobby ist neben Fußball nun einmal die Arbeit“

Es war ein besonderer Tag für den 26-Jährigen, als ihm Kammerpräsident Detlef Bade in der Braunschweiger Stadthalle gratulierte. 453 Jungmeister der Handwerkskammer erhielten auf der großen Bühne Ende April ihren Meisterbrief. Ganz vorne weg: Sebastian Bretzke. Der hatte die blaue Latzhose ausnahmsweise gegen Anzug und Krawatte eingetauscht. „Im Alltag habe ich dazu ja selten Gelegenheit, mein Hobby ist neben Fußball nun einmal die Arbeit“, sagt er.

Selbst zwei Wochen nach der Verleihung steht Bretzke der Stolz noch immer ins Gesicht geschrieben. Er sitzt im Büro am Schreibtisch. Alle paar Minuten klingelt das Telefon. Der Junghandwerker hat gut zu tun, die Auftragsbücher sind voll. Auf den Boden geblieben ist er dennoch – trotz seiner im wahrsten Sinne des Wortes meisterlichen Leistung. „Es steckt schon sehr viel Fleiß dahinter“, erklärt er sich sein herausragendes Abschneiden.

Der beste Prüfling - wie sein Bruder im Vorjahr

Dass er schon als Kind seinen Traumberuf entdeckte, kommt nicht von Ungefähr: Vater Erwin ist ebenfalls Installateur- und Heizungsbauer. „Mittlerweile ist meine ganze Familie in diesem Handwerk unterwegs“, sagt Bretzke. Christoph, der jüngere Bruder, hat bereits im Jahr zuvor seinen Meister gemacht – seinerzeit als Jüngster und ebenfalls Bester unter den Prüflingen.

Im Gegensatz zu ihm ist Sebastian allerdings einen anderen Weg der beruflichen Qualifizierung gegangen: Nach dem Abitur an der Eichenschule und einem Jahr bei der Bundeswehr widmete sich der 26-Jährige in einem dualen Studium an der Ostfalia Wolfenbüttel der Energie- und Gebäudetechnik. Eineinhalb Jahre ließ er sich währenddessen in einem Ottersberger Unternehmen zum Anlagenmechaniker für Sanitär- Heizungs- und Klimatechnik ausbilden. Seine Gesellenprüfung – wie sollte es auch anders sein – schloss er ebenfalls als Jahrgangsbester ab. Im Hause Bretzke scheint man sich auf erste Plätze spezialisiert zu haben.

Hoher Fachkräftemangel beklagt

Zusätzlich zu seinem Studium, das er mit einer glatten Eins auf dem Zeugnis mit dem Bachelor of Engineering abschloss, besuchte er in Braunschweig sechs Monate lang die Meisterschule. Für diese habe er sich einige Teile aus seinem Studium anerkennen lassen können, sagt er. „Die ganze Theorie zum Beispiel, die man ja schon im Hörsaal durchgekaut hat.“ Seine handwerklichen Fähigkeiten, den pädagogischen wie auch den kaufmännischen Part habe er jedoch noch ein weiteres Mal nachweisen müssen.

Seit Mai vergangenen Jahres darf Bretzke sich nun Meister nennen – und damit auch den Handwerker-Nachwuchs ausbilden, theoretisch. Denn seiner Beobachtung fehlt es genau an diesem. „Wir haben schon einen unheimlich hohen Fachkräftemangel“, sagt er. „Mitunter müssen wir schon Aufträge absagen, weil wir einfach zu wenig Personal haben.“

Die Zukunft des elterlichen Betriebes ist jedenfalls gesichert. Der „Meister unter den Meistern“ und sein Bruder wollen irgendwann das Ruder übernehmen. „Noch aber hat Papa beim Kesseltausch, der Heizungswartung und Reparaturen aller Art die Oberhand“, sagt Christoph mit einem Grinsen im Gesicht.

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