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Clan-Kriminalität: Behörden kontrollieren Testzentren in Scheeßel und Sittensen

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Von: Matthias Röhrs

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Das Testzentrum in einem Container.
Das Testzentrum an der Zevener Straße in Scheeßel. © Heyne

Das „Netzwerk Sicherheitspartnerschaft“ hat mehrere Corona-Teststationen in Sittensen und Scheeßel kontrolliert. Die beteiligten Behörden sind auf der Suche nach Hintergründen zur Clan-Kriminalität.

Scheeßel/Sittensen – Mehrere Behörden und die Polizei haben am Donnerstag vier Corona-Testzentren in Scheeßel und in Sittensen kontrolliert. Es handelte sich dabei um eine Aktion des „Netzwerks Sicherheitspartnerschaft“, in dem verschiedene Behörden im Kampf gegen Clan-Kriminalität im Landkreis Rotenburg zusammenarbeiten. Die Betreiber der vier betroffenen Testzentren sind teilweise dem Clan-Milieu zuzuordnen, bestätigt Polizeisprecher Heiner van der Werp auf Nachfrage. Ebenso sei es um Personen gegangen, die „dieser Klientel im weitesten Sinne zuzuordnen“ seien.

Scheeßel: Haftbefehle und ungeschulte Mitarbeiter

Die Testzentren seien zwar vom Netzwerk gezielt ausgesucht worden, die Aktion habe sich aber nicht gegen spezielle Personen gerichtet. Bei den Kontrollen sei es zudem darum gegangen, Hintergrundinformationen zu sammeln. Man habe ebenfalls überprüfen wollen, ob alles korrekt ist. Die Aktion sei nicht als Schlag gegen die Clan-Kriminalität zu werten, so van der Werp, „sondern das Netzwerk richtet sich gegen Clan-Kriminalität“. Die Aktion sei länger vorbereitet gewesen.

Insgesamt stellten die kontrollierenden Behörden an allen Objekten Arbeitsschutzmängel und Verstöße gegen die Hygienebestimmungen fest, teilt die Polizei mit. Darüber hinaus sei im Testzentrum an der Zevener Straße in Scheeßel der durchführende Mitarbeiter medizinisch nicht beschult gewesen. Da kein Ersatzpersonal mit den notwendigen Voraussetzungen gestellt werden konnte, habe das Zentrum vorübergehend schließen müssen.

Im Testzentrum an der Großen Straße in Scheeßel habe ein Haftbefehl gegen den durchführenden Mitarbeiter vorgelegen. Laut van der Werp hatte er eine Geldstrafe oder Geldbuße nicht bezahlt. Der Mann habe die geforderte Summe aufbringen können und seine Tätigkeit fortsetzen dürfen.

Sittensen: Mitarbeiterin nicht angemeldet

Im Testzentrum an der Bahnhofstraße in Sittensen hätten die Einsatzkräfte zunächst keine Kontrolle durchführen können. Die Öffnungszeiten seien wegen einer längeren Mittagspause kurzfristig geändert worden. Beim zweiten Anlauf am Nachmittag habe man dann eine Mitarbeiterin angetroffen, die arbeitsrechtlich noch nicht angemeldet gewesen sei. Im vierten Testzentrum am Markt in Sittensen habe sich herausgestellt, dass dort FFP2-Masken ohne eine gewerbliche Anmeldung verkauft wurden.

Neben der Polizei waren Mitarbeiter des Gesundheitsamtes und des Ordnungsamtes des Landkreises Rotenburg, des Gewerbeaufsichtsamtes und der Finanzkontrolle Schwarzarbeit in Lüneburg des Hauptzollamtes Hannover beteiligt. Die Behörden sind maßgeblich für die Kontrollen verantwortlich und sind auch für die weiteren Schritte bei der Bewertung beziehungsweise Ahndung der jeweiligen Vorfälle und Mängel zuständig. Die Polizei sei vor Ort gewesen, um den Rahmen zu stecken, „damit die Behörden vernünftig arbeiten können“, so van der Werp. Weitere Kontrollen durch das „Netzwerk Sicherheitspartnerschaft“ sind geplant.

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