Immer wieder mittwochs: In Heikes Klönstuv entdecken die Teilnehmer ihre Fähigkeiten wieder

Senioren finden Auszeit vom Alltag

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Die Betreuerinnen Renate Krabiell (3.v.l.) und Heike Indorf (2.v.r) freuen sich mit den Teilnehmern über die schöne Collage.

Scheeßel - Von Ursula Ujen. „Ich komme heute in Heikes Klönstuv, weil mich meine Freundin Gertrud ‚mitgeschnackt‘ hat“, sagt die 91-jährige Else Riebesehl, während sie die Rollator-geeignete Rampe zum Lutherhaus auf dem Scheeßeler Pfarrhof heraufrollt. Sogleich wird sie von Betreuerin Heike Indorf in Empfang genommen und zusammen mit Gertrud Gerschefski hereingeführt.

„Ich bin ja drei Wochen jünger, aber wir kennen uns schon ein Leben lang, und da wollte ich Else mal zeigen, wie schön es hier ist“, meint Gerschefski, die sich jeden Mittwoch von der Zevener Straße nahe der Wümme-Brücke auf den Weg zum Pfarrhof an der Großen Straße macht. „Ich muss mich nur zusammen reißen, weil ich ja immer mit dem Rollator bergauf muss, aber dann verlebe ich einen so schönen Nachmittag, dass ich wieder ganz beschwingt nach Hause gehe.“

Dass sie und die anderen Teilnehmer sich in der Klönstuv so wohl fühlen, liegt nicht zuletzt an den beiden ausgebildeten Altenpflegerinnen der Diakonie-Sozialstation Heike Indorf und Renate Krabiell. Seit Beginn diesen Jahres bietet die Diakonie-Sozialstation Scheeßel jeden Mittwoch von 14 bis 17 Uhr ein Betreuungsangebot zur Entlastung pflegender Angehöriger an. Die beiden Fachkräfte, die hauptberuflich in der ambulanten Pflege beschäftigt sind, sind mit Herz und Seele bei der Sache: „Es hat sich nach einer anfänglichen Skepsis bei den Leuten schnell herumgesprochen, dass wir uns hier intensiv um die älteren Menschen kümmern, ihre Bedürfnisse erkennen und so ihre Lebensfreude wecken und stärken“, sagt Heike Indorf.

Und das merkt man unmittelbar, wenn dem Geburtstagskind Elfriede Feldmann (82) mit Kuchen, Blumen und einem Geburtstagsständchen gedacht wird. Als weiterer Programmpunkt werden heute die beim letzten Mal mit Fingerfarben und Murmeln erstellten Bilder zu einer Collage vereint. Genauso wie Arthur Bremer – heute quasi der Hahn im Korb – seine Vogel-Futterstellen präsentiert. Er habe bei der Herstellung entdeckt, welche handwerklichen Fähigkeiten noch in ihm stecken, erzählt der Senior.

Nach dem Singen eines Frühlingslieds lassen sich die Teilnehmer an der Kaffeetafel nieder. „Wir bieten hier eine Möglichkeit für ältere Menschen an, Kontakte zu knüpfen und sich einfach mal eine Auszeit vom Alltag zu nehmen“, erklärt Renate Krabiell. „Unser Ziel ist es, den Gästen ein Programm zum Mitmachen und Erzählen, aber auch nur zum Dabeisein anzubieten.“ Thementage wie die Jahreszeiten und Feiertage, aber auch Bewegungsspiele und Gedächtnistraining würden ebenso dazugehören.

„Wir können dabei auf einen großen Pool von Hilfsmitteln zurückgreifen und setzen vertraute Gegenstände wie zum Beispiel einen Nähkasten oder Knöpfe ein, um die Gäste abzuholen und zu aktivieren“, ergänzt Indorf. Dabei würde eingehend mit den Angehörigen über die Biografie und speziellen Vorlieben der Teilnehmer gesprochen.

Alle weiteren Auskünfte können über die Diakonie-Sozialstation Scheeßel unter der Telefonnummer 04263/94380 eingeholt werden. Wer das Angebot einmal ausprobieren möchte, kann sich unter dieser Nummer auch zu einem kostenlosen Schnuppertag in Heikes Klönstuv anmelden.

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