Aktion in Scheeßel

Immer schön achtsam sein: Polizei und Präventionsrat warnen Supermarktkunden vor Taschendiebstählen

Haben gemeinsam auf die Tricks der Taschendiebe aufmerksam gemacht: Michael Renken (2.v.l.) und Thomas Teuber sowie Rebecca Merklinger vom Präventionsrat (r.).
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Haben gemeinsam auf die Tricks der Taschendiebe aufmerksam gemacht: Michael Renken (2.v.l.) und Thomas Teuber sowie Rebecca Merklinger vom Präventionsrat (r.).

Scheeßel – Donnerstagmorgen vor dem Aldi in Scheeßel: Nur ein Handgriff trennt Thomas Teuber von der Handtasche im Einkaufswagen einer Dame älteren Semesters. Die wird gerade von seinem Kollegen in ein Gespräch verwickelt. Die Seniorin hat Glück, hat sie es doch nicht etwa mit Dieben zu tun, sondern mit dem Präventionsbeauftragten der Rotenburger Polizei sowie Hauptkommissar Michael Renken, dem Leiter der örtlichen Dienststelle.

Beide warnen sie heute vor Taschendiebstahl. Und auch Rebecca Merklinger, die Geschäftsführerin der Lenkungsgruppe im Scheeßeler Präventionsrat, ist zugegen. Zwei Stunden lang zeigt das Trio Präsenz, spricht vor allem ältere Passanten an (die seien laut Teuber eben häufig sorglos) und verteilt Broschüren mit Tipps. Letztere gehen tatsächlich auch weg wie warme Semmeln. „Vor dem Hintergrund, dass die Fallzahlen in den Supermärkten in den vergangenen Monaten zugenommen haben, machen wir solche Aktionen schon den ganzen Sommer über“, sagt Teuber. Dabei sei man möglichst um Kontinuität bemüht. Warum die Täter sich für ihre Beutezüge vor allem Lebensmittelgeschäfte auserkoren haben, erklärt sich der Polizeibeamte im Pandemiegeschehen: „Unsere Vermutung ist es, dass Taschendiebe lange Zeit keine anderen Betätigungsfelder gefunden haben und daher verstärkt dort unterwegs waren und es bis heute auch noch sind.“

Was er und seine Mitstreiter immer wieder zu hören bekämen, wenn sie die Menschen ansprechen: „Es gibt tatsächlich ganz viele, die glauben, das könne ihnen ja gar nicht passieren, dass sie auf ihre im Einkaufswagen abgelegte Handtasche mit Geldbörse schon gut aufpassen könnten.“ Nur, meint der Präventionsexperte, hätten solche Leute es oft auch gar nicht auf dem Schirm, wie geschickt die Täter tatsächlich zu Werke gingen. „Wenige Sekunden der Unaufmerksamkeit reichen den Dieben schon aus, um ein Portemonnaie zu ergreifen – beispielsweise dann, wenn man sich den Waren in den Regalen zuwendet.“ An der Kasse, sagt Teuber, käme es dann für die Bestohlenen zum bösen Erwachen. „Wenn noch die EC-Karte nebst der Pin mit in der Geldbörse ist, was gar nicht so selten vorkommt, ist der Schaden dann oft auch gleich mehrere tausend Euro hoch.“ Mitunter würden die Täter auch zu zweit agieren – „der eine spricht das Opfer an, meinetwegen mit der Bitte, ihm kurz behilflich zu sein, während der andere in dem Moment unbemerkt in die Manteltasche greift.“

Ein solches Plakat schmückt neuerdings den Eingangsbereich des Scheeßeler Aldi-Markts.

Nun komme es in den Scheeßeler Verbrauchermärkten sicherlich nicht je jede Woche geschweige denn täglich zu solchen Delikten, betont Teuber, „Aber im Gebiet unserer Inspektion zählen wir schon bestimmt ein bis zwei solcher Taten wöchentlich.“ Das mache seinen Angaben nach natürlich immer noch nicht die große Masse aus – gerade im Vergleich zum Betrugssektor, etwa im Internet. „Dort sind die Straftaten schon sehr viel höher.“

Was laut Teuber in Scheeßel das Besondere sei: Noch bevor man polizeilich mit der Aktion zur Aufklärung im größeren Stil begonnen haben, vorwiegend vor Aldi- und Lidl-Märkten, habe der gemeindliche Präventionsrat schon bei der Inspektion angefragt, ob man in diese Richtung nicht tätig werden könne. „Das finde ich super!“, lobt der Hauptkommissar. Sein Präventionsteam habe natürlich auch immer nur begrenzte Ressourcen, was beispielsweise das Drucken von Hinweisplakaten angehe, wie es neuerdings auch im Eingangsbereich des Discounters zu finden seien. „Da möchte der Rat nun gerne mit einspringen und auch in anderen Scheeßeler Geschäften mit Plakaten auf diese Thematik aufmerksam machen.“

Tatsächlich, sagt Rebecca Merklinger, sei es „ihrem“ Gremium eines der größten Anliegen gewesen, das man habe angehen wollen. „Wir haben uns eben mit der Polizei zusammengeschlossen und überlegt, was wir machen können – so ist es heute zu dieser Aktion gekommen.“

Ja, „Gelegenheit macht Diebe“ – an diesem Spruch sei etwas dran, sagt Michael Renken, Chef der Polizeistation im Beeke-Ort und selbst Mitglied im Präventionsrat. Was die Aufklärung der Taschendiebstähle beträfe, gestalteten die sich in der Regel aber doch recht schwierig. „Meistens handelt es sich ja auch nicht um ortsansässige Täter, sondern um reisende, meist südosteuropäische Bandenstrukturen, die aus den Großstädten heraus operieren.“ Teuber ergänzt: „Wenn die hier einen Taschendiebstahl geschafft haben, werden die auch sofort wieder verschwinden.“

Worum die beiden Polizisten die Bürger ganz dringend bitten: Sollte jemand einen Diebstahl verhindert haben, weil er oder sie die Tat bemerken konnte, oder jemand verdächtige Personen im Markt oder auf dem Parkplatz beobachten, möge man die Ordnungshüter unverzüglich und nicht erst am Folgetag verständigen. „So haben wir nämlich die Möglichkeit, die Personalien gleich festzustellen“, erklärt der Präventionsbeauftragte. Und das habe schließlich auch einen vorbeugenden Effekt: „Dann werden die Diebe dort garantiert nicht mehr klauen.“

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