„Das ist immer der Anfang vom Ende“

EU-Politiker McAllister warnt an Eichenschule vor Nationalismus

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David McAllister sprach vor den Oberstufenschülern der Eichenschule und beantwortete ihre Fragen.

Scheeßel - Von Lea Hoops. Am Ende der Diskussion mit dem Europa-Parlamentarier David McAllister brachte es Christian Birnbaum auf den Punkt: „Das Gerücht einer politisch nicht interessierten Jugend trifft auf Scheeßel nicht zu“, stellte der Leiter der Eichenschule erfreut fest.

Knapp zwei Stunden stand der EVP-Politiker und ehemalige niedersächsische Ministerpräsident anlässlich des am Gymnasium gefeierten Europa-Tages den Oberstufenschülern Rede und Antwort. Er verteidigte die Europäische Union als „eine Idee der Freiheit“, die es kleinen Ländern ermögliche, auf Augenhöhe mit Großmächten wie den USA und China zu kommen. Zwischen den Lobpreisungen über die Vorteile eines vereinten Europas unterließ es der prominente Gast aber auch nicht, Kritik zu üben. „Keiner in Brüssel würde sagen, die EU sei perfekt“, erklärte McAllister und pochte darauf, sie müsse noch „durchsichtiger, demokratischer“ werden.

Neudefinition des Wachstumsbegriffs gefordert

Das Eis zwischen ihm und den Jugendlichen brach schnell, als McAllister die im Theatersaal abgehaltene Diskussionsrunde mit den Worten „Wer zuerst eine Frage stellt, dem gebe ich einen aus“ eröffnete. Bei den folgenden Fragen bewiesen die Schüler eine große Interessensvielfalt. Von Themenschwerpunkten, angefangen von der Autoindustrie bis hin zur Landwirtschaft, war alles dabei. Zwischendurch wurde es sogar ein wenig philosophisch. Eine Schülerin fragte: „Muss nicht irgendwann Schluss mit materiellem Wachstum sein?“ Für McAllister stand fest, der Wachstumsbegriff müsse neu definiert werden. Er dürfe nicht auf der Ausbeutung anderer Länder beruhen. Dennoch sei er ein Freund des Wirtschaftswachstums.

Der Politiker gab den Schülern so einiges mit auf den Weg, appellierte, die Chancen wahrzunehmen, die die Europäische Union ihnen biete. Darunter falle das Studieren sowie das Arbeiten und Leben im Ausland. „Nehmt eines mit, dass ihr in eurem Leben machen könnt, was ihr wollt“, betonte er immer wieder. „Genießt die Freiheiten, die Deutschland und ein vereintes Europa euch bieten.“ Gleichzeitig warnte er vor einer Sache: „Werden Sie niemals Nationalist!“ Ein Patriot, so McAllister, würde sein Land, sein Volk lieben, aber er wage es nicht, dieses über andere zu stellen. Genau das tue im Gegensatz ein Nationalist und die Deutschen würden wissen, „dass Nationalismus immer der Anfang vom Ende ist“.

Seit einem Jahr trägt die Eichenschule den Namenszusatz „Europaschule in Niedersachsen“. Zu diesem Anlass fand bereits im Vorfeld eine Europareise in Form einer Rallye statt, abgerundet durch europäische Spezialitäten.

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