„Talking ‘bout my Generation“

Hurricane Festival: Geschichten vom Eichenring

Die Unwetter 2016 dürfen bei einer Reise in die Festivalvergangenheit nicht fehlen.
+
Die Unwetter 2016 dürfen bei einer Reise in die Festivalvergangenheit nicht fehlen.

Scheeßel – „Talking ‘bout my Generation“ – so ganz passt die nächste Veranstaltung des kultig-kauzigen Infotainments von Bobby Meyer, Reinhard „Luffy“ Lüdemann und Thomas Voß nicht zu diesem Motto, denn: Dem Hurricane, um das es am Donnerstag, 25. November ab 19.30 Uhr in der Aula der Beekeschule geht, sind die drei Musikliebhaber streng genommen längst entwachsen.

Wenn man das Trio um Stichworte zum Hurricane bittet, fallen keine Bandnamen, sondern Begriffe wie bunte Leute, Verkehrschaos, Müll und Regen. Kein Wunder, ist nur einer der drei gelegentlicher Hurricane-Besucher. „Nicht etwa aus Desinteresse“, betont Meyer, „aber an dem Termin war ich bisher immer selber Mucke machen“, so der Schlagzeuger und DJ.

Voß ist dagegen regelmäßiger Gast, allerdings nur auf der Straße zum Gelände, „und das im Löwenkostüm“, wie er grinsend hinzufügt. Seit 2013 sammelt der Unterstützer des Kinderhospizes in Syke mit seinen „Beekelöwen“ recycelfähige Hinterlassenschaften wie Stühle sowie gute Gespräche mit den Besuchern. So ist Lüdemann der einzige, der zumindest in den vergangenen Jahren des Öfteren wegen der Bands am Eichenring zu finden war. Und das geht der pensionierte Beamte ganz strategisch an, seit es die Möglichkeit gibt, sich vorab über Bands zu informieren. Spätestens zur ersten Bandwelle werden Listen erstellt, Youtube-Videos gesichtet und dann eine Wertung für den späteren eigenen Konzertplan vorgenommen. „Mich interessieren vor allem die Neuentdeckungen“, erzählt er. So könne es passieren, dass er am Samstag um 12 mit wenigen hundert Fans vor der Bühne steht, um später am Abend den Headliner auszulassen.

Vom Line-up, so geben die drei offen zu, sei ihnen gerade mal fünf bis zehn Prozent der Bands geläufig. Gleichwohl, als Jasper Barendregt vom Hurricane-Veranstalter FKP Scorpio und schwer begeistert von ihrem Woodstock-Abend vor zwei Jahren anfragte, ob sie sich auch einen Abend über „sein“ Festival vorstellen könnten, fanden die drei sofort Gefallen an der Idee.

Reinhard Lüdemann (v.l.), Jasper Barendregt, Bobby Meyer und Thomas Voß halten Rückschau auf 25 Jahre Hurricane.

Wie aber trägt man Material aus einem Vierteljahrhundert Scheeßeler Festivalgeschichte zusammen? „Wie immer auf unsere ganz eigene Art“, meint Meyer. An Anekdoten und Geschichten mangele es nicht, „eher wird es darum gehen müssen, uns bei 25 Jahren Festivalgeschichte auf einiges zu beschränken oder Dinge nur anzureißen“. Lüdemann dämpft etwaige Erwartungen: „Wir hoffen, dass die Gäste nicht enttäuscht sind, wenn das ein oder andere für sie Wichtige nicht dabei ist.“ Auch wenn das Trio noch in den Vorbereitungen steckt: Dass es auch um schlechtes Wetter und damit die Unwetter-Ausgabe 2016 gehen wird, steht schon fest. Und auch David Bowies legendärer letzter Auftritt seiner Karriere 2004 wird Erwähnung finden. „Der ist ja schließlich aus unserer Zeit“, so Meyer. Aber auch die beiden Vorläufer-Festivals 1973 und 1977, die Meyer und Lüdemann selbst erlebten und die laut Lüdemann „quasi den Grundstein für das spätere Festival gelegt haben“, werden Thema sein.

Mit Jasper Barendregt, fast von Anfang an Festivalleiter des Mammutspektakels, haben sie einen kompetenten Interviewpartner an Bord, der schon bei der Vorbesprechung aus dem Nähkästchen plauderte. Und auch Livemusik muss die Fangemeinde des Formats nicht verzichten. Für den Gitarristen Thomas Voß war die Beschäftigung mit Hurricane-Songs „wie eine Offenbarung“. Angesichts einer schier unbegrenzten Auswahl an Material hat er sich dafür entschieden, „was bei mir klingelt“, darunter Mumford & Sons und Iggy Pop.

Und auch Lüdemann und Meyer sind nicht untätig: Der obligatorische Trailer ist bereits geschnitten, „Material gab es genug“, so Meyer. Er ist sicher, dass es an persönlichen Hurricane-Erlebnissen des Publikums nicht mangeln wird. Ob es ein langer Abend wird, für die sich die beiden bereits einen Namen gemacht haben? „Wir halten uns zurück“, verspricht Lüdemann, und Meyer ergänzt mit einem Augenzwinkern: „Zur Not haben wir ja Zelt und Schlafsack dabei.“ Denn dass der Abend nicht ohne passende Deko über die Bühne geht, ist fast Ehrensache.

Für den Eintritt gelten die 2G-Regelungen.  

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Meistgelesene Artikel

Friseure: 2G+ ein Hemmschuh

Friseure: 2G+ ein Hemmschuh

Friseure: 2G+ ein Hemmschuh
Lautstarker „Spaziergang“ durch Rotenburg

Lautstarker „Spaziergang“ durch Rotenburg

Lautstarker „Spaziergang“ durch Rotenburg
Urlaub auf vier Rädern ab Höperhöfen

Urlaub auf vier Rädern ab Höperhöfen

Urlaub auf vier Rädern ab Höperhöfen
Wohlsdorfer Landwirt im Jubiläumsbuch

Wohlsdorfer Landwirt im Jubiläumsbuch

Wohlsdorfer Landwirt im Jubiläumsbuch

Kommentare