Hoher Aufwand, großer Nutzen

Facebook: Wie Vereine und Parteien mit dem Medium umgehen

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Ob Politik oder Vereine – wer über Veranstaltungen informieren möchte, aus dem Vereinsleben berichten will oder einfach nur die Nähe zum Bürger sucht, findet auf Facebook mit Sicherheit das entsprechende Publikum. 

Scheeßel - Von Lars Warnecke. Bilder posten, Likes verteilen und Kommentare schreiben. Das soziale Netzwerk Facebook hat viele Fans – und ist genauso oft auch in der Kritik. Auch für viele Scheeßeler Vereine ist es eine Selbstverständlichkeit geworden, die Möglichkeiten des Internets zu nutzen. Was aber nützt ihnen eine Facebook-Seite wirklich?

„Sehr viel“, meint Steffen Lohmann vom Rot-Weiß Scheeßel. Seinen Worten nach biete das soziale Netzwerk einfache und effiziente Möglichkeiten, Interessenten über die klassische Vereinshomepage hinaus zu informieren, „und das in Echtzeit ohne großes Know-how“. Mit der Pflege der Fan-Seite betraut, weiß Lohmann aber auch: „Es steckt eine Riesenmenge ehrenamtlicher Arbeit darin, das für unsere Abonnenten immer schön aktuell und interessant zu halten.“ Vor allem das Dokumentieren von Multimedia-Material – die Fußballer setzen auf selbstgedrehte Spiele-Videos der ersten Herren, die sie dann bei Facebook hochladen – nehme ihm die ein oder andere Stunde am Abend weg. „Es kommt aber oft positive Resonanz zu unserem Auftritt, sodass es den ganzen Aufwand rechtfertigt.“

Zusätzliches Kommunikationsmedium

Dass auf Facebook zusammenwächst, was zusammengehört, zeigt sich am Beispiel des SPD-Ortsvereins. Sechs Jahre schon sind die Politiker im sozialen Netzwerk vertreten – zunächst getrennt als Ortsverein und Fraktion, inzwischen gemeinsam als SPD Scheeßel. „Ich denke, Facebook ist ein Medium, um Ideen vorzustellen und auch Meinungen einzuholen“, sieht Johannes Hillebrand den Nutzen für seine Partei. Er betrachtet Facebook als zusätzliches Kommunikationsmedium, das die Ratsarbeit etwas transparenter mache und den Bürger ermuntern solle, sich zu beteiligen. „Natürlich ist es nicht immer leicht, wenn zum Beispiel kontroverse Diskussionen entstehen oder manche einfach ihren Unmut über irgendwas loswerden möchten“, sagt der SPD-Ratsherr. „Aber das gehört in der Politik mit dazu, dass man mit einander diskutiert.“ „Große Reichweite, großer Nutzen“ – auf diese einfache Formel bringt es Angelika Dorsch, Vorsitzende des ebenfalls auf Facebook vertretenden Gewerbe- und Verkehrsvereins Scheeßel (GVS). 

Politisch informieren, Transparenz schaffen

„Seit immer mehr Scheeßeler im sozialen Netzwerk sind, vor allem, seit es die ortseigenen Gruppen gibt, zeigt sich immer deutlicher, dass eben eine enorm große Zielgruppe erreicht wird“, hat sie festgestellt. „Im Laufe der Jahre haben sich ja auch die GVS-Mitgliedsbetriebe auf Facebook Seiten eingerichtet – und so wächst auch die Interaktion zwischen ihnen und ihren Kunden.“ Außerdem, ergänzt Dorsch, ließen sich ebenso kurzfristige Termine mit dem Medium schnell und einfach weiter übermitteln.

Politisch informieren, Transparenz schaffen, Distanz zum Bürger verringern und in den direkten mobilen Kontakt mit ihm gehen, nicht nur in Wahlkampfzeiten – darin sieht die Scheeßeler CDU den Sinn und Zweck ihres Facebook-Auftrittes. „Mittlerweile ist das soziale Netzwerk ja nicht nur für die junge, digital aufgewachsene Generation interessant“, meint Marsha Weseloh, die die erst im April 2016 an den Start gegangene Seite immer wieder mit neuen Inhalten füttert. Auch sie habe festgestellt: Das Betreiben und Aktualisieren ist schon mit einer ganzen Menge Arbeit verbunden. Das betreffe im Übrigen ebenso das zeitnahe Antworten auf Nachrichten und Kommentare, was aus ihrer Sicht besonders wichtig sei. „Ein Glück, dass mein Mobiltelefon sowieso immer am Start ist.“

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