Landtagswahl in Scheeßel: 68 Prozent wählen

Höchste Beteiligung im Wahlkreis

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Im Wahllokal im Scheeßeler Harmshaus – das größte in der Gemeinde – zählten die Wahlhelfer am Sonntagabend ab 18 Uhr die Stimmzettel aus. 

Scheeßel - Von Lars Warnecke. Welches war das schnellste Wahllokal in der Gemeinde Scheeßel? Wo erhielt die CDU die meisten Stimmen? Antworten dazu gibt es hier.

Den gesamten Tag über herrschte am Sonntag reger Betrieb im Scheeßeler Harmshaus. Die Wahlhelfer hatten reichlich zu tun. Mit 1. 098 Wahlberechtigten ist das Kirchengemeindehaus in der Gemeinde das größte Wahllokal. Als die Türen am frühen Morgen pünktlich um acht Uhr geöffnet wurden, warteten bereits einige Wähler auf Einlass. Der letzte Wähler machte kurz vor 18 Uhr seine beiden Kreuzchen auf dem Wahlzettel und steckte sie in die Urne. Vier Minuten später wurde diese aufgeschlossen und alle Helfer machten sich daran, die Stimmen auszuzählen. Insgesamt 549 Wähler machten im Harmshaus ihre Kreuzchen. Dort lag die Wahlbeteiligung bei 50 Prozent.

Über die Gemeinde Scheeßel betrachtet lag sie bei 68,01 Prozent – deutlich höher als 2013 mit 64,32 Prozent und zugleich die Höchste im Wahlbezirk 53 Rotenburg. 6 834 der insgesamt 10 048 wahlberechtigten Bürger machten von ihrem Wahlrecht Gebrauch.

Schnellstes Wahllokal war das Feuerwehrhaus in Sothel: Um 18.16 Uhr hatten die Helfer bereits Meldung an die Gemeinde gemacht – sie hatten allerdings auch nur 122 Wahlzettel auszuzählen. Gegen 19.45 Uhr waren dann auch die übrigen Wahllokale ausgezählt. Bis auch das Ergebnis der Briefwahl, die im Kreishaus in Rotenburg ausgezählt wird, stand, zeigte die Uhr 20.01 Uhr.

In Scheeßel hielten die Wahlergebnisse Überraschungen bereit: Insgesamt kam die CDU auf 40,52 Prozentpunkte. In Abbendorf fuhr sie mit 58,60 Prozent ihr bestes Ergebnis in der Gemeinde ein. Die SPD (33,12 Prozent) errang in der Grundschule Scheeßel mit 43,33 Prozent ihr bestes Ergebnis in der Gemeinde.

In der Beekeschule lief es für die Grünen mit 10,46 Prozent sehr gut. Die FDP erzielte im Meyerhof mit 11,17 Prozent ihr bestes Gemeindeergebnis, die Linke in der Grundschule (5,32 Prozent) und die AfD in Bartelsdorf (6,27 Prozent).

„Wir sind zufrieden und glücklich“

Am wenigsten Scheeßeler machten in der Grundschule ihr Kreuzchen für die Christdemokraten in der Zweitstimme. In der Bartelsdorfer Mehrzweckhalle votierten nur 19,21 Prozent für die Sozialdemokraten. Das Feuerwehrhaus in Abbendorf war für die Grünen kein gutes Pflaster: 4,06 Prozent standen hier zu Buche. In Ostervesede votierten lediglich 4,91 Prozent für die FDP, in Wohlsdorf fuhr mit gerade einmal 0,99 Prozent die Linke ihr schlechtestes Ergebnis ein, in Westervesede die AfD (2,91 Prozent).

Bei den Erststimmen liegt in der Gemeinde Eike Holsten (CDU) mit 43,1 Prozent klar vor Tobias Koch (SPD 36,81 Prozent), Jan-Christoph Oetjen (FDP, 7,03 Prozent), Birgit Brennecke (Grüne, 6,5 Prozent), Nils Bassen (Die Linke, 4,13 Prozent) und Günter Scheunemann (Freie Wähler, 2,40 Prozent).

Entsprechend erfreut, dass „sein“ Kandidat den Sprung in den Landtag geschafft hat, zeigt sich CDU-Gemeindeverbandsvorsitzender Manfred Lieder: „Wir sind zufrieden und glücklich.“ Auf der anderen Seite ist Lieder aber auch enttäuscht über das Gesamtergebnis in Hannover. „Das hat auch sicher etwas mit der Bundespolitik zu tun“, sagt er. Nun werde es wohl auf eine große Koalition hinauslaufen.

„Das Ergebnis zeigt doch, dass wir für den Bürger arbeiten und die richtige Politik machen“, deutet Jürgen Wahlers, Vorsitzender des SPD-Ortsvereins, das Wahlergebnis. Seiner Ansicht nach hätten die Sozialdemokraten gleich im doppelten Sinne gewonnen – einerseits auf Landesebene, „aber auch für die Arbeit hier vor Ort in Scheeßel“.

Als „schlechtes Ergebnis“ wertet Arthur Lempert, Sprecher des Grünen-Ortsverbandes, das Abschneiden seiner Partei. „Unsere Direktkandidatin Birgit Brennecke hat es einfach nicht geschafft, die Wähler von sich zu überzeugen“, lautet sein Fazit. „Sie hat es versäumt, eine Kernkompetenz zu vermitteln, die sie hat.“ Der Landeswahlkampf, so Lempert, sei genauso langweilig wie von den anderen Parteien gewesen. „Es handelte sich um eine Personenwahl. Wenn aber die Person die Bürger nicht mitnehmen und überzeugen kann, kann man auch nicht das Ergebnis holen, wie man es vielleicht bei einer anderen Person hatte.“

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