Modernste Technik und warme Atmosphäre / Eröffnung wohl erst im Mai

Hochbetrieb auf der Combi-Baustelle

Hoch hinaus: Kai Baden (Mitte), der designierte Marktleiter, mit Bünting-Sprecherin Annett Rabe und Architekt Axel Zimmermann auf dem fast fertigen Combi-Dach.
+
Hoch hinaus: Kai Baden (Mitte), der designierte Marktleiter, mit Bünting-Sprecherin Annett Rabe und Architekt Axel Zimmermann auf dem fast fertigen Combi-Dach.

Scheeßel – Es ist recht zugig in der Halle. Eine warme Jacke kann da nicht schaden. Und ein Schutzhelm, versteht sich. Der ist sogar Pflicht. Immerhin: Eine unliebsame Eisregen-Dusche von oben haben die Handwerker, die im Innern hin- und herwuseln, nicht zu befürchten. Die Dacheindeckung ist so gut wie fertig. Auch die Fenster sind schon eingesetzt. Lärm von Bohrer und Säge erfüllt das Gelände in Scheeßels Mitte. Noch ist der Combi-Markt eine Baustelle, doch die Arbeiten zwischen Mühlenstraße und B 75 laufen auf Hochtouren. Dennoch, sagt Axel Zimmermann: Vor Ostern werde der Vollsortimenter nun ganz bestimmt nicht mehr eröffnen können, wohl erst im Mai. Warum die Verzögerung? „Wegen Corona sind gewisse Lieferprozesse eingeschränkt – das hat uns jetzt auch ereilt“, sagt der verantwortliche Architekt. Zudem hätten ein paar Schlechtwettertage die Arbeiten ausgebremst. Aber man sei weiterhin im Fluss, beteuert der Rotenburger, auf dessen Entwürfe ebenfalls das umgebaute Rathaus im Beeke-Ort fußt.

Während der durch einen Generalunternehmer errichtete Baukörper mehr und mehr erkennen lässt, wie der Combi sich doch überraschend harmonisch in die Umgebung einfügt, ist man inzwischen schon dabei, die Außenanlagen herzurichten. Um für den späteren Parkplatz – auf den Punkt genau 100 Kundenparkplätze sind vorgesehen – die Entwässerung sicherzustellen, sind im Erdreich Rigolen verbaut worden. Rohre, die kerzengerade aus dem Boden gucken, zeugen davon. „Das wird später noch alles schön begrünt – mit Bäumen und einer Hecke zur Straße hin“, gibt Zimmermann einen Ausblick. Das entsprechende Konzept liegt übrigens jenem Landschaftsarchitekten zugrunde, der unter anderem auch schon dem Markt- und dem Untervogtplatz im Zuge der Kernortumgestaltung ein neues Antlitz verpasst hat. Ob die Bauarbeiter im „Innen- und Außendienst“ sich nicht in die Quere kommen würden? „Nein, nein“, entgegnet Zimmermann. „Das ist hier alles bestens aufeinander abgestimmt.“

Und das betrifft auch die Materialwahl für das riesige, eingeschossige Bauwerk, für das der Investor, die Bünting-Gruppe mit Sitz im ostfriesischen Leer, 5,5 Millionen Euro in die Hand nimmt. „Wir haben in der Nachbarschaft zwei sehr schöne alte Backsteinhäuser, darauf haben wir geachtet, wie es von der Gemeinde ja auch von vornherein gewollt war.“ Kurzerhand umgeschwenkt sei man indes bei der Farbgestaltung: Sollte der obere Fassadenbereich noch in einem Combi-typischen Beige-Gelb-Farbton erstrahlen, hat sich jetzt, auf Vorschlag des Bünting-Vorstandes hin und mit Einverständnis der Scheeßeler Verwaltungsspitze, ein dezentes Grau durchgesetzt. So, erklärt Zimmermann, werde man der Außendarstellung im Zusammenspiel mit der Umgebungsbebauung jedenfalls viel besser gerecht. Ohnehin würde sich Architektur generell ja auch stets von innen nach außen entwickeln.

Und hört man Annett Rabe, Sprecherin bei Bünting, zu, sei das beim Scheeßeler Combi tatsächlich nicht anders: „Beim Innendesign haben wir als Basis ein modernes Industriedesign gewählt, aufgelockert durch ein paar Holzeelemente.“ Dies vermittele der Klientel später eine warme Atmosphäre. Auch typisch-nordische Akzente wolle man bei der Innenausstattung setzen, wie es sie bisher in noch keinem der 180 Combi-Märkte geben würde. Technisch, betont Rabe, sei der Vollsortimenter natürlich auch auf dem neuesten Stand – von elektronischen Preisetiketten spricht die Pressebeauftragte, von einer Co2-neutral arbeitende Kühllager, von stromsparender LED-Beleuchtung und von Self-Checkout-Kassen, die als Alternative zur klassischen Kasse zur Verfügung stünden. „Damit wird dieser Markt in unserer Gruppe sicher der modernste sein.“

Und einer, der sich weit öffnet, wobei damit nicht nur die täglichen Öffnungszeiten von 7 bis 22 Uhr (bis auf sonntags natürlich) gemeint sind. So soll der Parkplatz, immerhin in bester Filetlage, an Wochenenden auch für Veranstaltungen aller Art mitgenutzt werden können. Und: Knöllchen haben Stellflächennutzer nicht zu befürchten – die Parkzeit ist frei, eine Scheibe damit hinfällig.

Worauf dürfe sich die Kundschaft in Scheeßels fünftem Supermarkt mit seiner Verkaufsfläche von rund 1800 Quadratmetern und einem angegliederten Backshop denn nun beim Angebot konkret freuen? „Was bei uns im Fokus steht, ist natürlich die Frische“, sagt Kai Baden. Der Visselhöveder, erst 32 Jahre alt, wird den Combi leiten. So finde sich neben einer großen Obst- und Gemüseabteilung und einer Fleischtheke auch eine Küche, in der täglich Salate, Wraps und Smoothies zubereitet würden. Und auch eine Kaffeebar zähle zum Interieur. Unter anderem. „Was wir hier ganz klar hervorheben wollen, ist die Regionalität“, berichtet Baden weiter. Dazu sei schon eine Liste mit potenziellen Zuliefererbetrieben für regionale Produkte erstellt worden – 100 an der Zahl – ,die die gewissen Kriterien erfüllen würden und mit denen man in den kommenden Tagen und Wochen in Kontakt treten wolle. Für sein junges Alter bringt der designierte Marktleiter schon viel Erfahrung mit. Bei Combi in Visselhövede habe er gelernt und sei dort zuletzt auch bereits in einer Führungsposition gewesen. „Den mobilen Festivalmarkt beim Hurricane habe ich vorletztes Jahr auch geleitet“, sagt der 32-Jährige. Ob er schon feuchte Hände habe? „Diese Position ist für mich auf jeden Fall eine neue Herausforderung, bei der ich mich nochmal richtig beweisen kann.“ Er sei aber zuversichtlich, dass er seine Aufgabe packen werde.

Davon ist Rabe sogar felsenfest überzeugt. 50 bis 60 Arbeitsplätze in Voll- und Teilzeit wie auch für geringfügig Beschäftigte würden am Scheeßeler Standort entstehen. „Wenn der Umsatz passt, ist aber auch noch Luft nach oben“, meint sie. Aktuell sei Bünting noch auf Mitarbeitersuche. „Interessenten können sich noch gerne über unsere Homepage bewerben.“

Bleibt die bange Frage, ob eine Eröffnung überhaupt im großen Stil gefeiert werden kann – mit Kinderbelustigung, Tombola und weiteren Aktionen, wie sie ohne Pandemie für das Premieren-Publikum angeboten worden wären. „Wir müssen gucken, wie sich die Situation im Mai gestaltet“, sagt die Unternehmenssprecherin. Womöglich bliebe es nur bei Eröffnungsangeboten. Achten müsse man mit Sicherheit wohl auch im Frühjahr noch auf einen begrenzten Zulass – der Verkaufsfläche entsprechend maximal 140 Personen gleichzeitig, mehr nicht. Kai Baden hofft, dass er eine bei Bünting gepflegte Tradition aufrecht erhalten kann. Eine, bei der sein Typ gefragt wäre: Rosen für die Frau, Freibier für den Mann – „Wäre schön, wenn‘s klappt.“

Einen Grund zum Anstoßen, bitte aber nur Corona-konform, gibt es übrigens schon heute. Schließlich ist es inzwischen genau zehn Jahre her, seitdem die Planungen für einen Combi ihren Anfang genommen haben.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Fußball-Bundesliga am Samstag: Sechs Spiele, sechs Köpfe

Fußball-Bundesliga am Samstag: Sechs Spiele, sechs Köpfe

Nordische Ski-WM 2021 in Oberstdorf: Die Bilder zum Saisonhighlight

Nordische Ski-WM 2021 in Oberstdorf: Die Bilder zum Saisonhighlight

Leipzig im Halbfinale - Poulsen und Hwang treffen gegen VfL

Leipzig im Halbfinale - Poulsen und Hwang treffen gegen VfL

Elfmeter und Doppelschlag: Bayern-Schreck Kiel stoppt Essen

Elfmeter und Doppelschlag: Bayern-Schreck Kiel stoppt Essen

Meistgelesene Artikel

Grünen-Kreissprecher Hans-Jürgen Schnellrieder über Politik und Probleme

Grünen-Kreissprecher Hans-Jürgen Schnellrieder über Politik und Probleme

Grünen-Kreissprecher Hans-Jürgen Schnellrieder über Politik und Probleme
Corona trifft Rotenburger Werke erneut

Corona trifft Rotenburger Werke erneut

Corona trifft Rotenburger Werke erneut
Bewegung am Knotenpunkt: Bald grünes Licht für Vergabe von Baugrundstücken?

Bewegung am Knotenpunkt: Bald grünes Licht für Vergabe von Baugrundstücken?

Bewegung am Knotenpunkt: Bald grünes Licht für Vergabe von Baugrundstücken?

Kommentare