Hobbyläufer Chris Krause läuft zwei Stunden lang auf dem Schlammparcours

Wird Westerescher die coolste Sau von Heidenau?

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Beim Training für das Schlammspektakel schreckt Chris Krause auch vor überfluteten Wümmewegen nicht zu.

Westeresch - Von Ulla Heyne. Kälte, Matsch, unwegsames Gelände und unbekannte Hindernisse – der Albtraum eines jeden Läufers? Nicht ganz. Immer mehr Sportler suchen neue Herausforderungen und melden sich bei Wettbewerben wie „Tough Mudder“ oder „Steel Man“ an, bei denen Wände aus Reifen überwunden, stromgeladene Zäune überquert und Schlammpfützen durchrobbt werden müssen. Auch der Westerescher Hobby-Sportler Chris Krause sucht das Abenteuer: Er hat sich zu der kleineren Veranstaltung „Die coolste Sau von Heidenau“ angemeldet.

Dabei wird er am kommenden Wochenende zwei Stunden lang möglichst oft einen 2,5 Kilometer langen Parcours absolvieren, von dem er allerdings nicht weiß, was ihn erwartet – denn die Art der Schikanen ist noch streng geheim: „In den Ausschreibungsunterlagen steht nur, dass das Wasser maximal hüfttief wird“, erklärt der Autor und Drehbuchschreiber. Warum ihn das reizt? „Schon der Titel versprach Spaß und eine Herausforderung“, grinst der Familienvater, „da war mir klar: da bist du dabei.“ Seit 14 Jahren ist er ambitionierter Läufer – den späten Einstieg mit 40 Jahren ebnete ein vom Arbeitgeber bezahlter Lauftrainer. „Dem bin ich heute noch dankbar, bin ich in eineinhalb Jahren doch von einer Volllusche zum Marathoni mutiert“.

Nach „gewöhnlicheren“ Wettbewerben, darunter einige Male Hansemarathon, regelmäßig der Triathlon in Fintel oder der Duathlon in Hamburg, suchte Krause bald den Reiz des Außergewöhnlichen. So nutzte er eine Reportage über die Stierläufe in Pamplona, über die er für einen Fernsehsender berichten sollte, für eine Berichterstattung als Teilnehmer. „Ich hatte mir extra ein Mikro besorgt und wollte O-Töne liefern – aber dazu war viel zu viel Lärm“, erinnert er sich.

Angst habe er damals aber nicht gehabt, aber Respekt: „Und zwar vor den vielen Läufern. Im Vergleich zu denen waren die Tiere berechenbar.“ Sein bisher härtester Lauf war ein Marathon mit 23 Prozent Steigung bei Sturm und Hagel, „das war kurioserweise auf Norderney.“ Da musste Frau Corinna, die ihn mit dem Fahrrad begleitete und auf den letzten Kilometern Mut zusprach, sich zwischen zwei Regenschauern auch mal ein „Halts Maul“ gefallen lassen.

Speziell vorbereiten will sich Krause auf die schmierige Angelegenheit am nächsten Sonntag nicht: „Ich weiß nicht, ob das überhaupt geht!“ Allerdings: „Wenn ich sonst bei Regen einen Lauf verschiebe, sage ich mir jetzt: Nun erst recht!“ Konkrete Ziele bezüglich seiner Rundenzahl hat er nicht: „Unter optimalen Voraussetzungen schaffe ich pro Stunde zwölf Kilometer, aber weiter entfernt von optimal können die Bedingungen wohl nicht sein“, schmunzelt Krause.

Aufgeben ist für den Einzelkämpfer jedoch keine Option. Und der Visionär ist gedanklich schon bei den nächsten kühnen Träumen: „So ein Berglauf wäre toll, oder auch der Marathon im alten Hamburger Elbtunnel.“

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