Historische Getreidereinigungsmaschine ist neue Attraktion in der Mühle

Restauriert und startklar

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Vorstandsmitglieder Bärbel Münnich (v.l.), Uta Hoops, Franz Wenzl, Günther Saxer und Jan Müller-Scheeßel freuen sich, Pfingstmontag die restaurierte Reinigungsmaschine vorstellen zu dürfen.

Scheeßel - Von Lars Warnecke. Sie ist der neue Stolz des Fördervereins Scheeßeler Mühle und zugleich ein technisches Wunderwerk: die historische Maschine zur Reinigung und Sortierung des Getreidekorns. Nach jahrzehntelangem Dornröschenschlaf ist der stählerne Koloss im Obergeschoss der altehrwürdigen Wassermühle wieder erwacht, und präsentiert sich am Deutschen Mühlentag (Pfingstmontag, 10.30 bis 17 Uhr) nun restauriert und voll funktionstüchtig der Öffentlichkeit.

Mehrere Arbeitseinsätze nahmen die Vorbereitungen in Anspruch, es wurde gewienert und geschrubbt, ja sogar den Fußboden haben die Vereinsmitglieder in den vergangenen Wochen stellenweise rundumerneuert. „Eigentlich könnte es morgen schon losgehen“, meint Schatzmeister Günter Saxer mit Blick auf das Spektakel, das er und seine Vereinskameraden zum alljährlichen Mühlentag auf die Beine stellen.

Dann, am Pfingstmontag, herrscht in dem 1507 erstmals urkundlich erwähnten Gemäuer, das seine Kraft aus der Wümme schöpft, nicht nur personeller Hochbetrieb. Nein, auch die technischen Apparaturen selbst werden zum Laufen gebracht, darunter Rohrmischmaschinen und eine Hammermühle.

Etwas ist aber anders in diesem Jahr: „Bisher haben wir gezeigt, wie das Korn gemahlen wird, dieses Mal wollen wir zusätzlich auch die Reinigung von Getreide darstellen“, erläutert Mühleneigentümer Jan Müller-Scheeßel. Dafür habe ein in den 1920ern gebauter Tischausleser mit Elektromotorenbetrieb seinen angestammten Platz gefunden – drei verschiedene Reinigungsmaschinen und zwei Förderbänder inklusive. „Einige Teile sind aus unserem Originalbestand, andere stammen aus einer Mühle in Zeven und wurden 1995 angeschafft“, so Müller-Scheeßel.

Jede Reinigungsmaschine würde ihre ganz eigene Aufgabe erfüllen. So wie ein sogenannter Aspirateur. Der sortiere Bestandteile aus dem Getreide aus, die größer oder kleiner als ein Korn sind. „Dann gibt es eine Maschine, die nach der Form sortiert“, erklärt der Mühlenwart. Ein drittes Gerät, der Schneckentrieur, würde die Unkrautsamen nochmals vom Bruchkorn trennen. Denn auch solche Überbleibsel, verrät Jan Müller-Scheeßel, gelangten zwecks Zusatzgeschäft in die Wiederverwertung. „Müller sind ja geizige Menschen“, schmunzelt er.

Das Programm am Mühlentag wird um 10.30 Uhr mit einer Darbietung des Männerchors Scheeßel eröffnet. Um 12 und 15 Uhr gibt’s „Hänsel und Gretel“ als Puppentheater zu sehen. Natürlich finden Mühlenführungen und Maschinendemonstrationen statt. Zudem lädt ab 10 Uhr ein Flohmarkt zum Stöbern ein. Für Stärkung ist mit Bratwurst, Kaffee und Kuchen gesorgt.

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