„Himmlische Nacht der Tenöre“ begeistert in der St.-Lucas-Kirche

Zwei Stunden Arien mal Drei

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Geogios Filadelfefs (v.l.), Ivaylo Yovchev und Boris Takov brillierten nicht nur stimmlich, sondern überzeugten auch mit urkomischer Performance.

Scheeßel - Nein, Pavarotti, Carreras und Domingo waren sie nicht, die angekündigten drei „Startenöre“, die am Mittwochabend in der St.-Lucas-Kirche angetreten waren, um rund 170 Zuschauern eine „himmlische Nacht“ zu bescheren. Doch ein Großteil der Zutaten stimmte: Drei stattliche Südländer mit weißen Hemden, schwarzen Anzügen und gut ausgebildeten Stimmen, dazu vier mindestens ebenso versierte Damen an den Saiten und Tasten, rund zwei Dutzend der bekanntesten Arien und eine im Laufe des Abends zunehmend höher dosierte Prise Schalk und Slapstick von „Cheftenor“ und Tonangeber Georgios Filadelfefs: Fertig war er, der Arien-Mix.

Und der wurde von den Gästen goutiert – allerdings brauchte die Rezeptur ein Weilchen, um ihren vollen Geschmack zu entfalten: Waren Titel wie das Eingangsstück „Questa o quella“ aus Verdis Rigoletto oder das dramatische „Vesti la giuba“ von Leoncavallo souverän dargeboten und von Moderatorin Zoya Balkandzhieval in charmantem Deutsch mit Anekdoten und viel Wikipedia-Wissen angereichert, so wollte der Funke der Begeisterung zunächst nur zögerlich überspringen.

Das änderte sich spätestens mit Schuberts Wiegenlied, vom Griechen Filadelfefs mit wohltuend feiner Dynamik intoniert und kongenial von den drei Streicherinnen begleitet. Besonders Theodora Tsvetanska (Bratsche) und Milena Ivanova (Geige) wussten auch jenseits der Liedbegleitung in den immer wieder eingestreuten Instrumentalstücken zu überzeugen. So geriet Dvoraks Slawischer Tanz Nr. 2 mit fein herausgearbeiteten unterschiedlichen Charakteristiken zum Kabinettstückchen.

Das Eis brachen die drei Tenöre, als sie bekannte musikalische Fahrwasser ansteuerten. Wurden Bachs und Gounods „Ave Maria“ und das „Torna A surriento“ von Ernesto de Curtis, später von Elvis Presley zu „Surrender“ verarbeitet, so gab es nach der Pause bei „La Donna e mobile“ aus Verdis Rigoletto kaum mehr ein Halten. Dabei offenbarte Filadelfefs echte Entertainer-Qualitäten: Mal ganz Diva, mal Clown zwischen Popstar und Freddy Frinton, dirigierte er Publikum, Kammerorchester und seine Mitstreiter, die beiden Bulgaren Ivaylo Yovchev und Boris Takov, mit großen Gesten und noch mehr Schalk.

Das kam an: Nach etlichen Zugaben erntete die Truppe vom Balkan beim Ausmarsch zum weltberühmten Radezky-Marsch vom Publikum Standing Ovations.

hey

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