Vorschau: Höhepunkte im neuen Jahr, Teil I

Hier spielt 2018 die Musik

Etwa 7 000 Einwohner leben im Kernort Scheeßels. Mit dem Hurricane-Festival kann Ende Juni locker eine Null an die Zahl drangehängt werden. Mehr als 70 000 Menschen fallen in die Gemeinde ein und ziehen bei der 22. Ausgabe zum Eichenring. - Archivfotos: men/lw/hu

Scheeßel/Fintel - Von Lars Warnecke. Welche Kulturereignisse stehen in der Gemeinde Scheeßel und der Samtgemeinde Fintel im gerade begonnenen Jahr an? Wir haben uns die bereits bekannten Termine mal angeschaut und präsentieren einige ausgewählte – mutmaßliche – Höhepunkte, vom Stiftungskonzert mit dem Duo Lohof/Oppermann über die beiden Musikfestivals im Sommer oder den Lauenbrücker Landmarkt bis zum Poetry im Park. Den Anfang unserer großen Vorschau machen die Monate Januar bis Juni. In der nächsten Ausgabe folgt Teil zwei.

Der Januar

• Traditionell am zweiten Samstag im Monat herrscht Jubel, Trubel, Heiterkeit im Dorfgemeinschaftshaus in Wittkopsbostel: Die Original Scheeßeler Trachtengruppe richtet ihren Scheeperabend aus – und der steht in seinem 44. Jahr im Zusammenhang mit einer Schnapszahl. Live-Musik, ein Büfett sowie ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm bilden die bewährten Elemente der beständigen Veranstaltung, die am 13. Januar über die Bühne geht. Und wie immer steht die brennende Frage im Raum: Wer ist nach diesem Abend das neue Scheeperpaar?

• Liebe, Whiskey, Landschaft, Tod – darum geht es in den Songs, die die Band Larry Mathews Blackstone spielt. Am 13. Januar steht sie ab 21 Uhr wieder in der Lauenbrücker Scheune auf der Bühne, um traditionelle irische Lieder und Tanzmusik zu Gehör zu bringen.

• Wo andere mit 67 in Rente gehen, ist im Rathaus noch lange nicht Schluss: Regelmäßig wird das Foyer des Verwaltungssitzes zur Künstler-Galerie: Mal sind es Gemälde aus Öl, Acryl oder Kreide, demnächst stellen mit Marzieh Mohammad-Pour und Moaiad Suleiman zwei Scheeßeler Neubürger, die als Flüchtlinge nach Deutschland gekommen sind, ihre Werke in der Galerie Rathaus aus – es handelt sich um die 67. Auflage. Vernissage ist am 18. Januar. Bis Ende März sollen die Bilder unter dem Titel „Euphoria und Träume vom kleinen Glück“ dann noch zu sehen sein.

• Apropos Euphorie: Allen Grund zum Jubeln haben auch die sangesfreudigen Herren des Männerchors Scheeßel von 1878. Zum 113. Mal veranstalten sie am 20. Januar ein Heringsessen mit Tanzmusik – nicht wie sonst im Scheeßeler Hof, der befindet sich bekanntlich noch im Umbau, sondern ausnahmsweise im Jeersdorfer Hof. Entstanden ist die Tradition übrigens im Jahre 1906, als die Ehefrauen der Sänger während eines Singabends in der ehemaligen Wohlbergschen Gaststätte nach dem Rezept der damaligen Wirtin Salzheringe einlegten. Vor der Mitgliederversammlung im März wässerten die Fische drei Tage, dann gab es für alle Sänger und ihre Frauen Hering mit Pellkartoffeln und Speckstippe.

• Seit Wochen wird in Westerholz fleißig geprobt. Was dabei herausgekommen ist, zeigt die Theatergruppe Westerholter Eekenkring. Die feiert am 26. Januar Premiere mit dem plattdeutschen Lustspiel „Steenriek oder wunschlos glücklich?“ An vier Aufführungsterminen wird im örtlichen Dorfgemeinschaftshaus wieder platt gesprochen. Der Vorverkauf hat bereits begonnen.

Der Februar

• Der Monat beginnt närrisch in der Einheitsgemeinde Scheeßel: Zum 41. Mal bitten der Siebenerrat des Veeser Rosenmontagsvereins (VRV) sowie weitere Akteure zur großen Prunksitzung in das Osterveseder Dorfgemeinschaftshaus. Geboten wird am Abend des 3. Februars ein gut dreistündiges Unterhaltungs- und Showprogramm mit Darbietungen zahlreicher Akteure. Und eines ist schon jetzt sicher: Auch in diesem Jahr wird der Ruf der Veeser Narren wieder hundertfach zu hören sein – „Vees Helau!“ • „New York, New York“, „She’s a Lady“ oder „The Way to Amarillo“ – diese Songs wurden zu Hits und deren Sänger zu schillernden Sternen am Himmel des Showgeschäfts. Marc Masconi hat sie alle in seinem Repertoire, die Gentlemen des amerikanischen Entertainments. Pop, Jazz, Funk und Musical, das ist sein musikalisches Zuhause. Mit seinem Gentlemen-Programm möchte der Hannoveraner bei den ersten Stemmer Schlemmer Erlebnissen des noch jungen Jahres am 4. Februar im Landgut Stemmen das Publikum einen Hauch des „American Way of Life“ spüren lassen – eine Entführung ins Hollywood der 1960er-Jahre kombiniert mit einem Vier-Gänge-Menü.

• Nur wenige Tage später heißt es dann „Oh, Happy Day“ in der St.-Lucas-Kirche: Die Black Gospels Angels aus den USA machen auf ihrer Deutschland-Tournee auch Station im Beeke-Ort. Der gefeierte Gospelchor wird laut Veranstalterangaben „die bedeutendsten und schönsten Gospellieder aller Zeiten mit Instrumentalbegleitung in einer unterhaltsamen Darbietung interpretieren“. Freunde von Liedern wie „Go tell it on the Mountains“, „Down by the Riverside“ oder „Kumbaya my Lord“ sollten sich also den 7. Februar vormerken. Konzertbeginn ist um 20 Uhr.

• Ein Dinner, eine Show und ein Mord – unterhaltsame Kriminalfälle bedürfen der Vorbereitung. Das Krimi-Dinner Comeback der Snyders im Landpark Lauenbrück Mitte des Monats wird ein Comedy-Kriminalfall in vier Gängen. Ein unterhaltsames Stück mit viel Witz, Gesang und einem Mord am Theaterkritiker Karl-Maria von Kratzek. Eben von diesem wollen sich Showgrößen „Peggy und Deed Snyders“ alias Birgit Schleper und Bühnenpartner nicht erneut den Auftritt verderben lassen. Ihr Motto: Die Show muss weiter gehen. Die läuft am 10. Februar.

• Vorhang auf in der Bartelsdorfer Mehrzweckhalle: Die Wohlsdörper Speeldeel präsentiert ihrem Publikum in dieser Theatersaison die Komödie „Een fast perfekten Ehmann“. Die Premiere für den humorvollen plattdeutschen Dreiakter findet am 9. Februar statt. Weitere Aufführungen gibt es an den darauffolgenden beiden Tagen.

• Freunde klassischer Musik können sich auf ein ganz besonderes Hörerlebnis freuen: Beim nächsten Saalkonzert des Freundeskreises für Kirchenmusik in Scheeßel am 23. Februar, 19 Uhr, gibt die Bremer Mezzosopranistin Nina Böhlke ein Gastspiel im Gemeindehaus. Kongenial unterstützt wird sie bei dem Liederabend von Scheeßels Kirchenmusiker Andreas Winterhalter am Klavier. Auf dem Programm stehen der Liederzyklus „Frauenliebe und Leben“ von Robert Schumann sowie die Sechs Gesänge, Op. 13, des österreichischen Komponisten Alexander von Zemlinsky.

Der März

• Er kann nicht nur musizieren, er kann auch fotografieren: Lokalmatador Thorsten „Todde“ Finner. Im März macht der Everlaunch-Frontmann, der auch solo erfolgreich unterwegs ist, für seine erste Ausstellung gemeinsame Sache mit dem Heimatverein Scheeßel. Gezeigt werden im Kunstgewerbehaus Polaroids und Vergrößerungen. Vernissage für die Werkschau Vintagital – A Selection of Polaroids by Thorsten Finner, die einen Monat lang zu sehen sein wird, ist am 23. März.

Der Mai

• Nachdem im April – Stand jetzt – zwischen Fintau und Beeke eher kulturelle Flaute herrscht, geht es im Wonnemonat Mai wieder in die Vollen. Angefangen beim Scheeßeler Museumsfest auf dem Meyerhof- und Heimathausgelände (1. Mai) über das allseits beliebte Kino im Stroh auf Heitmanns Hof (5. Mai) bis hin zum Mühlentag, den der Förderverein Scheeßeler Mühle dieses Mal am Pfingstmontag, 21. Mai, mit Schaumahlen, Flohmarkt und kulturellem Programm begehen wird. Ebenso zum festen Mai-Termin hat sich das Heimatfestival gemausert. Zum fünften Mal in Folge werden im Scheeßeler Industriegebiet wieder lokale Bands ganz unterschiedlicher muskalischer Ausrichtung erwartet. Bereits bestätigt für die Jubiläumsausgabe sind die Formationen Le Fly, Jaya The Cat und Keele. Weitere Bekanntmachungen sollen in den kommenden Wochen folgen.

• Lust aufs Landleben machen – das ist eines der Ziele, die die Organisatoren desLandmarktes am 26. und 27. Mai verfolgen. Ort des Geschehens ist der Landpark Lauenbrück. Rund 60 Aussteller aus der Region zeigen Mode, Country-Style, Handwerkskunst, Gartenschmuck, Gartengeräte und Genussartikel. Umrahmt werden diese von Jazz- und Swing-Musik sowie Walking-Acts.

• Wem der Sinn nach noch mehr Kultur steht, dürfte im Scheeßeler Waldorfkindergarten gut aufgehoben sein. zum 15. Mal findet in der Einrichtung an der Friedrichstraße ein großes Kulturfest mit Flohmarkt statt – und zwar am 27. Mai.

Der Juni

• 21 Jahre Hurricane-Festival und kein bisschen leise. Klar, die Mega-Veranstaltung auf dem Eichenring ist aus dem Scheeßeler Veranstaltungskalender schon viele Jahre nicht mehr wegzudenken. Am letzten vollen Juni-Wochenende herrscht wieder echter Ausnahmezustand an der Beeke. Kilometerlange Anreisestaus und, ja, leider auch nicht ganz so sommerliches Festivalwetter sind da leider immer wieder programmiert. Nicht weniger als 100 Bands werden vom 22. bis 24. Juni den Ton angeben, darunter auch die bereits bestätigten Headliner The Prodigy und Arcade Fire.

• Nur wenige Tage vorher treffen bei Poetry im Park die bundesweit besten Slammer sowie Dichter aus der Region aufeinander. Die Protagonisten haben je sechs Minuten Zeit, ihre selbstverfassten Texte auf der Freilichtbühne im Lauenbrücker Landpark vorzutragen und die Gunst der Publikumsjury zu gewinnen. Wann genau die siebte Ausgabe stattfindet, ist noch nicht bekannt.

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