„Dem Dorf verpflichtet“: Wittkopsbostels Ortsbürgermeister Dirk Lange im Gespräch

„Hier ist ein langer Atem erforderlich“

Dirk Lange

Wittkopsbostel - Sie sind mit ihrem Dorf fest verwurzelt, kennen quasi jeden Winkel dort. Ihre Aufgabe ist es, die Interessen der Ortschaft zu vertreten – gemeinsam mit dem Ortsrat, dem sie vorstehen. Die Rede ist von den Ortsbürgermeistern. Elf Bürgerinnen und Bürger der Einheitsgemeinde Scheeßel haben sich entschieden, für ihre Heimat Verantwortung zu übernehmen. Wer sind die Menschen hinter dem Amt? Welche Ideen und Anliegen möchten sie transportieren? In unserer Interview-Reihe kommt heute Dirk Lange (CDU), Bürgermeister von Wittkopsbostel, zu Wort.

Herr Lange, warum sollten eigentlich alle Bewohner des Kreises nach Wittkopsbostel und Oldenhöfen ziehen?

Dirk Lange: Für alle wäre wahrscheinlich nicht genügend Platz. Aber diejenigen, die eine ruhige Wohnstätte im Grünen suchen, aufgeschlossene und neugierige Menschen mögen, denen ein vielfältiges, intaktes und lebendiges Vereinsleben wichtig ist, für diese Menschen ist Wittkopsbostel ein idealer Wohnort. Der Kernort mit Bahnanbindung, Freibad und Schulen von der Grundschule bis zum Gymnasium ist mit dem Bus, dem Auto oder Fahrrad gut zu erreichen. Für unsere jungen Einwohner sind die Wege ebenfalls sehr kurz, Grundschule und Kindergarten können in der Nachbarschaft, in Hetzwege besucht werden. Über den nahen Autobahnanschluss in Elsdorf können Fahrten und Reisen nach Bremen und Hamburg oder darüber hinaus gestartet werden. Feinschmecker und Genussmenschen gibt es in Oldenhöfen.

Ihr Lieblingsort in der Gemeinde Scheeßel?

Lange: Wittkopsbostel führt meine Hitliste der schönsten Orte in der Gemeinde an. Besonders der Weg von Oldenhöfen nach Westeresch mit den hohen Bäumen an beiden Seiten und dem prächtigen Farbenspiel aus Sonne, Wolken und Wind fasziniert mich immer wieder.

Was beschäftigt Sie als Ortsbürgermeister derzeit am meisten?

Lange: Das Dorfgemeinschaftshaus mit dem umliegenden Freigelände und der örtliche Friedhof erfordern ständige Aufmerksamkeit und Beachtung. In den vergangenen Tagen ist gerade die Thekenanlage im DGH erneuert worden, in Kürze muss aus Sicherheitsgründen die Decke im großen Saal erneuert werden, der Anbau eines Behinderten-WCs vorangetrieben werden. Auf dem Friedhof sind Umgestaltungsmaßnahmen anzugehen. Eine Menge verschiedener Themen gilt es zu bearbeiten.

Was ist das aktuell größte Problem in Wittkopsbostel?

Lange: Die aus meiner Sicht größte Herausforderung ist, den Ort fit für die Zukunft zu machen, für junge Menschen attraktiv zu gestalten. Hier sind mehrere bedeutende und wichtige Themenfelder zu nennen, damit die nachwachsenden Generationen gute Gründe und Bedingungen vorfinden, sich in Wittkopsbostel niederzulassen. Fehlende Bauplätze und die Verbesserung der Mobilfunkversorgung sind aus meiner Sicht als erstes zu nennen. Die fortschreitende Digitalisierung erfordert zwingend weitere Investitionen in den Breitbandausbau. Hier ist ein langer Atem erforderlich und im Verbund mit meinen Kollegen aus den anderen Ortschaften müssen diese Arbeitsfelder immer wieder angesprochen werden. Es sind noch einige dicke Bretter zu bohren.

Und Ihre Vision? Was wollen Sie während Ihrer Amtszeit für den Ort unbedingt noch erreichen?

Lange: Vor allem möchte ich bei den eben beschriebenen Problemfeldern vorankommen. Die Entwicklung von Bauland ist mir besonders wichtig, der Erhalt und der Ausbau der dörflichen Infrastruktur gehören dazu. Natürlich wünsche ich mir, die Einwohnerzahlen des Dorfes zu halten, wenn es geht auch auszuweiten. Ich hoffe, dass ich durch meinen Einsatz meine Mitmenschen, besonders die nachwachsende, junge Generation überzeugen kann, dass es sich lohnt, sich für die Gemeinschaft und das Ehrenamt einzusetzen.

Wo würden Sie wohnen, wenn Sie nicht Bürgermeister von Boschel wären?

Lange: Oh, diese Frage ist für mich schwer zu beantworten. Ich mag gerne Berge und Wasser, sodass eigentlich ein Wohnort in den Bergen naheliegend wäre. Mein beruflicher Werdegang hat meine Familie und mich an verschiedene Orte in Norddeutschland geführt. Überall habe ich schöne Flecken kennen- und schätzengelernt. Auf dem platten Land ist das Leben im Alter nicht so beschwerlich wie in den Bergen, sodass ich dann wieder in Norddeutschland bin. Boschel, davon bin ich überzeugt, ist für mich der richtige Ort.

Wie würden Sie Ihren Heimatort beschreiben?

Lange: Lebenswert, liebenswert, vielfältig, - lw

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