Hetzweger Hobby-Landwirt wird Opfer eines dreisten Eierdiebstahls

Fünfzig auf einen Streich

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50 Eier in einer Nacht – ein so dreister Diebstahl ist Johann Bassen aus Hetzwege noch nicht untergekommen.

Hetzwege - Von Ulla Heyne. Als Johann Bassen Anfang der Woche auf seinem „Hinnes Hoff“ in Hetzwege wie jeden Morgen in seinen Verkaufsstand für Eier blickte, traute er seinen Augen kaum: Wo am Vorabend noch fünf Eierkartons mit je zehn Eiern gelegen hatten: Nichts. Gähnende Leere ebenso in dem roten Metallkasten, in der die Käufer sonst das Entgelt hinterlassen.

„So etwas habe ich noch nicht erlebt“, so der Hetzweger, der auf seinem Hof rund acht Dutzend Hühner sein Eigen nennt. Bisher hatte der Hobby-Landwirt mit der „Bezahlung auf Vertrauensbasis“ gute Erfahrungen gemacht, „jedenfalls, seit der Kasten auf dem Hof hängt und nicht mehr an der Straße steht“. Damals sei ab und an mal ein Eierkarton ohne Bezahlung mitgenommen worden, „das geht mit dem Fahrrad ja quasi im Vorbeifahren“, jedoch noch nie in dieser Menge. Ob da jemand die Selbstbedienung, auf die das Schild „SB-Eier“ auf der Straße hindeutet, zu wörtlich genommen hat?

Vor gut einem halben Jahr habe er schon einmal gesehen, wie sich jemand an der Box zu schaffen machte. „Das war nachts um drei, ich kam gerade vom ehrenamtlichen Kassieren bei der Maisfeldfete in Westeresch“, erinnert sich der 64-Jährige. „Dem voll besetzten Auto hab ich noch hinterhergerufen, die sollen ja bezahlen, aber da waren sie schon weg.“ Als der Bauhofmitarbeiter die Geldkassette aufmachte, stellte er fest: Der junge Mann hatte den Preis für die 30 Eier auf Heller und Pfennig entrichtet, bevor er in die Dunkelheit entschwand. Später sollte sich herausstellen: Die Eier waren ein wichtiger Bestandteil des traditionellen Helferfrühstücks, das die Landjugend Westeresch nach ihren gelungenen Megapartys zünftig mit einer Runde Rührei für alle Helfer begeht, die im frühen Morgengrauen noch im Einsatz sind. Ein anderes Mal hatte jemand zwei Eier zurückgelegt – „das Geld hat wohl nur für acht gereicht“, freut sich Bassen über so viel Ehrlichkeit. Anzeige will der Geschädigte nicht erstatten, „das lohnt bei den Betrag ja nicht.“ Ob solcher Dreistigkeit kann er sich allerdings einen Wunsch nicht verkneifen: „Dem sollen die Eier im Halse stecken bleiben!“

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