Herbstversammlung des Kraftfahrzeughandwerks im Landgut Stemmen / Jugend hat Lust auf Autos

Abgas-Skandal hält Innung in Atem

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Mitglieder des Vorstandes der Kfz-Kreishandwerkerschaft mit dem Innungsobermeister Norbert Schmudlach (v.l.), Lehrlingswart Christian Hollmann, Rudolph Ottens, Rechtsanwältin Jana Lewitzki, Geschäftsführer Ernst-Ulrich Pfeiffer, dem stellvertretender Obermeister Jens Henke, Klaus-Peter Riekenberg und Schriftführer Detlef Köster.

Stemmen - Der Abgas-Skandal rund um den VW-Konzern hält auch das Kraftfahrzeuggewerbe im Landkreis in Atem. Das berichtete Norbert Schmudlach am Mittwochabend während der jährlichen Herbstinnungsversammlung des örtlichen Kfz-Handwerks im Landgut Stemmen. „Durch manipulierte Software der Steuergeräte bei der Messung der Abgaswerte ist die Branche in die Schlagzeilen geraten“, so der Innungsobermeister. „Welche Auswirkungen das auf unsere Betriebe haben wird, und ob noch andere Fahrzeughersteller davon betroffen sind, ist noch gar nicht absehbar“.

Die Dekra strebe realitätsnahe Tests an, so Schmudlach. Es müsse einen neuen Prüfstandzyklus geben. Die Prüforganisation fordere, den Markt besser zu überwachen. Auch die Abgasuntersuchung als solche brauche eine Überarbeitung. Diese müsse aber den Kfz-Meisterbetrieben und die Organisation den Innungen erhalten bleiben.

Die diesjährige Lichttest-Aktion als Gemeinschaftsaktion des Kraftfahrzeuggewerbes habe Schmudlachs Auskunft nach ergeben, dass die Mängelquote zwar gesunken, die Zahl der defekten Scheinwerfer jedoch zu hoch sei und somit eine starke Gefährdung im Begegnungsverkehr darstelle.

Weiterhin ging der Obermeister auf den niedersächsischen Kfz-Markt ein. Dort seien in diesem Jahr erstmals rote Zahlen geschrieben worden. Mit einem Minus von 3,9 Prozent Neuzulassungen habe der Automobilhandel enttäuscht.

Für das zu Ende gehende Jahr verzeichnete das Kfz-Gewerbe auf Bundesebene indes gestiegene Absatzzahlen bei Neu- und Gebrauchtwagen. Die Werkstattauslastung werde leicht über dem Niveau des Vorjahres liegen. „Insgesamt ist festzustellen, dass der Konjunkturmotor im Handwerk in diesem Herbst weiter brummte“, so Schmudlach. „Unsere Innung ist unsere Interessenvertretung vor Ort und steht für Zuverlässigkeit und Vertrauen. Sie bietet den Mitgliedern eine Fülle von Leistungen und Angeboten.“

Mit 59 Indexpunkten habe das Kfz-Handwerk einen Spitzenwert erreicht. 35 Prozent der Werkstätten hätten ihre Lage mit „gut“ bewertet, 67 Prozent mit „befriedigend“ – sie sehen optimistisch in die Zukunft. „Sechs Prozent der Werkstätten konnten ihren Mitarbeiterstamm aufstocken und gleichzeitig höhere Investitionen tätigen“, erklärte der Fachmann.

Nach einem gemeinsamen Abendessen wurde es feierlich, als die langjährige Mitarbeiter aus den hiesigen Betrieben vorgestellt und geehrt wurden. Für 25-jährige Betriebszugehörigkeit zeichnete Schmudlach Hartwig Homann (Schmidt & Koch), Karsten Riebesehl (Autohaus Holst) und Joachim Lange (Marreck GmbH) aus. Für 25 Jahre Selbstständigkeit erhielt der Visselhöveder Jörg Dettmer eine Urkunde. Seit zehn Jahren im Betrieb sind Stefan Stünkel (Stünkel OHG), Hans-Peter Waldhas, Lars Gehring und Clemens Windeler (alle Autohaus Holst), Tobias Dreyer (Autodienst Schmudlach) und Nicole Baldamus (Brüggemann & Dammann).

Schmudlach lobte die von den Betrieben und der Betriebsberufsschule organisierte Ausbildungsmesse, die inhaltlich (mit neuem Konzept) und von den Besuchern her gut angenommen worden sei. „Es lief ein auf die Jugendlichen zugeschnittenes Rahmenprogramm, und es wurden ihnen handlungsorientierte Aufgaben gestellt“, erinnerte der Innungsobermeister. Die Geschäftsführer und Meister der teilnehmenden Betrieb bestätigten: „Das war eine gute Sache. Die Betriebe rückten zusammen. Junge Leute wurden mit ins Boot geholt, das kam an. Es zeigte der Kfz-Branche, dass das Interesse am Beruf bei den Jugendlichen vorhanden ist.“

hr

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