Ernährungsberaterin vermittelt Spaß

Kochkurse sind im Trend: Fit für den heimischen Herd

Kursleiterin Elke Kuhlmann (r.) gibt nicht nur Tipps für gesunde Ernährung und neue Rezepte, sondern hilft auch beim Abschmecken.

Scheeßel - Lafer, Mälzer Schuhbeck: Kochkurse sind in Mode. Nicht nur im Fernsehen, sondern auch „in echt“. Doch was treibt die sonst eher Fastfood-affine heutige Gesellschaft an den Herd, und was für Menschen sind es überhaupt, die die Lust am eigenen Kreieren von Gaumenschmäusen für sich entdecken? Um dies herauszufinden, wandten wir uns an eine, die es wissen muss. Elke Kuhlmann ist Ernährungsberaterin und gibt Kochkurse, bisher unter anderem bei der Rotenburger VHS, aber mehr und mehr auch für Gruppen, die für einen Abend in der Schulküche der Beekeschule ein kulinarisches Betätigungsfeld finden.

So wie eine Gruppe von neun Frauen des TV Scheeßel, die sich an diesem Abend eingefunden hat, um Köstlichkeiten wie Avocado-Chia-Aufstrich zu den Buttermilchbrötchen oder fruchtigen Spitzkohlsalat auf die Teller zu zaubern. Warum die Aerobic-Damen ihre Stepper und Yogamatten gegen Kochlöffel und Schürze eingetauscht haben? „Schon letztes Jahr haben wir unsere Weihnachtsfeier hier gefeiert“, meint Kursleiterin Manon Vahjen, und lacht: „Bauch statt Bauch, Beine, Po – das war klasse!“ Habe der Schwerpunkt im Vorjahr noch auf „gesunden Schlankmacher-Gerichten“ gestanden, verzichtet man heute aufs Kalorienzählen.

Doch bevor es an die Praxis geht, heißt es: Lagebesprechung. Eine knappe halbe Stunde lang werden die in laminierter Folie ausgedruckten Rezepte und Zubereitungsanleitungen durchgegangen; Kuhlmann ergänzt mit kleinen Tipps („Denkt dran – die Gelantine zuerst, die braucht Zeit!“). Anschließend finden sich Zweier- bis Dreierteams an den vier Kochstationen ein, die jeweils zwei der Menüpunkte übernehmen.

„Ist irgendwo noch Schnittlauch übrig?“

Schon wenig später wird eifrig geschnippelt, gebrutzelt, angeschwitzt und abgelöscht. „Soll ich das noch feiner pürieren?“ oder „Ist irgendwo noch Schnittlauch übrig?“ mischt sich mit Gelächter und immer wieder einem vorsichtig eingetauchten Probelöffel. Die Annahme, hier würden Neulinge an den Herd herangeführt, erweist sich allerdings als Trugschluss. Die meisten der Frauen, die an diesem Abend die gespendeten Pilze der nahgelegenen Pilzfarm schnippeln, professionell abschmecken („Da gehört noch mehr Pfeffer dran“) oder den Pürierstab kreisen lassen, kennen sich mit der Materie aus. Anne Thoden, die sich mit Freundin Uta Feldmann am Kürbis-Grießdessert versucht, kocht regelmäßig. Das gilt nicht für alle der Frauen, die meisten mitten im Beruf und Familie: eine hat das Glück, von der Oma bekocht zu werden, eine andere kocht „nur für die Kinder, also in der Regel einfachere Gerichte“.

In der Tat seien es zum Großteil Frauen, die sich anmelden, weiß Kuhlmann, in Gruppen oder allein. „Ab und zu sind auch Pärchen dabei, oder Vater und Tochter oder Mutter und Sohn, aber das ist eher die Ausnahme.“

Die Themen für die Menüs wählt sie je nach Saison: „Mir ist wichtig, regionale Küche in den Fokus und auf den Tisch zu bringen“. Klar würden auch „exotischere“ Mottos wie zum Beispiel Thai-Küche sicherlich gut gebucht, „das ist aber nicht meins – ich bin hier aufgewachsen und dieses Wissen der regionalen Küche gebe ich gern weiter.“ So heißt ihr Kursangebot für Februar: „Eintopf wärmt Magen & Seele“, im Mai stehen Holunderblüten, Erdbeeren und Spargel auf dem Programm, später leichte Sommerküche.

Ganz wie Zuhause

Warum sich die Frauen angemeldet haben? Andrea Hashagen schätzt die Geselligkeit, andere loben die Rezeptanregungen wie das Kürbis-Grießdessert mit Orange-Zimtquartk: „Lauter Dinge, die man sonst nie zusammenpacken würde“, meint Uta Feldmann. Für eine ist das Kochen in geselliger Runde „pure Entspannung, die reinste Hausfrauenwellness“. Kuhlmann, die regelmäßig Fortbildungen bei der Deutschen Gesellschaft für Ernährung besucht, hat den richtigen Riecher gehabt: „Es muss gut schmecken, gut aussehen und Spaß machen.“ Ihre Kurse füllen sich nach dem Schneeballprinzip. Werbung macht sie kaum. Der absolute Renner sei der Themenabend „Frischer Wind in der Lunchbox“ gewesen. An diesem Abend darf es jedoch das weiße Porzellan sein. Denn: „Genauso wichtig wie die Zubereitung sind das gemeinsame Essen und die Tischgespräche“, weiß Kuhlmann, „gern auch über Essen!“

Nach eineinhalb Stunden, eifrigen Aktivitäten beim Tischdecken und Abwaschen ertönt der laute Ruf: „Essen ist fertig!“ – zumindest das ist ganz wie Zuhause. 

hey

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