Heimische Bundestagsabgeordnete Grindel und Klingbeil besuchen regionale Pflegeeinrichtungen

Ein Schritt in die richtige Richtung

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Ortstermin im Haus Wümmetal: Lars Klingbeil (2.v.r.) und Einrichtungsleister Cord Witte mit Mitgliedern des Lauenbrücker SPD-Ortsvereins.

Scheeßel/Lauenbrück - Bislang kannten sie Pflegeheime nur von Festveranstaltungen. Jetzt lernten die heimischen Bundestagsabgeordneten Reinhard Grindel (CDU) und Lars Klingbeil (SPD) auf Reisen durch ihren Wahlkreis die Arbeit einer Einrichtung aus nächster Nähe kennen – und nutzten die Gelegenheit, mit den Einrichtungsleitungen über die aktuellen Herausforderungen und die Auswirkungen der vergangenen Pflegereform zu sprechen.

Marianne Kuhn, Geschäftsführerin der Diakonie-Sozialstation Scheeßel-Fintel, machte ihrem Ärger beim Grindel-Besuch Luft – darüber, dass in Niedersachsen die Stundensätze im ambulanten Pflegedienst deutlich geringer seien als in anderen Bundesländern. „Ein bekanntes Ärgernis“, befand der Bundespolitiker, welches die rot-grüne Landesregierung dringend abstellen müsse. Grindel: „Es ist den aufopferungsvoll arbeitenden Pflegekräften nicht zu vermitteln, dass sie für ihre Arbeit weniger bekommen als Kollegen in Nordrhein-Westfalen oder Bayern.“

Beeindruckt zeigte sich der Bundespolitiker, der von Mitgliedern des Scheeßeler CDU-Gemeindeverbands begleitet wurde, vom neuen ambulanten Angebot der Tagespflegestelle an der Friedrichstraße. „Die Einsamkeit ist das größte Problem vieler Älterer“, erklärte er. Mit ihren vielfältigen Angeboten sorge die Diakonie an Ort und Stelle für sozialen Zusammenhalt und geistige Anregungen.

Überhaupt, so Grindel, könnten ältere Menschen ohne Einrichtungen wie die Diakonie Sozialstation Scheeßel-Fintel ihren Wunsch nicht verwirklichen, möglichst lange in den eigenen vier Wänden zu leben. „Sie müssten sonst in ein Pflegeheim wechseln, was der Solidargemeinschaft wesentlich mehr Geld kosten würde“, stellte der CDU-Politiker fest.

Eine deutliche Verbesserung in der häuslichen Pflege sieht Grindel durch das seit Jahreswechsel in Kraft getretene Pflegestärkungsgesetz. Pflegende Familienangehörige könnten so leichter und umfassender die fachmännische Unterstützung von professionellen Pflegediensten in Anspruch nehmen. Auch sei der Leistungskatalog, insbesondere für demenzkranke Pflegebedürftige, erheblich erweitert worden.

Marianne Kuhn begrüßte das neue Gesetz. „Durch das Mehr an Geld können sich die Kunden auch mehr leisten“, weiß sie aus der Praxis. Allerdings würde es auch einen sehr hohen Informationsbedarf geben. „Häufig stellen wir fest, dass unsere Kunden zu wenig über die Leistungen wissen, die sie gesetzlich in Anspruch nehmen können – hier klären wir auf“, so die Geschäftsführerin.

Pflege koste Zeit und Geld, weshalb die Diakonie sehr dankbar sei, dass die Gemeinde Scheeßel jährlich 1000 Euro zusätzlich zur Verfügung stelle. Mit diesem Geld, erklärte Kuhn, würden verlängerte Zeiten bei Kunden, die besonderen Gesprächs- oder Zuwendungsbedarf haben, abgedeckt.

„Das sehen wir als unseren diakonischen Auftrag“, so Kuhn. Ein Auftrag, der zuletzt nicht nur von der Gemeinde, sondern vor allem auch durch Spenden finanziert werde, die jedoch in den vergangenen Jahren leider abgenommen hätten.

„Wir versuchen Stück für Stück mehr Geld ins System zu bekommen, damit eine individuellere Betreuung möglich wird, die den Menschen mit Pflegebedarf gerecht wird“, äußerte sich Lars Klingbeil (SPD) während seiner Visite in der Altenpflegeeinrichtung Haus Wümmetal in Lauenbrück. Damit, so der Bundestagsabgeordnete, wolle man ebenso eine bessere Betreuung für Demenzkranke erreichen. Deutlich wurde im Gespräch mit Heimleiter Cord Witte, dass weitere Reformschritte nötig seien. Klingbeil: „Die Einteilung in Pflegestufen wird den Bedürfnissen der Menschen nicht gerecht.“

Diskutiert wurde auch über eine stärkere Kooperation von Pflegeeinrichtungen und Palliativstützpunkten. Eine enge Zusammenarbeit sei von den Senioreneinrichtungen gewünscht. Klingbeil gab an, nun klären zu wollen unter welchen Voraussetzungen dies möglich ist.

lw

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