Heimatverein feiert 40-jähriges Bestehen seiner Blaudruckerei am „Tag des offenen Denkmals“

Mit Frühstück und Festakt

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Alte Handwerkskunst: Mit so genannten Modeln werden die Muster von Hand auf Leinen, Baumwolle, Hanf, Samt und Seide gedruckt.

Scheeßel - Montags wird blau gemacht, ganz klar. Nicht so in Scheeßel, denn der Heimatverein hat sich dafür den „Tag des offenen Denkmals“, den 13. September ausgesucht – und der ist bekanntlich ein Sonntag. Das heißt nicht etwa, dass das Museum an diesem Tag geschlossen hat. Im Gegenteil. Ganztägig, von 11 bis 18 Uhr, öffnet es auf beiden Geländen seine Pforten und feiert das 40-jährige Bestehen seiner Blaudruckerei.

„Die Redewendung ,Montags wird blau gemacht‘ stammt tatsächlich aus der Blaudruck-Tradition, denn montags war klassischerweise Färbetag“, erläutert Jessica Krull vom Heimatverein. 1975 war es, als im alten Kornspeicher auf dem Meyerhofgelände die Blaudruckwerkstatt eröffnet wurde. Seitdem treffen sich dort regelmäßig die Brauchtumspfleger, um mit den Original-Modeln Stoffe zu bedrucken.

Die Ursprünge des uralten Handwerks in Scheeßel reichen bis ins Jahr 1847 zurück. Damals gründete der Färber- und Blaudruckermeister Adolf Crone aus Walsrode ein Manufakturwarengeschäft – am heutigen Standort des Kaufhauses Kolkmann. Ab 1872 fertigte auch die Färberei Adolf Müller Blaudrucke an. „Die Firma Crone druckte bis ins Jahr 1905 und stieg dann auf industriell gefertigte Stoffe um“, so Krull. Noch bis 1950 indes wandte man in der Firma Müller das Färbeverfahren an. Etwa 20 Jahre später kaufte der Heimatverein Scheeßel beinahe deren gesamtes Blaudruck-Inventar auf – mit dem Ziel, das alte Handwerk wieder aufleben zu lassen. Unterstützung erhielt man vom letzten Lehrling der Firma Müller, Alfons Friese, der sein Wissen an die Ehrenamtlichen weiter gab. Der Grundstein für die Blaudruckerei war gelegt.

Inzwischen, sagt Jessica Krull, habe das Blaudruck-Team beantragt, die im asiatischen Raum entstandene und Ende des 17. Jahrhunderts sich auch in Europa verbreitetene Handwerkskunst in die Unesco-Liste des immateriellen Kulturerbes aufnehmen zu lassen. „Die Chancen dafür stehen sehr gut“, so die Museumsmitarbeiterin.

Begonnen wird das Blaudruck-Jubiläum mit einem Frühstück, das ab 9 Uhr im Meyerhof angeboten wird. Wer daran teilnehmen möchte, kann sich bis zum 3. September unter der Telefonnummer 04263/ 6757888 oder per E-Mail an info@heimatmuseum-scheessel.de anmelden. Der Heimatverein bittet um eine Kostenbeteiligung von 7,50 Euro pro Person, Kinder bis zu zwölf Jahren sind mit vier Euro dabei.

„Während des Frühstücks werden Filme und Bildpräsentationen rund um den Blaudruck zu sehen sein, und das Blaudruck-Team steht für Fragen zur Verfügung“, verrät Krull. Anschließend, gegen 11.30 Uhr, steht ein Blaudruck-Festakt vor dem Häuslingshaus auf dem Programm.

lw

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