Kulturinitiative Scheeßel feiert fünfjähriges Bestehen

Mehr als 110 Veranstaltungen seit 2011

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Mitglieder der ersten Stunde: Ursula Ujen (v.l.), Regina Wegner, Bernd Braumüller und Detlev Kaldinski erinnern sich an die Gründungszeit der Kulturinitiative Scheeßel. 

Scheeßel - Von Lars Warnecke. Kultur, dazu gehören Musik, Theater, Lyrik oder bildende Kunst, bereichert das Leben vieler Menschen. Kultur fördert Kommunikation, Entspannung oder bereitet einfach nur Vergnügen. Der Kulturinitiative Scheeßel (Kis) gelingt das mit ihrem Programm schon seit fünf Jahren. Mehr als 110 Veranstaltungen haben deren Mitglieder schon auf die Beine gestellt. Anlass für die Verantwortlichen, zurückzuschauen.

Es waren einmal zwei Herren. Der eine, Bernd Braumüller, war Vorsitzender der Kulturinitiative (Kir) in Rotenburg. Der andere, Detlev Kaldisnski, Vorsitzender des Büchereifördervereins. Beide kennen sich seit Jugendzeiten, sind eng befreundet. Was beide eint: Ihr Wunsch und Wille, die kulturelle Landschaft in Scheeßel noch ein Stückchen weiter auszubauen.

Das war im Jahr 2011. Da passte es nur zu gut ins Bild, dass Rainer Kruse, Geschäftsführer der Steinfelder Wohngruppen und ebenfalls ein alter Bekannter, gerade erst eine Dependance im Nötel-Haus an der Mühlenstraße eröffnet hatte. „Rainer rief mich eines Tages mit dem Vorschlag an, uns seinen Veranstaltungsraum, der ursprünglich nur Unterhaltung der Bewohner konzipiert worden war, zur Verfügung zu stellen“, erinnert sich Braumüller. Auf diese Weise, sei sein Gedanke gewesen, sollten Menschen mit und ohne Handicap sich regelmäßig begegnen können.

Beamer, Scheinwerfer, Stühle

Und so geschah es dann auch. „Es war eine gute Gelegenheit, mit der Rotenburger Kulturinitiative etwas in Scheeßel zu machen“, sagt der Griemshooper. Beamer, Scheinwerfer, Bestuhlung – den Kis-Gründungsvätern mangelte es an nichts. Sie gingen auf das Angebot ein.

Nur wenige Wochen später war der kleine Saal Schauplatz eines ersten Informationstreffens – mit eher bescheidener Resonanz. Erst im zweiten Anlauf, nachdem Braumüller und Kaldinski über die Presse einen öffentlichen Aufruf gestartet hatten, konnte die Kis aus der Taufe gehoben werden. „Bei der Gründungsversammlung waren damals 30 Leute dabei“, erinnert sich Ursula Ujen, die sich von Anfang an in der Initiative, vorwiegend in der Café-Kis-Nachmittagsgruppe, engagiert.

Diese ehrenamtlich agierende Gruppe, der heute fünf Damen angehören, war es dann auch, die am 3. November 2011 das Nötel-Haus erstmals in Beschlag nahm – mit Kaffee und Kuchen sowie dem in diesem Jahr verstorbenen Pianisten Heinrich „Heita“ Meyer aus Scheeßel. Ein Publikumserfolg, der bei weitem nicht der einzige bleiben sollte. „Die vorwiegend älteren Leute kommen immer wieder gerne zu uns – selbst aus Rotenburg und Zeven haben wir Stammgäste“, so Mitstreiterin Regina Wegner. Und Bernd Braumüller ergänzt: „Die Kombination aus Kultur und Kaffeetrinken habe ich so im Altkreis noch nicht gesehen – ich finde das toll.“

Vom Veggie-Kochkurs bis zur Rockdisco

Was von Beginn an für alle Beteiligten feststand: Die Kis sollte als Verein fungieren – und zwar unter dem Dach ihres Rotenburger Pendants. „Was ich auf keinen Fall wollte war, einen neuen Verein zu gründen, wo man in den ganzen Regularien versackt und am Ende gar nicht zum Arbeiten gekommen wäre“, sagt Kaldinski. So habe die Kis auch seit jeher den Status einer Abteilung der Kir. „Deren Vorstand arbeitet quasi für uns Scheeßeler mit“, erklärt er.

56 Mal Café-Kis, 56 Kulturevents am Abend – das ist die Bilanz, auf die die Verantwortlichen stolz zurückblicken. Ob kleines Kammerkonzert oder großes Theater, ob Veggie-Kochkurs oder Linedance, ob Oldierocknacht oder Diavortrag – es gibt wohl kaum etwas, das die Scheeßeler Kulturschaffenden nicht schon auf die Beine gestellt hätten. Und das mit System, wie Ursula Ujen erläutert: „Für jede einzelne Veranstaltung gibt es aus unseren Reihen einen Paten, bei dem die Fäden zusammenlaufen.“

So verhält es sich auch beim nächsten Kis-Konzert am Samstag, 12. November, das ab 20.30 Uhr im Jeersdorfer Hof von der Rockband Paunchy Lovers bestritten wird. Ganz zufällig ausgesucht sei dieser Termin nicht, meint Detlev Kaldinski, immerhin habe auf den Tag genau vor fünf Jahren die erste abendliche Kulturveranstaltung der Initiative stattgefunden – mit dem Rotenburger Sänger Thorsten Finner. „Der wird auch beim Jubiläumskonzert ein kleines Set spielen – quasi als Reminiszenz“, freut er sich. Und auch das Café-Kis-Team stellt seinen nächste Veranstaltung im Nötel-Haus am Donnerstag, 3. November, ganz ins Zeichen des Jubiläums – mit einem plattdeutschen Nachmittag, den Fidi Ehlbeck und Manni Küppers gestalten werden (Beginn um 15 Uhr), sowie einem anschließenden Empfang.

Honorigen Künstlern aus Scheeßel und umzu ein Forum bieten, den Scheeßelern ein Stück mehr Unterhaltung zuteil werden lassen – mit diesem Vorhaben war die Kulturinitiative seinerzeit an den Start gegangen. Von Ermüdungserscheinungen kann ein halbes Jahrzehnt später nicht die Rede sein. „Wir haben noch viele Ideen“, versichern die ehrenamtlichen Macher.

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