Sonntag für die Öffentlichkeit zugänglich

Im Garten von Familie Trochelmann regiert die Exotik

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Die, mit dem grünen Daumen: Esther Feeken (v.l.) sowie Anke und Gerhard Trochelmann öffnen an diesem Sonntag Hof und Garten für die Öffentlichkeit.

Wohlsdorf - Von Lars Warnecke. Gewichte stemmen, joggen oder auf dem Ergometer strampeln – das braucht Gerhard Trochelmann nicht, um Stress abzubauen. „Gartenarbeit tut es ja auch“, sagt er.

Der Wohlsdorfer spricht aus Erfahrung, investiert er doch einen Großteil der Freizeit in sein grünes Reich, das sich etwas versteckt hinter seinem Haus an der Straße „Kleiner Hoorn“ erstreckt. Ein verwunschenes Kleinod, das am Sonntag im Rahmen der Tourow-Aktion „Private Gärten entdecken und erleben“ von jedermann besichtigt werden kann.

Nein, „verdursten“ muss die Pflanzenpracht im Garten von Familie Trochelmann selbst in regenlosen Zeiten weiß Gott nicht. Immerhin ist der Hobbygärtner mit dem feuchten Element schon von Berufswegen bestens vertraut: Gerhard Trochelmann arbeitet als Wassermeister bei den Rotenburger Stadtwerken. 

Hier, im Herzen des 350-Seelen-Dorfs, bewohnt er mit seiner Frau Anke und den beiden Kindern ein Bauernhaus, erbaut im Jahre 1910. Teilen tut sich die Familie das stattliche Anwesen mit Untermieterin Esther Feeken, einer Studentin, und ihrem Freund – „ein Hauptgewinn“, sagt Gerhard Trochelmann, während er den Pressemann über das Gelände führt, „denn auch Esther teilt meine Passion fürs Gärtnern“.

Für Neulinge überwältigend

Was sich auf rund 3 500 Quadratmetern auftut, ist – ohne Übertreibung – wohl für jeden Neuling in Trochelmanns Reich überwältigend. Rund um das Backsteingemäuer und entlang eines alten Pferdestalls hat der Wohlsdorfer ein beeindruckendes Kleinod erschaffen, oder, wie er es ganz unprätentiös nennt: „Ein Mischmasch von allem.“ 

In allen Farben blühende Blumen, Beete, bis in die letzte Ecke voll mit Gemüsesorten, Obstbäume und Sträucher, ein gemauerter Backofen (der übrigens am Sonntag auch in Betrieb sein wird), ein kleiner Hühnerhof, Blühstreifen für die Wildbienen, nebenan ein windschiefer Schuppen mit Gartenwerkzeug, urgemütliche Sitzecken, alte, von Moos überwucherte Kanarohre als Igelunterschlupf – alles in allem: Grün, Grün, Grün.

Ja, er investiere schon recht viel Zeit in diese wundersame Welt, sagt Trochelmann. „Man hat ja auch immer neue Ideen, den Garten schöner zu gestalten.“ Inspiration suche und finde er viel beim Lesen botanischer Literatur. Oder auf Stippvisiten in anderen grünen Oasen. Dabei sei es ihm ungemein wichtig, auch exotische Pflanzen in seinem Privatreich wachsen und gedeihen zu lassen („Mit meinen Sonderwünschen nerve ich inzwischen schon die Gärtnereien“).

Früchte entlang der Allee

Davon zeugt eine entlang einer Pferdekoppel gelegene Allee: Dort trifft die Amerikanische auf die Sibirische Blaubeere mit ihren rechteckigen Früchten, und der in Schottland beheimatete James-Grieve-Apfel ist auch vertreten, um nur einige Sorten beim Namen zu nennen. „Von alldem machen wir später leckere Marmeladen und Liköre für den Eigenverbrauch“, berichtet der Hausherr stolz.

Erst habe er einige Zeit überlegen müssen, ob er überhaupt an der Tourow-Aktion teilnehmen wolle. Nachbar Manfred Grobrügge, der schon mehrfach seinen ganz und gar unterschiedlichen Formgarten für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht hatte, habe ihn immer wieder dazu ermuntert. „Und auch Freunde und Familie meinten immer wieder, wie schön es doch bei uns sei“, erzählt Ehefrau Anke, die einräumt, dass ihr Gatte doch den grüneren Daumen von beiden habe.

Schilder geben Auskunft

Und doch hat Anke Trochelmann, bei der Volksbank in Scheeßel beschäftigt, ihre Spuren im Garten hinterlassen – in Form von selbst gebastelten Schildern, die an fast jedem Strauch und jedem Beet aufgestellt sind. Darauf liest man nicht nur jeweils den (botanischen) Namen, sondern ebenso jede Menge Hintergrundinformationen. „Es gibt ja auch nette Geschichten über Pflanzen, die die Besucher bestimmt interessieren werden“, ist der Hobbygärtner überzeugt.

Ergänzt werden soll der von 11 bis 18 Uhr stattfindende Tag des offenen Gartens bei Familie Trochelmann mit einer kleinen Ausstellung rund ums Kunsthandwerk. Und auch Esther, die auf Gemüseanbau spezialisierte Untermieterin, wird den Schaulustigen über den von ihr angelegten Bauerngarten den Schaulustigen Rede und Antwort stehen. Parallel zu Wohlsdorf öffnet sich am Sonntag auch in Westeresch ein Garten – bei den „Wiederholungstätern“ Ilse und Herbert Heitmann.

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