Anja Piel besucht die Blaudrucker am Meyerhof

„Handwerk mit seinen Traditionen schützen“

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Annerose Rathjen (r.) erklärt der Fraktionschefin der Grünen im Landtag, Anja Piel (l.), und der Grünen-Abgeordneten Elke Twesten den Aufbau einer sogenannten Model.

Scheeßel - Von Matthias Röhrs. Ein kontrastreiches Programm hat es am Mittwoch bei den beiden Landkreis-Stationen der Sommertour der Grünen-Fraktionschefin Anja Piel im niedersächsischen Landtag gegeben.

Stand zunächst ein Besuch der E-Carsharing Initiative in Tarmstedt auf dem Plan, besuchte die Politikerin anschließend die Blaudruckerei auf dem Scheeßeler Meyerhof.

Zusammen mit der Grünen-Landtagsabgeordneten Elke Twesten fuhr Piel mit einem Elektroauto in den Beeke-Ort, das sie im Rahmen einer Aktion der Metropolregion Hannover gegen ihren eigentlichen Wagen eingetauscht hatte.

Kaum am alten Speicher auf dem Meyerhof, wo die Blaudruckerei untergebracht ist, angekommen, zeigte sich Piel bereits sehr angetan von den ausgelegten Tischdecken und Schürzen, die allesamt von Annerose Rathjen und ihrem Team in mühsamer Handarbeit hergestellt wurden. Sofort fiel ihr Rathjens Seidenhalstuch auf, was die Wenkeloherin selber bedruckt hat. „Das Muster ist ein Traum“, sagte Piel. „Wir wollen dieses Handwerk mit all seinen Traditionen schützen“, erklärte Rathjen der Politikerin das Anliegen der Blaudrucker.

Seit 40 Jahren befinden sich die in diesem Speicher. „Etwas ganz Besonderes“, wie der Vorsitzende des Heimatvereins, Uwe Wahlers, attestiert. Die nächste Blaudruckerei befinde sich in Jever, im ganzen Bundesgebiet gebe es nur noch 13 Werkstätten, in denen das Jahrhunderte alte Handwerk praktiziert wird.

Neben der allgemeinen Geschichte des Blaudrucks und der spezifischen am Meyerhof erklärte Rathjen Piel genau, wie der Druckvorgang vonstatten geht. Stolz präsentierte sie der Politikerin die Druckstöcke, „das Kapital des Blaudrucks“, von denen der Heimatverein mehr als 1200 in Besitz hat. Auch erklärte sie die Herstellung der Modeln, mit der das Muster auf den Stoff gedrückt wird. Und auch hier alles in Handarbeit, versteht sich. Vom Auftragen des grünen Papps, der nach dem Färben des Tuches wieder ausgespült wird, bis zum Färben an sich mit Indigo, dass erst an der Luft seine blaue Farbe erlangt, lauschte Piel den gekonnten Erläuterungen Rathjens.

Aber nicht nur die schönen Stücke wurden gezeigt. Rathjen legte auch fehlgeschlagene Textilien vor, um zu verdeutlichen, wo die Schwierigkeiten im Blaudruck liegen.

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