Gründungsversammlung: Aus dem Kirchenkreis Asyl wird Verein „Flüchtlingshilfe Scheeßel“

Der feste Rahmen ist gesteckt

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Rund 40 Gründungsmitglieder hoben den Verein „Flüchtlingshilfe Scheeßel” aus der Taufe.

Scheeßel - Von Ulla Heyne. So eine Vereinsgründung kann eine fixe Sache sein: Gerade mal zwei Stunden dauerte es, bis am Montagabend rund 40 Gründungsmitglieder im Harmshaus den neuen Verein „Flüchtlingshilfe Scheeßel“ ins Leben gerufen hatten. Zugegeben: Das war der guten Vorbereitung der später einstimmig gewählten Vorsitzenden Paul Göttert und Franz Wenzl geschuldet, die im Vorfeld mit Unterstützung von Rechtspfleger Uwe Gehring alle möglichen Stolperschwellen wie Satzungsformulierungen abgeklopft hatten.

Denn schließlich, und das war einer der gewichtigen Gründe für die Überführung der bisher kirchlichen Asylarbeit, soll der Verein als gemeinnützig anerkannt werden und Spendengelder einwerben und verwalten dürfen. Darüber hinaus versprechen sich die Initiatoren eine größere Wahrnehmung bei offiziellen Gremien wie der politischen Gemeinde: „Wir könnten dann anders auftreten und über Kostenzuschüsse reden“, so Göttert.

Zuvor hatte er einen Abriss über die derzeitigen Aktivitäten des Asylkreises gegeben, dessen Arbeit weitergeführt werden soll: Aus der Betreuung einer iranischen Familie, die vor einigen Jahren an die Kirchentür geklopft hatte, sei durch den großen Zustrom, „aber auch gestiegene Hilfsbereitschaft“, ein vielfältiges Betreuungsangebot geworden: Aus dem „Internationalen Café“ sei das regelmäßige „Refugium“ hervorgegangen, neben dem gemeinsamen Kochen engagierten sich die derzeit rund 55 Unterstützer in einer Fahrradwerkstatt, bei Arztbesuchen, Schul- und Kindergarten-Anmeldungen, beim Unterhalt eines Möbellagers, beim Transport und bei der Einrichtung von Wohnungen. Weiteren Bedarf sieht Göttert bei der Verbesserung der Empfangssituation und Orientierungshilfen im neuen Umfeld. Er wünscht sich in solchen Fällen verstärkt die Anwesenheit eines Dolmetschers: „Sonst steht dem deutschen Wortschwall oft nur ein orientalisches Lächeln gegenüber!“ Auch für solche Leistungen, die nicht immer durch Ehrenamtliche erbracht werden können, sollen durch Mitgliedsbeiträge und Spenden, möglicherweise auch ansässiger Unternehmen, Gelder bereitgestellt werden können.

Die Struktur der Deutschkurse, bisher zwei Mal wöchentlich für Anfänger im Harmshaus und Fortgeschrittenen in der Beeke-Schule abgehalten, wird sich anders gestalten, lässt der Landkreis doch seit kurzem Kurse für „Flüchtlinge mit Bleibeperspektive“ durch die Grohne-Schulen durchführen, daneben einen VHS-Kurs für Asylbewerber, die nicht aus Syrien, Eritrea, dem Iran oder dem Irak kommen.

Der Vorstand wird ergänzt durch Kassenwartin Christa Radde und Schriftführerin Corinna Bargholdt, die beide ebenfalls einstimmig gewählt wurden. Nach Festsetzung der Vereinsbeiträge (zwölf Euro jährlich für natürliche, 60 für juristische Personen) und Ausblick auf die nächsten Schritte wie der Beantragung der Gemeinnützigkeit stellte der frisch gebackene zweite Vorsitzende Franz Wenzl zufrieden fest: „Die erste Sitzung ist einvernehmlich und sehr harmonisch abgelaufen und wir waren sehr produktiv!“

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