Größeres Interesse denn je bei Mühlentag in Jeersdorf / Sortiermaschine erstmals im Einsatz

Sauberes Korn zum Anfassen

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Schweißtreibende Arbeit beim Mühlentag in Scheeßel: Stefan Althoff und seine jungen Helfer karrten den Roggen zum Sortieren stilgemäß mit hölzerner Sackkarre heran.

Scheeßel - Von Ulla Heyne. Mehr Technik zum Angucken, mehr Flohmarktstände, mehr Besucher – zum diesjährigen Tag des Offenen Denkmals am Pfingstmontag hätte die historische Scheeßeler Wassermühle mit Superlativen protzen können.

Doch um die geht es dem Mühlenverein überhaupt nicht, ist es doch vielmehr die urige, fast familiäre Atmosphäre, die auch gestern wieder hunderte Besucher aus dem näheren Umkreis, aber auch Bremen, Hamburg oder Stade zum Gelände an der Wümme lockte. So wie Familie Tabbert aus Norden, die nur zufällig bei der Rückfahrt aus der Lüneburger Heide das Schild gesehen hatten: „Toll ist es hier“, meinte Lilli, die sich am Stand der Beekelöwen, dem Unterstützerkreis des Kinderhospizes Löwenherz, von Nicole Hehnke ein Einhorn auf die Wange zaubern ließ. Begeistert war auch Flohmarkt-Verkäuferin Renate Pittwald: „Allein 30 Bücher sind schon weg gegangen – so gut lief es noch nie!“ In der Tat hatte auch der Flohmarkt auf dem idyllischen Mühlengelände einen deutlichen Zuwachs an Anbietern und Käufern zu verzeichnen.

Musiker Michael Zehl nutzte den „Standdienst“ für ein Ständchen mit Gitarre; zahlreiche Besucher kamen im Hofcafé miteinander oder mit den Vertretern von Nabu und Mühlenverein ins Gespräch. Dessen Mitglieder standen auch in der Mühle selbst Rede und Antwort und Mühlenwart Jan Müller-Scheeßel hätte sich wohl gern zwischen kleiner und großer Mühle hin- und hergebeamt.

Mühlentag in der Scheeßeler Wassermühle

Dabei standen ihm viele helfende Hände zur Seite: Sohn Johann verlud Sack um Sack ungereinigtes Korn, mit dem die Funktionsweise der restaurierten und an diesem Tag erstmalig vorgestellten Sortiermaschine demonstriert wurde. Mitstreiter Günter Saxer hatte mehr als einmal gleich ein gutes Dutzend Interessierter im Gefolge. „Irre!“, schwärmt eine Besucherin angesichts der historischen Nähmaschine vor dem Mühlenfenster, und zückt ihr Smartphone. Das Knarren, Klopfen, Vibrieren, überall knarrende Balken und drehende Räder: Das lädt zum Herumstöbern treppauf, treppab, ein.

Für Stefan Althoff, Neuling im Kreis der Bewahrer alten Handwerks, ist die in mehrjähriger Arbeit restaurierte Maschine ein Glücksfall: „Hier können vor allem die Jüngsten das Ergebnis der Kornreinigung nicht nur sehen, sondern auch selbst anfassen – ein echter Anziehungspunkt!“ Das galt auch für das kulturelle Rahmenprogramm, für die Jüngsten ein Puppenspiel in der Dachkammer, für reifere Semester der traditionelle Auftritt des Männergesangsvereins.

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