Gleichung mit Unbekannten

Fachausschuss für Sommerferienbetreuung im Kita-Bereich

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Ob im kommenden Jahr auch Krippenkinder in der Sommerferienzeit betreut werden können, ist bis dato noch fraglich.

Scheeßel - Von Lars Warnecke. CDU-Ratsherr Reinhard Frick sprach von einem „ersten Schritt in die richtige Richtung“; die Bürgermeisterin nannte es mit Blick auf die personellen Ressourcen ein Angebot, das immer wieder neu zu prüfen sei.

Die Gemeinde wird während der Sommerferien auch in Zukunft eine einwöchige Ferienbetreuung im Bereich ihrer Kindertagesstätten anbieten. So viel steht fest – und das war auch Konsens im Jugend- und Sozialausschuss am Mittwochabend im Rathaus. Dennoch ist das Ganze noch eine Gleichung mit einigen Unbekannten.

Man stelle sich vor, den kleinsten Bürgern in Scheeßel wird eine Ferienbetreuung vorgehalten, nur keiner geht hin. So geschehen im Sommer 2015. Jahrelang konnten berufstätige Hort-Eltern sich darauf verlassen, ihren Nachwuchs auch während der dreiwöchigen Kindergartenferien zeitweise in die Obhut von eigens dafür abbestellten Erzieherinnen geben zu können. Bis zu jenem Jahr, in dem die Gemeinde die Reißleine zog. Zu gering die Nachfrage, zu hoch der personelle Aufwand. Verwaltung und Rat machten kurzen Prozess: Per politischen Beschluss wurde die Offerte 2016 ausgesetzt – nicht aber die Rechnung ohne den Wirt beziehungsweise den Gemeindeelternrat gemacht zu haben, erachtet dieser doch sehr wohl das Fortbestehen einer geregelten Ferienbetreuung für notwendig.

Also hieß es in diesem Sommer: „Rolle rückwärts“. Kurzfristig konnte die Gemeinde noch eine Notbetreuung auf die Beine stellen – daraus, so der Wille des Elternrates, soll künftig aber wieder ein jährlich verlässliches Angebot werden.

Gemeinde will niemanden verpflichten

Dem können auch die Entscheidungsträger etwas abgewinnen. In Gesprächen zwischen Verwaltung und Elternrat wurden Möglichkeiten ausgelotet – mit dem Ergebnis, dass nun jeweils in der ersten Woche der insgesamt dreiwöchigen Schließungszeit eine kostenpflichtige Vormittagsbetreuung (8 bis 14 Uhr) inklusive Mittagsverpflegung stattfinden soll, sofern sich denn ausreichend Personal dafür findet.

Und genau das ist der Knackpunkt: Verpflichten kann und will die Gemeinde ihre Erzieherinnen und Erzieher nicht, immerhin, so ist es der von der Verwaltung erarbeiteten Beschlussvorlage zu entnehmen, „freuen sie sich im Sommer, am Ende eines Betreuungsjahres, auf eine längere, zusammenhängende Urlaubszeit“. Mit Blick auf das kommende Jahr, gab Fachbereichsleiter Frank Thies in der Sitzung zu verstehen, hätten sich nach derzeitigem Stand zwar zwei Kräfte zu einer Betreuung bereit erklärt, 25 Kinder aus dem Kindergarten- und 15 Kinder aus dem Krippenbereich, so das maximale Platzangebot, könne man mit diesem Personalaufkommen aber nicht abdecken. „Sollte es dabei bleiben, müssten wir uns wohl auf den Kindergartenbereich konzentrieren“, machte Bürgermeisterin Käthe Dittmer-Scheele (CDU) deutlich.

Fraglich ist bis dato auch, ob sich, wie vom Elternrat gewünscht, mittelfristig eine Ganztagsbetreuung einrichten lässt, in deren Nachmittagsstunden Elternvertreter selbst als „Aufpasser“ fungieren könnten. „Das werden wir auf jeden Fall inhaltlich noch stark prüfen müssen, es geht ja auch um Verantwortung“, so Thies.

Weniger über die Risiken diskutieren, sondern „optimistisch an die Geschichte herangehen“, dafür warb schlussendlich Dirk Lange (CDU). „Wir haben doch einen guten Einstieg gefunden“, meldete sich der Ratsherr zu Wort.

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