Giftige Pracht im Ortskern

Ambrosia und Jakobskreuzkraut - SPD/UGS ruft nach Gesundheitsschutz

Sie ist schön anzusehen, aber giftig – auch für den Menschen: die Beifußblättrige Ambrosia. - Foto: imago
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Sie ist schön anzusehen, aber giftig – auch für den Menschen: die Beifußblättrige Ambrosia.

Scheeßel - Sie ist, wie es der Name vermuten lassen könnte, keine Speise für Götter, sondern eine Plage für Allergiker: Die Beifußblättrige Ambrosia kann Symptome wie Heuschnupfen und Asthma auslösen. In diesem Sommer blühte sie wieder – auch mitten im Scheeßeler Ortskern, an der von vielen Bürgern frequentierten Ampelkreuzung Mühlenstraße/Bremer Straße.

Und das, obwohl schon vor einem Jahr aus der Politik, in diesem Fall von der im Rat vertretenden SPD/UGS-Gruppe, die Anregung gekommen war, die Gemeinde möge dem hochallergenen Unkraut an Ort und Stelle den Garaus machen.

„Dieses Mal hatte sich sogar ein noch größerer und vor allem hochvitaler Bestand mit deutlich mehr als 1 000 Pflanzen gebildet“, lässt Gruppensprecher Wolfgang Kirschstein (SPD) wissen. „Von der bis vor Kurzem in Vollblüte stehenden Pflanze ging also zum einen abermals eine Belastung für die Menschen in der Umgebung aus, zum anderen ist eine Ausbreitung in den kommenden Jahren mehr als wahrscheinlich.“ Immerhin, erklärt er, sei der Bestand vor einigen Tagen endlich durch Abbagern des Oberbodens entfernt worden. „Wenn auch erst nach erneuter Intervention durch die SPD Scheeßel“, so der Westerholzer.

Parallel dazu habe sich in diesem Jahr eine starke Samenbildung beim Jakobskreuzkraut gezeigt. Kirschstein: „Wegen der anhaltenden Dürre ist die Vegetationsbedeckung vieler landwirtschaftlicher Grünflächen gering und lückig, wodurch auch in diesem Fall ein vermehrtes Auftreten der giftigen Pflanze absehbar ist.“ Tatsächlich reichern sich ihre Gifte in der Nahrungskette an und können beim Menschen zu ernsten Lebererkrankungen führen. Von Bedeutung ist das Vorkommen des Kreuzkrauts vor allem für Imker und den von ihnen erzeugten Honig.

Worauf die Gemeinderatsgruppe hinweist: In beiden Fällen sei weder auf überregionaler noch auf lokaler Ebene eine Strategie gegen die gefährlichen Pflanzen entwickelt worden. Das formuliert sie auch so in einem Schreiben an das Rathaus.

„Wir regen deshalb an, Mitarbeiter der Scheeßeler Gemeindeverwaltung entsprechend zu schulen und öffentlich zum Bekämpfen dieser und künftig zu erwartender anderer Arten aufzurufen und sich als Gemeinde um die Einrichtung von Arbeitsgruppen zur Entwicklung entsprechender Strategien auch gegen andere Arten auf Kreisebene einzusetzen“, heißt es darin wörtlich. „Im benachbarten Landkreis Harburg besteht eine solche Arbeitsgruppe bereits, weshalb ein Austausch ebenfalls empfohlen wird“, schließt die Gruppe das Schreiben ab.

lw

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