Geschäftsführer der Landberatung spricht über seinen Auslandsaufenthalt

Das liebe Vieh in der Ukraine

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Gastredner Marco Schouten (2.v.l.) mit Heinfried Dittmer (v.l.) Hartmut Klee und Hilmer Vajen vom Landwirtschaftlichen Verein Scheeßel.

Sothel - Recht hat er, der Loriot. In seinem Sketch aus der Benimmschule lässt die Gattin den legendären Satz fallen: „Man muss ja auch an die Landwirtschaft denken.“ Äcker, Felder und das liebe Vieh kommen tatsächlich oft zu kurz. Und deshalb war es sinnvoll vom Landwirtschaftlichen Verein Scheeßel, Marco Schouten ins Sotheler Gasthaus zur Grünen Eiche einzuladen, um über die Landwirtschaft zu referieren – allerdings aus ukrainischer Sicht.

Der Geschäftsführer der Landberatung Rotenburg konnte aus dem Nähkästchen plaudern, immerhin hatte der Scheeßeler vor einiger Zeit gemeinsam mit einer Delegation deutscher Landwirte dem Land einen Besuch abgestattet. Ziel waren landwirtschaftliche Betriebe im Gebiet Tscherkassy, die sich vorwiegend mit der Erzeugung von Milch beschäftigen. „Wir waren schon ziemlich verblüfft, in welch neuen oder umgebauten modernen Milchviehställen die schwarzbunten, eingekreuzten Kühe untergebracht waren“, berichtete der Referent. „Die Tiere machten einen guten, sauberen Eindruck und brachten Milchleistungen von etwa 6000 bis 8000 Litern.“ Dreimal täglich seien sie in einem modernen Melkstand gemolken worden – „ähnlich wie in unseren Ställen“, stellte Schouten fest. Die Jungrinder dagegen seien draußen in Einzäunungen mit Futterrinne untergebracht gewesen. „Was mir ebenfalls auffiel: Der Betriebsleiter und das Fachpersonal waren gut ausgebildete Landwirte. Es standen ihnen genügend Arbeitskräfte aus der Region zur Verfügung, die das Füttern, Melken, Sauberhalten der Ställe und die Betreuung der Tiere übernahmen.“

Dennoch stünden die ukrainischen Landwirte trotz moderner Technik auch vor Hürden. So sei es angesichts häufiger Stromausfälle und einem äußerst geregelten Kraftstoffverbrauch nicht immer einfach zu wirtschaften. „Das Equipment ist nicht den Bedingungen angepasst“, hat Schouten festgestellt. Ebenso hapere es nach Meinung des Experten daran, dass die Arbeitsgänge logistischer durchdacht werden müssten.

Hervorragende Grundlagen böten hingegen die Böden mit Wertzahlen von 50 bis 100. „In dem Gebiet, in dem wir uns aufhielten, werden vorwiegend Körnermais und Sonnenblumen angebaut“, schilderte der Referent. „Die Landwirte legen großen Wert darauf, gute Ernten in Menge und Qualität zu erzielen.“ Mit gewaltigen Anlagen werde beregnet, „ohne geht es nicht“. „Ein interessanter Vortrag, aus dem wir viele neue Erkenntnisse mitnehmen“, befanden die Zuhörer am Ende.

hr

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