„Man muss mit der Zeit gehen“

Gesangsgruppe De Beek-Uln feiern 30-jähriges Bestehen mit Konzert

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Nicht nur ein „Hinhörer“: Die Mädels der Beek-Uln in ihrer schönen Scheeßeler Tracht.

Scheeßel - Von Ursula Ujen. Mit einem herausfordernden Spruch kann durchaus eine gute Sache entstehen. So geschehen im August 1987, als auf dem Trachtenfest der aus dem Rheinland stammende Hermann Dietz meinte: „Saufen könnt ihr ja, aber mit Singen ist nichts!“.

Das traf einige aus der Bierrunde der angesprochenen Männer mitten ins Herz, und so dauerte es nicht lange, bis sich sieben Männer zusammentaten und eine lockere Singgemeinschaft bildeten.

Konzert am 24. März

Daraus entwickelte sich dann im Laufe der Jahre die weit über die Grenzen Scheeßels hinaus bekannte und beliebte Gruppe De Beek-Uln. Das 30-jährige Bestehen wird mit einem Konzert am Freitag, 24. März, 19.30 Uhr, in der St.-Lucas-Kirche gefeiert. Vorab haben wir Helmut Kröger, dem musikalischen Leiter, einige Fragen zum Jubiläum gestellt.

Herr Kröger, wie wurde aus der fixen Idee eine richtige Singgemeinschaft?

Helmut Kröger: Wir sind ganz zwanglos gewachsen: Zunächst haben wir uns mit sieben Männern in unserem Partyraum am Veerser Weg getroffen. Nach einem Jahr sind dann einige Mädels hinzugekommen. Das war eine sehr aktive Zeit, in der Hermann Dietz über Nacht den Text „Schwarz, Lila, Grün“ über das Trachtenfest schrieb, den ich dann vertonte.

Woher kommt der Name „Beek-Uln“?

Kröger: Wie schon die Gründung ist auch der Name aus einer „Provokation“ heraus entstanden: Unser Mitglied Hermann Behrens meinte einmal in lustiger Runde: „Wir singen nicht wie Nachtigallen oder Lerchen, sondern wie Eulen“, also plattdeutsch Uln – und schon war der Name geboren. Und nach wie vor gilt: Wer singt, de snackt tomins keen dummet Tüch.

Gibt es einige besondere Meilensteine?

Kröger: Ein wichtiger Schritt war für die Beek-Uln am 1. Mai 1989 anlässlich des Museumstags die Aufnahme der Gruppe in die Beekscheepers. Den ersten öffentlichen Auftritt hatten wir dann im Dezember 1990 bei der Weihnachtsfeier der Jeersdorfer Senioren. Das steigerte sich dann bis zu 30 Auftritte pro Jahr, darunter auch viele im Euro-Strand. Ein Höhepunkt waren sicher auch 1993 die Aufführungen des Singspiels „Lüttje Deern“ von Heinrich „Heita“ Meyer. 2016 musste ich leider krankheitsbedingt eine Pause einlegen. Jetzt freuen wir uns aber umso mehr auf das Jubiläumskonzert.

Brauchen Sie neue Mitstreiter und muss man Plattdeutsch können?

Kröger: Einen Aufnahmestopp wie in den 90er-Jahren gibt es nicht mehr, wir sind also immer offen für neue Sänger. Im Alter bewegen wir uns zwischen 39 und über 70 Jahren. Viele Einsteiger haben bei uns erst Plattdeutsch gelernt, das ist kein Problem. Auch die Tracht, die wir bei unseren Auftritten tragen, kann durch die Beekscheepers gestellt werden.

Wie sieht Ihr aktuelles Repertoire aus?

Kröger: Nach wie vor pflegen wir traditionelles plattdeutsches Liedgut, ich habe aber auch viele Stücke aus allen Musikbereichen ins Plattdeutsche übertragen, zum Beispiel „Johnny B. Goode“ von Chuck Berry oder „Rote Rosen, rote Lippen“ von René Carol. Man muss mit der Zeit gehen, denn solche Lieder kommen beim Publikum an.

Was läuft bei den Uln in puncto Geselligkeit?

Kröger: Das gehört für uns unbedingt dazu: Übungsfahrten mit Übernachtung, Kohltouren und Grillabende stehen jedes Jahr auf dem Programm. Außerdem pflegen wir aktiv unsere Freundschaften mit Gruppen aus dem In- und Ausland und sind natürlich bei den Beekscheeper-Touren dabei.

Welche Wünsche haben Sie für die Zukunft?

Kröger: Es wäre schön, wenn alles so weiter geht mit den Beek-Uln, denn wir haben nach wie vor alle viel Spaß miteinander. Ich bin jetzt 68, da würde ich mich allerdings hin und wieder über eine Vertretung freuen.

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