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Germania Hetzwege-Abbendorf wird 100

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Von: Nina Baucke

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Kurt Wahlers mit den Unterlagen zur Vereinsgeschichte und einem Mannschaftsfoto von 1954. Der Scheeßeler freut sich auf die Jubiläumsfeier.
Kurt Wahlers mit den Unterlagen zur Vereinsgeschichte und einem Mannschaftsfoto von 1954. Der Scheeßeler freut sich auf die Jubiläumsfeier. © Baucke

Mit einem großen Fest feiert der SV Germania Hetzwege-Abbendorf am Samstag, 24. September, ab 12 Uhr auf dem Sportplatz seinen 100. Geburtstag.

Scheeßel/Hetzwege – Kurt Wahlers kickt noch – in der Ü50-Fußballmannschaft der Spielgemeinschaft des SV Germania Hetzwege-Abbendorf mit Rot-Weiß Scheeßel und dem SV Lauenbrück. Doch wenn es um den Gesamtverein SV Germania Hetzwege geht, ist er weniger auf dem Spielfeld unterwegs, als mit Unterstützung des übrigen Vorstandsteams als erster Vorsitzender der Kopf des Ganzen.

Aktuell ist es eine besondere Zeit für ihn und den Verein, denn dieser feiert am Samstag, 24. September, sein 100-jähriges Bestehen.

Mehr als ein Viertel dieser Zeit ist Wahlers in einer gestalterischen Rolle dabei: Seit 1996 und damit noch zu Zeiten Reinhard Fricks als Vorsitzender als dessen Stellvertreter sowie seit 1998, also nunmehr bereits 24 Jahre als Fricks Nachfolger. „Es macht einfach immer noch Spaß“, sagt Wahlers mit einem Lachen. „Wir haben ein sehr gutes Vorstandsteam, viel Zusammenhalt und mittlerweile auch jüngere Leute mit dabei, zum Beispiel unser Kassenwart oder der Fußballobmann. Aber man ist schon sehr gut beschäftigt“, so der Scheeßeler, der bereits in Altersteilzeit bei der Sparkasse Scheeßel arbeitet.

Die Fußballabteilung ist es auch, die die größte Sparte des Vereins stellt – in gewisser Weise passend, denn als Fußballverein hatten Sportenthusiasten 1922 den Verein überhaupt erst ins Leben gerufen – am „19. August, abends 8 ½ Uhr bei Gastwirt Lüdemann“. „Ursprünglich gab es in Hetzwege den 1907 gegründeten Radsportverein Adler, damals war Radfahren im Trend, 1922 war es dann Fußball“, so Wahlers über die Gründungsphase.

Heute gibt es drei Herrenmannschaften, ein Altherrenteam sowie acht Jugendmannschaften mit dem Fußballnachwuchs zwischen sechs und 18 Jahren. „Es ist einfach immer schön, wie Kinder mit Begeisterung beim Fußball dabei sind“, freut sich Wahles. Allerdings haben sich in allen Alterstufen die Hetzweger und Abbendorfer Fußballspieler mit anderen Vereinen zu Spielgemeinschaften zusammengeschlossen haben. „Das ist inzwischen sehr wichtig geworden, um den Spielbetrieb aufrecht zu erhalten“, erklärt Wahlers.

Aber auch die Turnsparte erfährt ihm zufolge großen Zuspruch: „Vor allem ist da das Mutter-und-Kind-Turnen, aber auch die Kinderturngruppe, da hat uns das Neubaugebiet ordentlich Schub gebracht“, sagt der Scheeßeler. „Aber was auch klar ist: Vieles steht und fällt mit den Übungsleitern.“ Was noch dazu kommt, ist die Konkurrenz durch die Fitnessstudios. „Die Leute sind dort nicht an Kurszeiten gebunden, da haben wir als Sportverein es schwerer.“ So gehörte zum Verein auch mal eine Aerobicgruppe, die sich inzwischen wieder aufgelöst hat.

Nachwuchsprobleme herrschen allerdings vor allem beim Tischtennis. „Wir haben zwei Herrenmannschaften, aber leider keine Jugend“, bedauert Wahlers. Auch beim Tennis ist es aktuell eine kleine Seniorengruppe, die die Plätze bespielt und auch betreut. Neben den Fußballern werden vor allem diese beiden Sparten beim Jubiläum die Möglichkeit haben, sich zu präsentieren – und neue Mitspieler zu gewinnen.

Ein Nebeneffekt wären zugleich mehr Vereinsmitglieder. Aktuell liegt der Verein bei 320, vor 15 Jahren waren es noch mehr als 400 – eine Entwicklung, auf die die Pandemie in den vergangenen zwei Jahren allerdings keinen großen Einfluss hatte. „Wir sind gut durch die Krise gekommen“, zeigt Wahlers sich zufrieden. „Es hat mehr damit zu tun, dass die jüngeren Jahrgänge nicht mehr so geburtenstark sind. Dennoch sind wir froh, dass in der Coronazeit kaum Mitglieder ausgetreten sind, wie das in Vereinen in größeren Städten oft der Fall war“, so Wahlers. „Dort sind die Leute Mitglied in einem Sportverein, um einfach Sport zu machen. Hier auf dem Dorf geht es um mehr, es geht auch um die Gemeinschaft.“ Dazu gehört auch die Unterstützung, die der Verein immer wieder auch von der Gemeinde erfährt. „Für uns ist es grundsätzlich wichtig, vor allem Jugendlichen etwas anzubieten“, so der Scheeßeler.

Für Wahlers wird das Jubiläum eine Zäsur sein, denn danach will er in den kommenden Jahren seinen Abschied vom Vorsitz einleiten. Bis dahin steht mit der Erneuerung der Flutlichtanlage am Hetzweger Sportplatz noch ein größeres Projekt auf dem Zettel, nach dem 2015 das Sporthaus eine umfangreiche Sanierung erfahren hatte. Und danach? „Ich will dem Verein erhaltenbleiben“, betont Wahlers. „Dafür habe ich das alles zu lange gemacht, und der Verein liegt mir sehr am Herzen.“

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