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Gemeinschaftsgefühl auf zwei Rädern: Westerveseder beteiligt sich als Mitorganisator an Biker-Treffen

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Von: Lars Warnecke

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Ralf Jürges mit seiner „Africa Twin“ von Honda. „Ich würde mich selbst als geborenen Biker bezeichnen“, sagt der Westerveseder.
Ralf Jürges mit seiner „Africa Twin“ von Honda. „Ich würde mich selbst als geborenen Biker bezeichnen“, sagt der Westerveseder. © Warnecke

Vom 19. bis 22. Mai steigt in Hünzigen bei Walsrode die sogenannte „Fischbrötchentour“. 80 Teilnehmer mit 65 Motorrädern der Marke Honda „Africa Twin werden beim Bikertreffen erwartet. Einer, der das Ganze mitorganisiert, ist Ralf Jürges aus Westervesede.

Westervesede – Der typische Biker – mit 16 fängt er auf dem Moped an, steigt mit 18 um aufs Motorrad und setzt sich auch mit Mitte 50 noch leidenschaftlich gerne auf den Bock. Ralf Jürges fällt genau in dieses Schema, wenngleich bei ihm nach dem Moped zwischendurch noch das Kleinkraftrad hinzukam. „Seit ich denken kann, bin ich von motorisierten Zweirädern fasziniert“, sagt der Westerveseder.

Auch wenn Jürges aktuell gleich zwei Maschinen besitzt – neben einer, die er demnächst dem Sohnemann überlassen will, eine Honda „Africa Twin“ vom Typ Adventure Sports, Baujahr 2019, sein ganzer Stolz: „Regelmäßig bin ich mit dem Motorrad nicht unterwegs, ich bin eh Inhaber eines Saisonkennzeichens für März bis Oktober und zähle mich so zu den Schön-Wetter-Fahrern.“ Wenn er seine 4 000 bis 5 000 Kilometer pro Jahr schaffe, dann sei das schon viel, meint Jürges, der in Westervesede der Ortsbürgermeister ist.

Auf besonders schönes Ausflugswetter hofft der 57-Jährige für eine Veranstaltung, die kurz bevorsteht und ihm zufolge schon jetzt sein persönliches Jahreshighlight darstellt: Vom 19. bis 22. Mai findet im mittlerweile sechsten Jahr ein Treffen statt, dieses Mal in Hünzigen bei Walsrode, dessen Teilnehmer eines verbindet: Alle sind sie Mitglied im Internetforum namens „True Adventure“ und damit im Besitz einer PS-starken „Africa Twin“, wie auch Jürges sie ausfährt.

Anreisen aus der Schweiz

Und der ist unter den 80 angemeldeten Bikern, die mit ihren formschönen Maschinen aus ganz Deutschland wie auch aus der Schweiz anreisen werden, nicht einfach nur dabei, sondern organisiert die „Fischbrötchentour“, wie das Ganze heißt, auch noch ehrenamtlich – gemeinsam mit Michael Plate aus Bremervörde und Reiner Bruns aus Leer, seinen beiden Mitstreitern. Wie er zu dieser ehrenvollen Aufgabe gekommen sei? „Wir drei haben uns beim letzten Forumstreffen geoutet, weil sich natürlich jedes Mal aufs Neue die Frage stellt, wer das im Folgejahr organisieren möchte“, klärt der Motorradfan auf.

Seit er sich vor drei Jahren eine „Africa Twin“ zugelegt habe, sei er unter dem Nutzernamen „Ralkoski“ Mitglied in dem Forum, berichtet Jürges. Immerhin einer von weit mehr als 4 000 Usern. „Darin bekommt man unheimlich viele Informationen – zur Technik, zu Touren, eigentlich zu allem, was mit dieser Maschine zusammenhängt.“

Doch so rege sich virtuell auch ausgetauscht wird – das persönliche Gespräch soll bei den Bikern natürlich nicht zu kurz kommen. Und genau dafür, sagt Jürges, seien die Jahrestreffen, die republikweit an immer wechselnden Standorten über die Bühne gehen würden, eine ideale Möglichkeit. Aber nicht nur Fachsimpelei steht auf der Agenda, ganz im Gegenteil, auch das Gemeinschaftsgefühl „on the road“ wird gepflegt. Dafür geht es dieses Mal vom Hotel Forellenhof aus auf drei Tagestouren – in mehreren, jeweils nicht mehr als 20 Fahrern zählenden Gruppen. Warum das Split-Verfahren? „Mehr Leute in einem Pulk wären zu anstrengend, würde man sich sonst doch nur an der nächsten Ampel wieder verlieren“, weiß Jürges, der selbst die sogenannte Heide-Elbe-Tour anführt. „Die habe ich mitsamt einigen Zwischenstopps, die für Besichtigungen genutzt werden, komplett selbst geplant“, sagt er über die 260 Kilometer lange Strecke. Weitere Motorradausflüge bilden eine Nordseetour sowie eine unter dem Namen „Moore und Gezeiten“.

65 Bikes erwartet

Dass das Forumstreffen, zu dem immerhin 65 Bikes erwartet werden, längst ausgebucht ist, versteht sich von selbst. „Alle Zimmer im Hotel sind zum Selbstkostenpreis vergeben, einige Leute haben auch schon angekündigt, zelten zu wollen“, berichtet der Mitorganisator. Für Samstag, 21. Mai, sei am Abend im Biergarten des Forellenhofs eine Party mit DJ geplant. Und: Auch eine große Tombola soll es geben, für die Ralf Jürges bereits mehrere Sponsoren gewinnen konnte. „Es dürfen sich aber gerne noch weitere beteiligen – je mehr, desto besser.“ Der Erlös, sagt er, sei zu 100 Prozent für einen gemeinnützigen Zweck in Niedersachsen bestimmt – mehr möchte er noch nicht verraten.

Nach einem gemeinsamen Frühstück am Sonntag werden die Teilnehmer, unter denen sich auch vier aktive Fahrerinnen befinden, dann wieder die Heimreise antreten. Viele dürften mit dem Versprechen starten, in einem Jahr wieder zusammenzukommen – wo auch immer das dann sein mag.

„Benzingespräche“ am laufenden Band, attraktive Ausflüge und ein Unterhaltungsprogramm, das sich gewaschen hat – der Westerveseder freut sich drauf. Und darauf, bei dem superben Wetter heute noch eine Runde auf seiner „Africa Twin“ drehen zu können. Die verfügt übrigens über einen geraden Sitz – anders als viele andere Modelle aus der Reihe. „Ich bin mit 1,86 Metern ja ein großer Kerl, habe so mehr Sitzhöhe“, nennt er den Vorteil. Und schon braust er mit einem breiten Lächeln auf den Lippen davon.

Sponsoren willkommen

Wer weitere Preise für die Wohltätigkeitstombola im Rahmen des Forumstreffens stiften möchte, darf sich gerne mit Ralf Jürges in Verbindung setzen – telefonisch unter der Nummer 04263 / 2476 oder per E-Mail an ralf.juerges@ewetel.net.

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