Planungen für Kindergarten-Neubau

Nicht an allen Ecken und Enden sparen

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So könnte der Kindergarten „Fuhrenkamp“ einmal aussehen – wann er bezugsfertig ist, steht noch in den Sternen.

Scheeßel - Von Lars Warnecke. Scheeßel will sein Defizit an Kindergärten- und Krippenplätzen abbauen. Dafür soll im Baugebiet „Vor dem Varel II“ eine neue Kindertagesstätte entstehen. 2,5 Millionen Euro, so eine erste Kostenschätzung, waren für die Ganztagseinrichtung am Fuhrenkamp veranschlagt – ein zu hohes Sümmchen, befand der Gemeinderat in seiner Aprilsitzung. Zwei Monate später steht der Entwurf im Rathaus wieder auf der politischen Agenda – eine kostengünstigere Variante, die das Gremium nach einer nicht enden wollenden Wortmeldungsflut mehrheitlich durchwinkte.

Eigentlich hätte der Tagesordnungspunkt in nur wenigen Minuten abgehakt sein können. Denn das, worüber der Rat in seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause abstimmte, glich eins zu eins dem, was der noch kurz zuvor tagende Verwaltungsausschuss einvernehmlich – über alle Fraktionen und Gruppen hinweg – zu einer Beschlussempfehlung formuliert hatte. Danach sollen zwecks Kostensenkung die inneren WC-Räume ohne ein rund 7 000 Euro teures Wärmerückgewinnungssystem auskommen, die ursprünglich im Giebelbereich angedachte Verwendung von Vollkernplatten durch kostengünstigeres wie pflegeleichteres Zinkblech ersetzt werden – sowie, und darüber drehte sich während der Ratssitzung im Wesentlichen die Diskussion, die Zahl der 23 Parkplätze um mindestens vier im rückwärtigen Zuliefererbereich gelegene und damit eher entbehrliche Stellflächen schrumpfen.

„23 halte ich für entscheidend zu viel“

Wenn es nach Ratsfrau Peggy Miesner (CDU) ginge, könnten sogar noch weitere Parkplätze wegfallen. Denn, gab sie zu bedenken: „Bei einer Einrichtung mit 55 Kindern schreibt der Gesetzgeber nur drei Stellplätze vor, 23 halte ich für entscheidend zu viel.“ Das von einigen ihrer Ratskollegen vorgebrachte Argument, möglichst viele Parkmöglichkeiten für Eltern vorzuhalten, um damit die Bring- und Abholzeiten abzusichern, halte sie jedenfalls für überzogen. „Wir reden hier von einer Ganztagseinrichtung, da wird es schon zu keiner Ballung kommen.“

Das hatte der Verwaltungsausschuss in seiner vorangegangenen Sitzung noch anders gesehen. „Dort war es Konsens, dass die Stellplätze in dieser Anzahl erforderlich sind – mit dem Kompromiss, den Zuliefererweg zu verkürzen“, fasste Gemeindearchitekt Udo Drees das Ergebnis der Beratungen zusammen. Kinder würden nun einmal überwiegend mit dem Auto gebracht und sollten nicht an einer viel befahrenen Straße herausgelassen werden. „Die dann auch noch dicht geparkt werden würde“, warf Frithjof Hellwege (SPD) ein. Erfahrungen aus anderen gemeindlichen Kindergärten zeigten jedenfalls, dass auf die 19 nunmehr angedachten Parkplätze keineswegs verzichtet werden sollte.

Ob am Ende womöglich noch weniger Stellflächen vorhanden sein werden – es wurde angeregt, die Plätze für Eltern mit Krippenkindern zu verbreitern – oder nicht, das sei im Moment doch noch gar nicht die Frage, meldete sich CDU-Fraktionschef Dirk Lange zu Wort. Da die Parkplätze ohnehin erst nach Erschließung der Straße angelegt würden, könne man alles Weitere auch noch später konkretisieren. „Wir müssen uns nun aber endlich auf den Weg machen.“

Verwaltung arbeitet unter Hochdruck

In der Tat arbeitet die Verwaltung unter Hochdruck an dem Neubau, „eigentlich schon, seitdem wir vor zwei Jahren die gemieteten Krippencontainer haben aufstellen lassen“, so Rathausmitarbeiter Stefan Behrens. Auf die aus dem Publikum gestellte Frage, zu wann denn mit dem Bau begonnen werden könne, antwortete der nur: „So schnell wie möglich.“

Dass der mit zwei Pultdächern versehene Baukörper wegen seiner exponierten Lage „auch optisch ansprechend“ sein solle, so wie Drees das Ziel erläuterte, sei aus Sicht von Hans-Jürgen Conrad (CDU) zweitrangig. „Klar, wir müssen von den 2,5 Millionen runter, aber bitte nicht auf Kosten der Innenausstattung“, so der Wohlsdorfer. „Qualität findet sich nun mal nicht in der Hülle wieder, sondern in der Ausstattung und dem Personal.“

Diesen Gedanken griff Peggy Miesner, Conrads Fraktionskollegin, nicht nur auf, sie sponn ihn auch noch weiter, indem sie dafür plädierte, im Zuge des Neubaus andere gemeindliche Kindergärten nicht „hinten runterfallen“ zu lassen. „Wir haben teilweise 50 Jahre alte Kitas, in denen die Ausstattung nicht mehr modernen Ansprüchen Genüge tut und wo Handlungsbedarf besteht“, so die Rechtsanwältin. Das dürfe nicht vergessen werden. Dafür erntete die Ratsfrau Applaus – nicht von ihrer Fraktion, sondern von der SPD/UGS-Gruppe.

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