Gemeinde Scheeßel will sich in Zukunft auf den Frühlingsmarkt konzentrieren

Herbstmarkt ist Geschichte

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Beim Herbstmarkt war in den vergangenen Jahren immer weniger los. Die Gemeinde-Verwaltung hat nun reagiert.

Scheeßel - Von Matthias Röhrs. Die Gemeinde Scheeßel stellt ihren Herbstmarkt ein. Da die Besucherzahlen schon seit langem rückläufig sind, soll es ab dem kommenden Jahr an der Beeke nur noch im Frühling einen Jahrmarkt geben. Einen Nachteil sieht die Gemeinde-Verwaltung dadurch nicht.

Es war absehbar: Wer in diesem Jahr über den Scheeßeler Herbstmarkt laufen wollte, hatte nur einen kurzen Spaziergang vor sich. Nur wenige Aussteller hatten sich Ende September auf die Zevener Straße verirrt. Nur drei Fahrgeschäfte gab es in diesem Jahr. Der Autoscooter, eine Hauptattraktion und zusätzlicher Impuls, den Markt überhaupt zu besuchen, fehlte.

Die Gemeinde-Verwaltung beschloss, zu handeln: „Aufgrund des immer geringer werdenden Besucherzuspruchs wurde vom Verwaltungsausschuss einstimmig entschieden, ab dem kommenden Jahr auf diese Veranstaltung zu verzichten“, erklärte Stefan Behrens, Fachbereichsleiter für Inneres, Schulen und Kultur im Rathaus, auf Nachfrage der Kreiszeitung.

Eine Entscheidung, die sich angedeutet hatte, denn im Scheeßeler Rathaus hat man schon länger über diese Lösung nachgedacht. „Wir beobachten diese Entwicklung seit mehreren Jahren“, sagt Behrens. Bis zum vergangenen Herbstmarkt im September. Behrens: „Das war der letzte Schubser.“

Die Entwicklung des Jahrmarktes sei nicht weiter vorangegangen. Viele Schausteller führen mittlerweile lieber zu anderen Märkten. Auch ihre Anzahl sei in den vergangenen Jahren deshalb stark rückläufig gewesen, „weil sich die Fahrgeschäfte meist unter mehreren Veranstaltungsorten den auswählen, der finanziell am attraktivsten ist“, so Behrens.

In den Jahren 2012 und 2013 hatten sich jeweils 17 Schausteller um einen Standplatz beim Herbstmarkt beworben. In den vergangenen Jahren 2014 und 2015 waren es nur noch acht beziehungsweise neun Betreiber.

Das ist auch dem Vorsitzenden des Scheeßeler Gewerbevereins (GVS), Hauke Hollmann, nicht verborgen geblieben. Er kann diesen Schritt der Gemeinde-Verwaltung nachvollziehen: „So wie der Markt in diesem Jahr gelaufen ist, war es eine Blamage für den Ort.“ Bitter sei es gewesen. Auch er plädiert, lieber eine Veranstaltung richtig gut zu machen. „Besser eine gute Sache, als zwei schlechte“, sagt er. Dennoch findet er es schade, dass man in Scheeßel zukünftig verzichten muss. „Gerade Familien, die sonst nirgendwo hin können, gehen zum Jahrmarkt“, sagt der GVS-Chef.

Man hätte diskutiert, wie der Herbstmarkt fortgeführt werden könnte, berichtet Behrens – beispielsweise mit externen Partnern. Doch mittlerweile habe Scheeßel eine hohe und gut frequentierte Veranstaltungsdichte wie dem Halloween-Shopping oder Feste im privaten Bereich wie beispielsweise von Vereinen. „Deswegen wird der Herbst in Scheeßel keine ‚Veranstaltungsbrache‘ werden“, so Behrens.

Stattdessen habe man sich entschieden, den Frühjahrsmarkt im April zu stärken. Auch, um der Konkurrenz im Herbst zu entgehen. Der sei mit Veranstaltungen überladen.

In der Richtung hat man an der Beeke bereits die ersten Wege beschritten, als parallel zum Markt im Frühjahr erstmals der Spargelmarkt auf dem Untervogtplatz stattfand. „Da ist die Resonanz ganz gut gewesen“, sagt der Verwaltungsmann, der den Eindruck hat, dass die Besucher im Frühjahr froh sind, nach dem Winter aus dem Haus zu kommen.

Hollmann teilt Behrens‘ Einschätzung, dass ein Jahrmarkt alleine keine großen Besucherscharen anziehen kann. Allerdings glaubt er, dass eine Kirmes im Sommer sinnvoller sei. Das Spargelfest könne auch für sich stehen. Für einen Sommermarkt schlägt der GVS-Vorsitzende einen kombinierten Blumen- oder Bauernmarkt vor.

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