Gemeinde lässt nach Ratsbeschluss am Donnerstag die sechs strittigen Bäume fällen

Fakten schaffen im Hau-Ruck-Tempo

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Nach dem Ratsentscheid von Donnerstagabend ließ die Gemeinde schon kurz darauf die Bäume fällen.

Scheeßel - Wer am frühen Samstagmorgen zufällig im Kernort unterwegs war, mochte seinen Augen kaum trauen: Schweres Gerät auf dem Untervogtplatz, die Friedrichstraße komplett gesperrt, eine gute Handvoll Arbeiter mit Treckern, Anhängern und Motorsägen dabei, die sechs noch vor morgens acht Uhr gefällten Bäume zügig zu zerlegen und abzufahren.

Dort, wo noch am Vorvorabend heftige Diskussionen unter Beteiligung der Öffentlichkeit um den Verbleib der strittigen sechs Bäume geführt worden waren, die für die Umsetzung des Plans zur Platzumgestaltung durch den Landschaftsarchitekten Niels Blatt weichen mussten, prangen am Samstagmorgen nur noch Baumstümpfe. „Endlich Zeit, dass was passiert, hat ja lange genug gedauert“, meint eine Passantin. Eine andere, die ebenfalls nicht namentlich genannt werden will, schüttelt den Kopf: „Typisch Scheeßel: Wenn‘s unbequem wird, werden schnell Fakten geschaffen – das kennt man ja!“

Baumfällaktion in Scheeßel

Die zügige Baumfällaktion am Wochenende – wie so oft ein Kalkül der Gemeinde, unliebsame Maßnahmen unter möglichst geringer Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit über die Bühne zu bringen? Fakt ist: Mit dem Mehrheitsbeschluss im Gemeinderat ist die Entsorgung der Bäume im Kernort völlig legitim. Indes: Für viele Bürger bleibt ein Geschmäckle ob der zügigen Umsetzung, keine 40 Stunden später. Anwohner seien von der Aktion vor ihrer Haustür nicht informiert worden, heißt es von einem Anlieger.

Bernd Braumüller, Betreiber des direkt an den Platz angrenzenden Gasthauses Götze und entschiedener Gegner der Fällaktion, möchte sich auf Nachfrage unserer Zeitung nicht (mehr) äußern. Er wird sich an den neuen Blick gewöhnen müssen – wie viele andere Scheeßeler auch.

hey

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