Das Geld sitzt wieder locker

Scheeßeler Bauernmahl spült 850 Euro in die Baumkasse

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Die Apfeltorte der Bürgermeisterin ist gesichert: Käthe Dittmer-Scheele überreicht unter den Augen von Bauamtsleiter Joachim Könken (Mitte) Gemeindemitarbeiter Carsten Grieb ihre Pacht für den Leehopweg.

Scheeßel - Von Wieland Bonath. Alles geklärt: Käthe Dittmer-Scheele, Bürgermeisterin der Beeke-Gemeinde, kann in diesem Jahr lieben Freunden und Bekannten eine Torte von „ihrem“ Apfelbaum kredenzen.

Ein Baum, der am Leehopweg steht und 2018 der Verwaltungschefin gehört. Ein Pachtvertrag nach einem uralten Scheeßeler Ritual, der Wegeversteigerung in und um Scheeßel, in den Dörfern, die zu der Beeke-Gemeinde gehören und die sich durch die Feldmark schlängeln: 33 Wege vom Finteler Weg („Willi Weg“), über den Viehdamm, den Bartelsdorfer Kirchweg, den Moorhofweg bis hin zum Westerwiesenweg.

Am Sonnabend war es bei Stahmleder („Zum Treffpunkt“) wieder einmal soweit: Die Gemeinde verpachtete nach langer Tradition im Rahmen des Bauernmahls für die kommenden zwölf Monate Wege an ihre Bürger. Dazu Apfel- und Birnbäume für die Pächter.

Geschäfte in „Üro“ abgewickelt

Neben der Bürgermeisterin hatte sich in diesem Jahr noch eine Dame in die „Männerdomäne“ von etwa 40 Bietern gewagt. Zum Ersten, zum Zweiten, zum Dritten – die Leitung der Wegeversteigerung hatte auch diesmal Dittmer-Scheele übernommen. Platt war die „Geschäftssprache“. Ein kleinerer Teil der Besucher musste allerdings ins Hochdeutsche ausweichen – auch in Scheeßel sind nicht mehr alle Bürger im Plattdeutschen sattelfest.

Die Versteigerung lief nach bekanntem Prozedere ab: Nach kurzer Präsentation der Wege mit ihren Bäumen die Pachtgebote, die sich für das Jahr um 30 Euro bewegten, wobei die spezielle Währung für diesen Abend „Üro“ hieß. Zwischendurch gab es immer wieder einen Grund für eine Runde Grog, zum Beispiel, wenn sich „die Neuen“ kurz vorstellten und mit herzlichem Applaus begrüßt wurden.

Käthe Dittmer-Scheele kennt die Gemeinde und gab zu den Wegen fundierte Informationen. Zum Beispiel, dass der künftige Pächter des Westerwiesenweges einen besonderen „Fang“ machen werde, weil hier „Glasfaser verlegt wird“.

Geld für Baumpflanzungen

Nach etwa einer Stunde verkündete die Bürgermeisterin: „So, Lued, dat war’s.“ Die Pachtsumme belief sich in diesem Jahr auf 793 Euro, 609 Euro waren es im Jahr zuvor. Die Sparkasse ließ es sich nicht nehmen, den Betrag für das Sonderkonto der Verwaltung – das Geld ist für Baumpflanzungen bestimmt – auf 850 Euro aufzurunden.

Der zweite Teil des Abends gehörte wieder den Landwirten, Waldbesitzern und Jägern. Dabei wurde Wolfgang Bassen für die kommenden vier Jahre in seinem Amt als Vorsitzender der Jagdgenossenschaft bestätigt, genau wie die anderen Mitglieder des Vorstandes.

Besonders wurde in dem Jahresbericht und der kurzen Diskussion auf das Schwarzwild eingegangen. Wachsende Schäden werden durch immer größere Populationen verursacht, hervorgerufen durch den starken Maisanbau. Einer der Besucher forderte eine praktikable Lösung: „Wir Jäger können nicht jedes Schwein schießen.“

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