Gefühle kennen keine Nationalität

Scheeßler Grundschüler erstellen eigenen Film

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Jango Erhardo Schulz beeindruckte die Schüler mit meisterhafter Gesichts- und Körperbeherrschung.

Scheeßel - Kinder, die sich im Crash-Kurs das Einmaleins des Grimassenschneidens beibringen lassen, während andere wie die Profis Storyboards skizzieren oder die ein oder andere Filmsequenz abdrehen, und das im internationalen Team: Ein Hauch von Hollywood weht diese Woche durch die Grundschule Scheeßel.

Ein ehrgeiziges Projekt haben Erika Mlayah-Petersdorf und ihre Mitstreiter auf die Beine gestellt. Bei der Auftaktveranstaltung für Schüler und Lehrer tummeln sich dieser Tage mehr als 30 Teilnehmer aus Scheeßel, Griechenland, Schweden und Slowenien in der Aula und im Musikraum, um das erste von vier Modulen im Rahmen des Erasmus-Projekts „Europa filmt Europa“ in die Tat umzusetzen.

Gar nicht so einfach, sich gemeinsam auf eine Handlung des geplanten Filmclips zum Thema Ängste zu verständigen, wenn man keine gemeinsame Sprache spricht. Damit es trotzdem gelingt, hatte Petersdorf eingangs den Pantomimen und Clownsausbilder Jango Erhardo Schulz ins Boot geholt. Schon bei seiner Show für eine breite Schülerschaft setzt der selbst ernannte „Körperkomödiant“ aus Hannover auf Mitmachen und Interaktion, holt bei seinen Übungen immer wieder Kinder auf die Bühne. Später sind dann vor allem die Teilnehmer der Medien-AG und die Gäste gefragt, ihre Gefühle durch Gestik und Mimik auszudrücken – eine Fertigkeit, die sie am Nachmittag beim Dreh brauchen werden. 

Wie bei den Profis

Schulz hat keine nationalen Unterschiede beobachtet: „Aus allen Ländern waren Schüler dabei, die sehr expressiv Gefühlszustände durch Mimik ausdrücken können und andere, die es erst noch lernen müssen – das ist Charaktersache.“ Der Drittklässler Moritz Wandmacher gehört klar zu Ersteren; während er und seine Klassenkameradin Pia Stroh durch die Reihen gehen, raten die Zuschauer: „Neugierig?“, „Happy?“, „Schüchtern?“ schallt es durch den Raum. Um eher negative Gefühle geht es beim Film, der in den folgenden Tagen entsteht. Um die Andeutung von Mobbing wird es gehen, da sind sich die bisher drei Nationalitäten einig (die Maschine der griechischen Delegation ist da noch im Nebel stecken geblieben).  Dabei geht es zu wie bei den Profis: Während eine Gruppe sich um die Requisite kümmert, beschäftigt sich das „Storyboard“-Team mit Kameraeinstellungen und Close-Ups. 

Präsentation am Freitag

Wieder andere haben sich mit der Kameratechnik fit machen lassen – Lehrerin Ilka Eilers, die die Medien-AG an der Grundschule leitet, hat Unterstützung vom Rotenburger Multimediazentrum, das Kameras und Stative zur Verfügung stellt, später wird ein Schnitt-Profi aus Osterholz-Scharmbeck hinzukommen. Matic Cadaj, Leiter der slowenischen Delegation, ist begeistert: „Bis jetzt war das eine tolle, intensive Erfahrung.“

Am Freitag werden um 16 Uhr in der Aula die filmischen Ergebnisse präsentiert. Dazu sind alle Interessierten ausdrücklich eingeladen. Der Eintritt ist frei. Dem fünftägigen Auftakt bei der Grundschule Scheeßel als Gesamtkoordinator folgen weitere gemeinsame Module mit Besuchen in den drei anderen Ländern.

hey

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