Bei Routineuntersuchung

Gefahr im Wildschwein-Fleisch - erstmaliger Fund von Trichinen im Kreis

Der Parasit unter dem Mikroskop. Foto: Landkreis
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Der Parasit unter dem Mikroskop.

Scheeßel/Fintel – Im Comic sieht es so einfach aus: Obelix hat Hunger, geht in den Wald, haut ein Wildschwein um und schon steht einem Grillfest nichts mehr im Wege. Davon ist in der Realität aber abzuraten, können die Tiere doch von Trichinen befallen sein. Diese zählen zur Gattung der Fadenwürmer und können auch für den Menschen gefährlich werden.

Ende Mai ist der Parasit namens „Trichinella pseudospiralis“ erstmals auch im Landkreis Rotenburg im Fleisch nachgewiesen worden – bei einer routinemäßigen Untersuchung einer Wildschweinprobe aus dem Raum Scheeßel/Fintel. Das gab der Landkreis am Freitag in einer Pressemitteilung bekannt. 

Beim Menschen, heißt es darin, könne er zu milden bis schweren Erkrankungen wie Durchfall, Fieber, Muskelschmerzen und Herzmuskelentzündungen führen. Der Mensch infiziere sich durch den Verzehr von rohem oder ungenügend erhitztem trichinösen Fleisch oder daraus hergestellten Produkten, wie Rohwurst oder Rohschinken. Aus diesem Grund würden alle Wild- und Hausschweine durch den Landkreis routinemäßig auf Trichine untersucht.

Fadenwürmer werden sehr selten gefunden

Die mikroskopisch kleinen Fadenwürmer ließen sich mit einer speziellen Analyse, der sogenannten Disgestionsmethode nachweisen. „Das Ergebnis der positiven Probe wurde durch das nationale Referenzlabor des Bundesinstitutes für Risikobewertung (BfR) bestätigt und ein sehr hoher Gehalt der Spezies ,Trichinella pseudospiralis‘ ermittelt“, heißt es in der Mitteilung.

Wenn auch selten gefunden, würde dieser Nachweis die Bedeutung der Untersuchung von Wildschweinen auf Trichine zeigen, teilt der Landkreis im Weiteren mit. Durch den hohen Gehalt des Parasiten hätte ein Verzehr von unerhitztem Fleisch dieses Wildschweines mit Sicherheit zur Erkrankung von Menschen geführt. Bei mehr als 800.000 erlegten Wildschweinen in Deutschland im Jahr 2018 seien 22 Trichinennachweise jedoch ein eher seltener Befund.

„Niedersachsen hatte im vergangenen Jahr keinen Nachweis. Das erlegte, Trichinen-positive Wildschwein zeigte im lebenden Zustand keine Krankheitserscheinungen“, heißt es abschließend aus dem Kreishaus.

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