Alte Fenster im Grundschultrakt auf dem Kreuzberg sollen nicht vor 2019 erneuert werden

Gefahr gebannt – provisorisch

An den Fenstern von insgesamt acht Klassenräumen nagt der Zahn der Zeit – im kommenden Jahr, wenn die Politik es denn so will, sollen sie gegen neue Exemplare ausgetauscht werden. - Fotos: Warnecke

Scheeßel - Von Lars Warnecke. Manchmal, da kommt die Gefahr einfach durch das Fenster. Beim Wohnungseinbruch zum Beispiel. Manchmal aber ist das Fenster auch gleichzeitig die Gefahr – so wie an der Grundschule Scheeßel. Wollte man hier, in den Klassenräumen auf dem Kreuzberg, Lüften, gestaltete sich das Öffnen der Kippfenster zuletzt als ein für Leib und Leben reichlich riskantes Unterfangen. Grund: Die Halterungen sind in die Jahre gekommen, sprich: ausgeleiert.

Für Markus Meyer begann das Jahr arbeitsreich. An sämtlichen Fensterrahmen, alle noch aus Holz, hat der Hausmeister sich in den vergangenen Wochen zu schaffen gemacht, hat die nicht mehr einwandfrei funktionierenden Klickschutzvorrichtungen mit Spanngurten fixiert – in acht Klassenräumen. Als Provisorium, sozusagen. „Das hält jetzt erst mal für eine Weile“, verspricht der Westerveseder.

Das muss es auch. Denn vor 2019, so sieht man im Scheeßeler Rathaus die Prioritäten, dürfen Schüler, Lehrer und Schulleiterin Meike Nerding-Ehlbeck eh nicht mit einem Komplettaustausch der aus der Zeit gefallenen und wahrlich nach heutigen Maßstäben nicht mehr energieeffizienten Fenster rechnen.

Letztere mochte sich bis vor Kurzem gar nicht ausmalen, was alles hätte passieren können. In einem unbeobachteten Moment zum Beispiel, wenn ein Kind sich weit nach außen gelehnt hätte, um den Griff eines sperrangelweit offenstehenden Fensters in die Finger zu bekommen. „Das hat mich schon beschäftigt, seit ich hier als Schulleiterin angefangen habe“, sagt sie. Vier Jahre sei das her.

Dass Nerding-Ehlbeck an einer schnellen Lösung gelegen ist, äußerte sie schon auf einer Schulausschusssitzung. Damals, im vergangenen Herbst. Doch trotz ihres Hinweises eines Gefahrenpotenziales, das von den Fenstern ausginge, sollten, so war es im Investitionsprogramm der Gemeinde für das nunmehr kommende Jahr vorgesehen, doch erst einmal die Duschen der Turnhalle eine umfangreiche Sanierung erfahren. „Da musste ich wirklich schlucken“, erinnert sich die Rektorin. „Klar, die Duschen sehen auch nicht schick aus, aber wenn schon so viel Geld auf den Tisch gelegt wird, sollten doch als Erstes die Fenster dran sein.“ Verständlich, dass sie dabei in erster Linie an ihre Schülerschaft denkt – vor allem, weil niemand unter ihr die Duschen nach dem Sportunterricht nutzen würde, ganz im Gegensatz zu den auswärtigen Nutznießern.

Lange Rede, kurzer Sinn: Die Gemeindeverwaltung hat ein Einsehen und die Sortierung der Prioritäten neu überdacht, wie Stefan Behrens, für den Bereich Schulen verantwortlich, bestätigt. „Wir sind schon dabei, entsprechende Angebote für einen Austausch der Fenster einzuholen“, sagt der Rathausmitarbeiter. In einer nächsten Schulausschusssitzung werde man das Thema den Politikern zur Beratung vorlegen. „Unser Ansinnen ist es jedenfalls, dass ein Neueinbau parallel zu den Duschen haushaltsrechtlich vorgenommen werden kann“, so Behrens.

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