Beifuß-Ambrosie droht sich in Scheeßel weiter auszubreiten

Gefahr für Allergiker wächst

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Große Unsicherheit herrscht nach wie vor im Umgang mit der hoch allergenen Pflanze Ambrosia, die sich auch hierzulande immer mehr breitmacht.

Scheeßel - Von Lars Warnecke. Sie schaut aus wie ein Mauerblümchen, ist aber ein echter Allergikerschreck: Mit ihren unscheinbar kleinen Blüten bleibt die Beifuß-Ambrosie meist unbeachtet. Doch das allergene Potenzial dieser Pflanze ist nach neuesten Forschungsergebnissen größer als das aller Gräser und Gehölze Mitteleuropas zusammen.

In bundesweit mehr als 260 Landkreisen, so die Scheeßel-SPD, hat sich die Pflanze schon breitgemacht. Auch der Beeke-Ort sei inzwischen betroffen. Demnach sei erst in diesem Sommer ein etwa 250 Quadratmeter großer Rein-Bestand inmitten des Ortes gesichtet worden, lässt Jürgen Wahlers, Vorsitzender des Ortsvereins, wissen – auf einer Baulücke an der Ampelkreuzung Mühlenstraße / Bremer Straße. 

Das Vorkommen, sagt er, sei zweifelsohne auf eine Ansaat mit Wildblumen zurückgegangen. „Ambrosia wird trotz seiner seit längerem bekannten allergenen Wirkung bis heute zwar vor allem unbeabsichtigt als Verunreinigung von Vogelfutter durch den Menschen in Mitteleuropa und auch in Deutschland ausgebreitet, vielfach aber auch, wie der Fall in Scheeßel deutlich zeigt, als Beimischung von Wildblumen-Saatgut-Mischungen.“

Zunahme von Allergien könnte an Beifuß-Ambrosie liegen

Häufig würden im Fachhandel deshalb heutzutage bereits Saatgut- und Vogelfuttermischungen angeboten, die entsprechend gereinigt sind. „Hierdurch wird die Gefahr der unbeabsichtigten Einschleppung erheblich reduziert, die Verwendung solcher Mischungen ist deshalb sehr zu empfehlen“, so Wahlers.

Eine eventuelle Zunahme allergischer Erkrankungen mit Heuschnupfen-Symptomen könnte zumindest theoretisch an der Beeke durch das Ambrosia-Vorkommen verursacht worden sein. „Ärzte und Apotheker sollten künftig auf alle Fälle darauf vorbereitet sein, Ambrosia-Patienten auch in Scheeßel behandeln zu müssen“, heißt es seitens der SPD. 

Verwechslungsgefahr mit  Echtem Beifuß

Bei einem Vorkommen der Pflanze unmittelbar im Seitenraum einer viel befahrenen Bundesstraße, wie das in Scheeßel der Fall sei, sollte sie noch vor Beginn der Blütezeit entfernt werden. Denn: wissenschaftliche Erkenntnisse hätten gezeigt, dass sich die allergischen Reaktionen auf Ambrosia-Pollen vor allem in Zusammenwirkung mit Stickstoffdioxid nochmals deutlich verstärken würden.

Da Ambrosia ferner leicht mit häufigeren einheimischen Arten wie dem Echten Beifuß verwechselt werden könne, möchte der Ortsverein der Öffentlichkeit in fraglichen Fällen künftig beratend zur Seite stehen (E-Mail an info@spd-scheessel.de). „Auch und gerade Bürgern sowie Gemeinden, die im Blick auf das derzeit viel diskutierte Insektensterben Wildblumenansaaten an privaten und öffentlichen Wegen durchführen möchten“, betont Wahlers.

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