110 Gäste genießen traditionelles Heringsessen beim Männerchor Scheeßel

Mit Musik und Matjes

Musikalische Begrüßung vom Gastgeber: Der Männerchor zeigte sich in Bestform.
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Musikalische Begrüßung vom Gastgeber: Der Männerchor zeigte sich in Bestform.

Scheeßel - Von Hannelore Rutzen. Die Mitglieder des Männerchors Scheeßel hatten alles bestens vorbereitet: Auf dem Saal im Scheeßeler Hof waren die Teller eingedeckt, daneben das Besteck. Salz stand ebenso bereit wie Butterpäckchen. Das Allerwichtigste: unzählige Schalen, gefüllt mit Pellkartoffeln, und kleine Plastikeimerchen mit eingelegten Heringen und Zwiebeln. Zum 116. Mal lud der Männerchor Scheeßel am Samstagabend zum Heringsessen.

„Ich freue mich, dass wir diese Tradition immer noch und mit großem Vergnügen durchführen“, erklärt Vorsitzender Karsten Volckmer. Früher hätten die Frauen der Sangesbrüder den Matjeshering noch selbst zubereitet. Dazu nahmen sie die frischen Heringe aus und legten sie ein. Nach ein paar Tagen Reife verarbeiteten sie sie weiter, schnitten Zwiebeln dazu und stellten die Soße her. Dazu gab es Pellkartoffeln, die standesgemäß von den Männern selbst gepellt werden mussten. Irgendwann vor dem Ersten Weltkrieg, so Volckmer weiter, sei das gemeinsame Mahl mit anschließendem Tanzvergnügen eingeführt worden – und habe sich bis heute in dieser Form gehalten.

Bevor es aber mit dem Gaumenschmaus losging, begrüßten die Männer ihre Gäste mit drei echten Chorliedern. „O Täler weit, o Höhen“, „Wer hat dich, du schöner Wald“ und ein rheinisches Fuhrmannslied sangen sie aus voller Brust. Den Chor dirigierte an diesem Abend Andreas Winterhalter, nachdem Chorleiter Thomas Streit plötzlich erkrankt war.

110 Gäste in festlicher Abendgarderobe konnten die sangesfreudigen Herren zu dieser traditionellen Veranstaltung begrüßen. Für die Stimmung und Tanzmusik sorgte die Band „Skylight“ aus Bremen.

Als Überraschungsgäste wirbelten acht junge Frauen auf dem Einrad über das Parkett. Die Gruppe „Uni4cycle“ kam vom TuS Waffensen. Deren Mitglieder zeigten Figuren und Sprünge, bildeten Kreise, Mühlen, sprangen sogar über ein Seil und drehten Hula-Hoop-Reifen.

Mit viel Beifall verabschiedeten die Mitglieder des Männerchores und ihre Gäste die gut trainierten Sportler mit ihren interessanten Übungen. Bis in den frühen Morgen wurde danach getanzt.

hr

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