Fuhrenkamp wird saniert

Arbeiten für den Endausbau von Scheeßels Rumpelpiste laufen

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So sah es am Donnerstag noch aus am Fuhrenkamp. Inzwischen ist das erste Teilstück gesperrt, die Baufirma hat mit den Fräsarbeiten begonnen.

„Un nu geiht dat los“, um es auf Platt zu sagen. Seit Donnerstag laufen die Arbeiten für den Endausbau von Scheeßels berühmt-berüchtigtster Rumpelpiste. Der Fuhrenkamp, die Haupterschließungsstraße für die inzwischen weitestgehend gefüllten Wohnbaugebiete zwischen Ostlandsiedlung und der L130, wird von Grund auf saniert. Ohne Umleitungsverkehr wird das Ganze aber nicht funktionieren können.

Scheeßel – Beinahe pausenlosen Baulärm, den kennen die Alteingesessenen unter den Anwohnern – und das seit Jahren, seitdem sich mit den privaten Häuslebauern ein neuer Nachbar nach dem nächsten hinzugesellt hat. Mit den in den Händen der Gemeinde liegenden Baugebieten, die Namen tragen wie „Vor dem Varel I“, Vor dem Varel II“ und „HelLa“, ist im Laufe der Zeit in Scheeßel, nahe der Ostlandsiedlung, ein komplett neuer Ortsteil entstanden – mit dem 530 Meter langen Fuhrenkamp als Hauptzuwegung. Diese erhält nun endlich nicht nur eine neue Asphaltschicht nebst Plateau-Aufpflasterungen zur Tempodrosselung auf Höhe der Einmündungsbereiche, sondern bei der Gelegenheit auch noch, mit Blickrichtung zur Landstraße, zusätzlich einen 1,50 Meter breiten Fußweg. Darüber hinaus werden der im Zuge der Baugebiete neu geschaffene Tostedter Weg und der Güstrower Weg, beides bisher noch provisorische Schotterstraßen, gepflastert.

Schnell gemacht ist das natürlich nicht. Mindestens ein halbes Jahr, sagt Joachim Köhnken von der Gemeindeverwaltung, also bis Ende Februar, habe man für die komplette Maßnahme einkalkuliert. „Wobei sich das witterungsbedingt natürlich noch nach hinten verschieben kann.“ Köhnken ist Leiter des Fachbereichs Bau und Planung, hat gemeinsam mit seinem Kollegen Tim von Elling das 900 000 Euro teure Projekt maßgeblich ausgetüftelt.

Dies ist in drei Bauetappen unterteilt und gelangt, nachdem es schon seit Längerem in der Büroschublade der beiden gelegen hat, vom Papier nun zur Umsetzung. „Das wird ohne ungehindertes Durchkommen wegen der Bautätigkeiten aber nicht klappen“, macht Planer Tim von Elling auf die Einschränkungen für die vor Ort lebenden Alt- und Neubürger aufmerksam. So sei für die erste anstehende Bauphase, die wie alle anderen auch gut zwei Monate andauern soll, mittlerweile der Straßenbereich zwischen der nördlichen Einmündung zum Wichelweg und der Ostlandsiedlung für den Verkehr voll gesperrt worden. Von der Außenwelt abgeschlossen sind die Anwohner aber natürlich nicht: Jene aus dem Teterower Weg gelangen zunächst noch über den Tostedter Weg auf den baustellenfreien Teil des Fuhrenkamps und dann auf die Landstraße. Vergleichsweise bequem haben es vorerst auch noch die Bewohner des sichelförmigen Wichelweges: Sie nehmen einfach über die noch nicht gesperrte südliche Einmündung die Ausfahrt, oder fahren als Alternative über den Eschenweg.

Für die „Ostlandsiedler“ bringt der Baustart derweil die größte Umgewöhnung mit sich – und das über das gesamte halbe Jahr. Ihnen bleibt nichts anderes übrig, als den großen Bogen zu schlagen, und zwar über den durch Varel führenden, teilasphaltierten Feldweg hin zur B 75. Der ist selbstredend aus beiden Richtungen befahrbar – nur wirklich breit ist die Umleitungstrasse mit ihren drei Metern nicht. Immerhin: „Wegen dem dort zu erwartenden Begegnungsverkehr wollen wir noch mit Schotter provisorische Ausweichstellen machen“, erklärt von Elling. Bevor später, wenn es weiter Richtung Landstraße in die zweite Phase geht, müssten schließlich alle über den Varel fahren. „Solange können wir jetzt noch ein bisschen Erfahrungen sammeln.“

Die unmittelbaren Anwohner des Fuhrenkamps, die quasi vom Küchenfenster aus dabei zusehen konnten, wie die neuen Wohnhäuser wie Pilze aus dem Boden schossen, nehmen das Ganze relativ gelassen. Oder doch nicht? Joachim Köhnken jedenfalls weiß auch von jenen zu berichten, die ihre Sorge an ihn herangetragen hätten, dass sie für die nächsten zwei Monate womöglich nicht mehr auf ihre Grundstücke kämen. „Keine Angst“, beschwichtigt er. „Der Anliegerverkehr bleibt bis vielleicht mal für ein, zwei Tage immer gewährleistet.“ Entsprechende Infozettel seien an die betroffenen Haushalte inzwischen auch verteilt worden.

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