Generalentwässerungsplan

Für eine gesetzeskonforme Entwässerung: Wohlsdorf bekommt ein Regenrückhaltebecken

Auf einer Fläche von rund 5 000 Quadratmetern wird das Wohlsdorfer Regenrückhaltebecken mit seinen drei Einleitpunkten entstehen – unmittelbar neben einem Bolzplatz.
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Auf einer Fläche von rund 5 000 Quadratmetern wird das Wohlsdorfer Regenrückhaltebecken mit seinen drei Einleitpunkten entstehen – unmittelbar neben einem Bolzplatz.

Wohlsdorf –Wohlsdorf soll ein Regenrückhaltebecken bekommen. Nein, die 380-Seelen-Ortschaft muss sogar eins bekommen, möchte man die gesetzlichen Vorgaben, welche über die Jahre und Jahzehnte eben nicht laxer geworden sind, noch erfüllen. Das ist das Ergebnis aus dem Generalentwässerungsplan, den die Gemeinde Scheeßel auf Geheiß des Landkreises hat aufstellen lassen – für Wohlsdorf wie auch für alle Beeke-Dörfer. Auf die Details zum bereits im Juni genehmigten Bau der Anlage kam in der jüngsten öffentlichen Ortsratssitzung Birgit Gramkow von der Verwaltung zu sprechen – und das nicht ohne von zahlreichen Fragen aus dem Publikum „gelöchert“ zu werden.

Was die Fachbereichsleiterin Bau und Planung gleich zu Beginn klarstellte: „Die Entwässerung in Wohlsdorf läuft, es säuft also niemand ab.“ Zwar funktioniere die Einleitung des Wassers durch zwei Gräben (den sogenannten Fuchsberg-Graben und den Graben auf dem schwarzen Lande) in irgendwelche Vorfluter praktisch einwandfrei, rein rechtlich sei diese Entwässerungsmethode heutzutage aber nicht mehr zu untermauern. Gewisse Vorgaben, zur Drosselung der Fließgeschwindigkeit etwa oder zur jeweiligen Einleitungsmenge, gelte es inzwischen zu berücksichtigen. Und Letztere, erläuterte Gramkow vor den rund 30 Zuhörern, müsse für die Ortschaft im Vergleich zum Ist-Zustand unbedingt begrenzt werden. Dies sei das Ergebnis einer detaillierten Untersuchung, die unter anderem das Speichervolumen der bestehenden Regenwasserkanäle mit berücksichtigt habe wie auch der Verdunstungsgrad. Statt der bisher zwei Einleitpunkte bräuchte die Ortschaft so drei. Durch die Ortslage sei es daher notwendig, ein Regenrückhaltebecken am Wohlsdorfer Bolzplatz zu errichten – auf einer Fläche von 5 000 Quadratmetern in naturnahem Zustand. „Die Büsche und Bäume drumherum würden entsprechend erhalten bleiben“, versicherte die Verwaltungsfrau. Da die Gemeinde an anderer Stelle erst noch zwei weitere Becken bauen müsse, sei mit einer Umsetzung des Wohlsdorfer Projekts frühestens 2023 zu rechnen.

Skeptikern, die bereits jetzt ihre angrenzenden landwirtschaftlichen Flächen von einem Überstau gefährdet sehen, entgegnete Gramkow, dass es den Berechnungen zufolge gar nicht erst dazu kommen könne. „Bei einem Fassungsvermögen von knapp 10 000 Kubikmetern wird das Becken sicher nie ganz voll sein.“

Verwaltungsmitarbeiterin Birgit Gramkow (r.) erläutert in der Ortsratssitzung die Pläne.

Fragen nach möglichen Anliegergebühren machten die Runde. Dazu teilte Bürgermeisterin Käthe Dittmer-Scheele (CDU) mit, dass die Kosten, man bewege sich hier in einem Rahmen zwischen 250 000 und 360 000 Euro, einzig und allein über den Gemeindehaushalt abgewickelt würden. „Die Baukosten gehen aber immer höher – wir werden es verwaltungsseitig daher nochmal schätzen lassen.“ Was die Pflege der naturnahen Anlage betrifft, sei dafür später ebenso die Gemeinde zuständig – und die sei unbedingt auch regelmäßig durchzuführen, gab Gramkow bekannt. „Ansonsten hätte man dort ganz schnell ein Biotop – dann könnte man später gar nichts mehr machen.“

Ob denn mit dem Generalentwässerungsplan sonst noch bauliche Veränderungen im Dorf vonnöten seien, wollte ein Einwohner wissen. Dazu erläuterte die Rathaus-Mitarbeiterin: „Es gibt nur das Regenrückhaltebecken – und das ist dann, sollte man zu einem künftigen Baugebiet kommen, in dem möglicherweise nicht versickert werden kann, schon gleich mit Reserven ausgestattet.“

Zur Lage als solche bemerkte Dittmer-Scheele, dass die keineswegs aus der Luft gegriffen sei: „Da wird zum Beispiel geschaut, wo ein Gefälle ist – danach wird der Gemeinde aufgezeigt, wo eine Einlaufstelle in welchem Bereich realisiert werden könnte.“ Der Standort am Bolzplatz sei jedenfalls ein Glücksfall, ergänzte Birgit Gramkow. „Andernorts bekommt man gar nicht die Flächen, um die Kriterien zu erfüllen.“

Dies sah auch Hans-Jürgen Conrad, Wohlsdorfs ehemaliger Ortsbürgermeister, so: „Ich finde die Lage nicht tragisch – wichtig ist nur, dass der Bolzplatz und der Osterfeuerplatz so bestehen bleiben, wie sie sind.“ Weitgreifende Nachteile, etwa durch die Weggabe von eigenem Grund und Boden, habe die Ortschaft durch das Becken jedenfalls nicht.

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