Seniorenbeirat sucht Mitstreiter 

Freie Fahrt für Rollatoren

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Reinhard Knipp (v.l.), Margret Harmsen und Hans-Herrman Wittrock haben sich unter anderem für Notpunkt-Schilder im Landkreis stark gemacht. 

Scheeßel - Von Ulla Heyne. Ein holperiger Fußweg, unpassierbar für Rollatoren, zugeparkte Gehwege oder unüberwindbare Treppen: dies fällt im Alltag vor allem denen auf, die nicht mehr so mobil sind, nämlich den Senioren. Und genau dies ist denn auch eines der Hauptbetätigungsfelder der Seniorenbeiräte, die die Gemeinden auf Missstände hinweisen. Im Landkreis bauen zwölf von 13 Verwaltungseinheiten auf die ehrenamtlichen Vertreter der Belange älterer Mitbürger, so auch Scheeßel.

Das Problem: Wenn mit sich bei der anstehenden Kommunalwahl am 11. September für die gleiche Amtsperiode ein neuer Seniorenbeirat findet, stehen viele der derzeit Aktiven (fünf im geschäftsführenden Vorstand und sechs weitere Mitstreiter) nicht mehr zur Verfügung. Das sei einfach eine Frage des Alters, erläutert Margret Harmsen, die nach einer Amtszeit als Vorsitzende und vorheriger Mitarbeit im Alter von 76 Jahren ebenfalls ausscheidet, ebenso wie ihre Vorstandskollegen Reinhard Knipp und Peter Bitomsky. „Irgendwann lassen die Kräfte nach, dann ist es Zeit, Jüngere ranzulassen“, so die Seniorin.

Die zu finden – „idealerweise Menschen ab 60, die Lust und die Power haben, sich zu engagieren“, scheint problematisch: „Für die letzte Periode haben wir bereits die Vereine angeschrieben“, erzählt Fachbereichsleiter Ordnung und Soziales Frank Thies. Die Resonanz sei dürftig gewesen. Dieses Mal wolle man es auch über Aktiv- und Gesprächskreise, Ortsbürgermeister und persönliche Ansprache versuchen.

Dabei können die Senioren sich durchaus Erfolge auf die Fahnen schreiben: Ein monierter, durch Baumwurzeln hochgedrückter Fußweg in der Peterstraße sei „so schnell behoben worden, dass wir noch gar nicht damit gerechnet hätten“, so Harmsen; die beim Landkreis angeregten Notfallschilder an Spazierwegen mit hinterlegten GPS-Koordinaten stehen kurz vor der Anbringung.

Und auch in Belangen, die nicht in den Zuständigkeitsbereich der Gemeinde fallen, haben Harmsen und ihre Mitstreiter bereits Erfolge erzielt, etwa bei der Anbringung von Rampen an den Haustüren einer Seniorenwohnanlage. Doch es gäbe auch Rückschläge: Das gewünschte Schild auf dem Aldi-Parkplatz, das freie Fahrt für Rollatoren gegen dreiste Parker einfordert, konnte ebenso wenig realisiert werden wie der Wunsch nach einer barrierefreien Zuwegung zu den Supermärkten an der B  75 von hinten.

Dabei nimmt Bürgermeisterin Käthe Dittmer-Scheele die Anregungen des 2003 ins Leben gerufenen Gremiums durchaus ernst: „Wir schätzen die wertvollen Anregungen, die hilfreichen Anstöße und den etwas anderen Blick auf die Dinge.“ Sie würde es bedauern, wenn der Beirat mangels Beteiligung einschlafen würde und wünscht sich gerade auch von den Dörfern stärkere Beteiligung. Dabei halte sich der Zeitaufwand in Grenzen. Das bestätigt Harmsen: „Bis jetzt haben wir uns zwei bis drei Mal im Jahr getroffen.“ Eine regelmäßige Sprechstunde habe man schon vor Jahren mangels Beteiligung eingestellt; „außer Vernetzungstreffen mit anderen Seniorenbeiräten ist da nicht viel – schließlich überlassen wir das Organisieren von Veranstaltungen Anderen.“

Wer sich über eine mögliche Mitarbeit näher informieren möchte, kann sich an Margret Harmsen telefonisch unter 04263 / 910406 oder per E-Mail an m.harmsen@gmx.de wenden.

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