Fraktionen finden Kompromisslösung

Ratsmehrheit gilt als sicher: Keine Krippe für das Dorf

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Die Verhandlungsteilnehmer des Kompromisses (v.l.): Gabriela Villwock (Grüne), Ralf Jürges (Ortsrat Westervesede), Detlev Kaldinski, Johannes Hillebrand (beide SPD), Ralf Münkel (Gruppe 57), Kirsten Holsten (SPD) sowie Dirk Lange und Wolfgang Bassen (beide CDU).

Scheeßel - Nun also doch: Eine reine Krippengruppe im Dorfgemeinschaftshaus Westervesede wird es aller Voraussicht nach nicht geben.

Noch bevor die Scheeßeler Gemeindeverordneten heute Abend die Weichen für das künftige Betreuungsangebot stellen, haben sich Vertreter aller vier im Rat vertretenden Fraktionen und Gruppierungen auf eine einvernehmliche Kompromisslösung verständigt. Es sei ein langes Ringen gewesen, um die besten Lösung für Scheeßel zu finden, machen Scheeßels Kommunalpolitiker kein Geheimnis um die Gespräche, die in den vergangenen Tagen zwischen den Parteien geführt worden seien. Das Ergebnis nach intensiver Abstimmung: Die Mehrheitsgruppe aus SPD, Grünen und Gruppe 57 nimmt von ihrem Vorhaben, am Standort des Kindergartens in Westervesede auch eine Krippe neu zu schaffen (beides dann im Ganztagsbetrieb), wieder Abstand. Stattdessen soll der vorhandene Hort als altersgemischte Ganztagsgruppe für Kinder im Alter von zwei bis sechs Jahren geführt werden.

Genau heißt es dazu in dem der Kreiszeitung vorliegenden Kompromisssschreiben: „Das DGH wird energetisch saniert, die bauliche Umsetzung von der Verwaltung mit höchst möglicher Priorität abgearbeitet. Für das altersgemischte Angebot wird der Kindergarten entsprechend konzeptionell und baulich hergestellt. Der gesetzliche Betreuungsschlüssel entsprechend der Belegung mit unter Dreijährigen wird eingehalten. Die Kindergartenleiterin und der jeweilige Elternrat des Kindergartens Westervesede müssen der Aufnahme von Kindern unter drei Jahren zustimmen.

Und noch auf einen weiteren Punkt haben sich die Fraktionen in diesem Zusammenhang geeinigt: „Eine Betreuung kann ab 18 Monaten vorgenommen werden, wenn die Kita-Leiterin und der jeweilige Elternrat des Kindergartens zustimmen und unter der Voraussetzung, dass der Betreuungsschlüssel entsprechend der Belegung mit unter Dreijährigen nach den gesetzlichen Vorschriften angepasst wird.“

Aufatmen dürften nun vor allem die Verfechter der Krippe im Kernort. So solle die nun, wie bereits in der Vergangenheit von CDU und Verwaltung mehrfach aufgrund des Bedarfs gepredigt, tatsächlich in Scheeßel entstehen – und zwar in Form einer zweizügigen Einrichtung (eine Krippen- und eine Kindergartengruppe) im zweiten Abschnitt des Baugebietes „Vor dem Varel“. Die Betreuungszeiten, heißt es in dem Punktepapier weiter, sollen dann noch bedarfsgerecht eingerichtet werden.

Abstand nehmen die Politiker vom bereits beschlossenen Anbau einer Krippengruppe am Scheeßeler Sperlingsweg. Stattdessen soll an gleicher Stelle nun eine vorhandene Kindergartengruppe in eine Krippengruppe (mit integrativem Ansatz) umgewandelt werden – und zwar nach Fertigstellung der Betreuungseinrichtung „Vor dem Varel“.

Es ist davon auszugehen, dass der Gemeinderat dem Kompromiss heute mehrheitlich zustimmt. Und auch Bürgermeisterin Käthe Dittmer-Scheele zeigt sich zuversichtlich: „Ich freue mich sehr, dass es zu einer Übereinkunft gekommen ist.“

lw

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