Abgeordneter Eike Holsten zu Gast

Café Refugium: Der Nikolaus spricht über Integration

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Der Nikolaus alias Paul Göttert von der Flüchtlingshilfe im Gespräch mit dem Landtagsabgeordneten Eike Holsten.

Scheeßel - Von Joris Ujen. Treffen sich ein Landtagsabgeordneter und der Nikolaus. Was ein guter Einstieg für einen Witz wäre, hatte im Meyerhof Scheeßel einen ernsten Hintergrund. Denn die beiden Herren unterhielten sich über ein wichtiges Thema: die Integration von Geflüchteten. Dass das bei den regelmäßigen Treffen beim Café Refugium, mittwochs 16 bis 18 Uhr im Heimathaus, gelingt, zeigte sich auch am vergangenen Mittwochabend, als die Flüchtlingshilfe Scheeßel bei ihrer Weihnachtsfeier rund 60 Gäste begrüßt hat.

Im Schnitt kommen rund 20 Geflüchtete zu den Treffen, erzählte Anja Schürmann, Gleichstellungsbeauftragte der Gemeinde Scheeßel. Um möglichst viele von ihnen zur Weihnachtsfeier zu locken, schickte sie den Flüchtlingen persönliche Einladungen. Die formulierte sie bewusst in leicht verständlichem Deutsch mit den notwendigen Informationen. Ihr Vorhaben zahlte sich aus. „Viele sind hier heute zum ersten Mal“, freute sich die Gleichstellungsbeauftragte über die Resonanz.

Zurück zum Nikolaus. Der war am Mittwoch zwar einen Tag zu früh, hatte aber eine große Anziehungskraft auf die umhertobenden Kinder – und auch auf den Landtagsabgeordneten Eike Holsten (CDU). Doch was hat den Rotenburger Politiker dazu bewegt? Kekse wollte er bestimmt nicht haben, die und weiteres Süßgebäck gab es beim Büfett, das einige Flüchtlinge zubereitet hatten. 

Es war Paul Göttert, der unter dem Kostüm steckte und nicht das erste Mal, dass die beiden Männer aufeinandertrafen. Mitte August erhielt der Vorsitzende der Flüchtlingshilfe Scheeßel die Ehrennadel für sein bürgerschaftliches Engagement von Ministerpräsident Stephan Weil (SPD). Bei der Veranstaltung in der Verdener Stadthalle hatte Göttert Holsten über die Flüchtlingshilfe in Scheeßel informiert und ihn zur Weihnachtsfeier eingeladen.

Der Fokus der Integrationsarbeit hat sich verschoben

Der Christdemokrat folgte seiner Bitte. Nicht um sich in den Mittelpunkt zu stellen und eine große Rede zu halten, sondern um sich einen persönlichen Eindruck von der Integrationsarbeit vor Ort zu verschaffen. Diese Eindrücke will er mit nach Hannover nehmen. „Die Arbeit hier ist ja nicht mehr die gleiche wie vor drei Jahren“, erfuhr Holsten aus seinem Gespräch mit Göttert und auch durch seine eigenen Eltern, die in der Flüchtlingsarbeit in Rotenburg aktiv sind. 

Es gehe nicht mehr darum, Leuten zu helfen, die mit kurzer Hose aus dem Bus steigen, verglich Holsten die Situation bei der Ankunft vieler Geflüchteter im Jahr 2015. Kleidungsspenden zum Beispiel gehörten immer mehr der Vergangenheit an bei der Integrationsarbeit. Jetzt zähle die Vernetzung, für Neuankömmlinge auch immer noch die Unterstützung bei Behördengängen. Ansprechpartner hätten die Geflüchteten damals überwiegend durch den ehrenamtlichen Verein gefunden. „Heute helfen auch viele ehemalige Geflüchtete bei der Integration. Was mitunter auch die Kommunikation erleichtert“, so Göttert.

Beliebter Treffpunkt ist dabei immer das Café Refugium, das es nun seit gut zwei Jahren gibt. Für viele sei es ein „After-Work-Café“ geworden, so Paul Göttert. Was wiederum zeige, dass viele Neubürger bereits einen Arbeitsplatz gefunden hätten und die Integration funktioniere.

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