Förderung für Sportvereine: Ratsmehrheit setzt Festbetrag durch

„Sehen ziemlich dumm aus“

Scheeßel - Von Lars Warnecke. Fast auf den Tag genau zwei Jahre nach Einführung der neuen Förderrichtlinien für die Scheeßeler Vereine ist der politische Streit um die Verteilung der Zuschüsse voll entbrannt. So war es Ratsherr Ralf Münkel (Gruppe 57), der mit seinem Vorschlag, eine fixe Summe in den Haushalt einzustellen, um so alle Förderanträge aus dem Sportwesen bedienen zu können, das Fass zum Überlaufen brachte.

„Wenn das so entschieden wird, erfolgt die Entscheidung willkürlich“, gab Bürgermeisterin Käthe Dittmer-Scheele im Ausschuss für Jugend, Soziales und Sport zu bedenken. Der hatte sich das Thema Sportvereinsförderung erneut auf die Tagesordnung gesetzt, nachdem die Mitglieder eigentlich schon Ende September eine Beschlussempfehlung gegeben hatten. Danach sollten sämtliche Anträge vom Gemeinderat nach einer Richtlinie beschlossen werden, was eine Summe von rund 98800 Euro entsprochen hätte.

Falls sich die Haushaltslage zum Ende des Jahres hin jedoch besser darstellen sollte, als erwartet, wolle man sich vorhalten, bei größeren Positionen in eine Einzelfallbezuschussung einzusteigen. So hatte es seinerzeit Ratsherr Manfred Lieder (CDU) vorgeschlagen, so war es mehrheitlich vom Ausschuss abgenickt worden – und so ist es inzwischen wieder hinfällig.

Immerhin fand Münkels Antrag, von vornherein 115000 Euro an Haushaltsmitteln für die Sportförderung einzuplanen, um so – wie er es formulierte – „alle Anträge voll zu bedienen, auch wenn diese über gängige 20-Prozent-Förderung hinausgehen“, eine knappe Mehrheit.

„Als wir die Richtlinien eingeführt haben, verständigten wir uns darauf, dass wir den Vereinen ausreichend Haushaltsmittel zur Verfügung stellen wollen, wenn es die Haushaltslage hergibt“, so Münkel. Nichts anderes würde seinen Worten nach auch der Landkreis machen.

Dass dem nicht so sei, betonte Reinhard Frick (CDU). Man dürfe keineswegs „Steuergelder mit der Gießkanne verteilen“, erklärte der Ratsherr. „Wozu gibt es denn bitteschön Richtlinien, wenn wir uns nicht nach ihnen richten wollen?“, warf er ein. Seiner Meinung nach könne man die regulierte Vereinsbezuschussung, über die lange und intensiv im Rat diskutiert worden sei, auf diese Weise „gleich wieder in die Tonne treten“.

Noch deutlichere Worte fand die Bürgermeisterin: „Ich würde mich für so einen Beschluss schämen!“, vertrat Käthe Dittmer-Scheele ihren Standpunkt. So würden diejenigen, die sich auf die Richtlinien verlassen und ehrlich ihre Anträge gestellt hätten, nun „ziemlich dumm aussehen“, während andere Vereine, die Zuschusssummen über die 20-Prozent-Obergrenze hinaus beantragt hätten, „nun großzügig bedient“ werden. Das, so die Verwaltungschefin, könne definitiv nicht richtig sein.

Kleine Anekdote am Rande: Noch zu Beginn der Sitzung hatte die Ausschussvorsitzende Gabriela Villwock (Grüne) zu einer sachlich geführten Diskussion aufgerufen. Das Thema Förderrichtlinien ließ ihren Appel unter den Politikern jedoch schnell wieder in Vergessenheit geraten.

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