Fintel und der Ärztemangel – Lösungen sollen auf den Tisch

Die Finteler Apotheke am Markt. 
Foto: Warnecke
+
Die Finteler Apotheke am Markt.

Fintel – Nicht gut, lautet gelinde gesagt das Fazit zur ärztlichen Versorgung in Fintel. Klar, es gibt einen Zahnarzt und auch eine Apotheke – von den ursprünglich zwei allgemeinmedizinischen Praxen sei aber nur noch eine halbe übrig geblieben, konstatierte Ratsherr Steffen Florin (CDU) jüngst in einer öffentlichen Ausschusssitzung. „Wenn die negative Entwicklung sich so fortsetzt, dann haben wir bald auch keine Apotheke mehr“, brachte Fintels Vize-Bürgermeister seine Sorge zum Ausdruck. Schließlich würden nicht gerade wenige Bürger, die inzwischen Zuflucht in Praxen in Scheeßel und Schneverdingen gefunden hätten, mit ihren Rezepten in die dort ansässigen Apotheken pilgern.

Er sei sich dem Problem natürlich bewusst, erwiderte Bürgermeister Wilfried Behrens (SPD). „Wir haben hier den Nachteil, dass wir trotz einer gewissen Einwohnerzahl ein bisschen ab vom Schuss liegen.“

Scheeßel und Schneverdingen würden auch damit punkten können, dass es dort Gemeinschaftspraxen gibt. „Wir sitzen da ein bisschen im Sandwich.“ Erst neulich habe er Kontakt mit der kassenärztlichen Vereinigung aufgenommen, die ihm aber bestätigt habe, dass für Fintel derzeit keine Praxisneubesetzung ausgeschrieben sei. „Man berichtete mir aber, dass man sich umhören wolle – das ist der aktuelle Stand.“ Natürlich könne man auch aus dem Dorf heraus die Initiative ergreifen – „so, wie es uns auch schon gelungen ist, einen Zahnarzt wieder in die Gemeinde zu bekommen.“

Das würde Hans-Jürgen Schnellrieder (Grüne) sogar sehr begrüßen: „Wir reden schon seit drei Jahren über die medizinische Versorgung im ländlichen Raum, wir müssen auch von uns aus Ideen entwickeln, wie wir Ärzte gewinnen. Von alleine passiert da nichts.“ Denkbar sei es zum Beispiel, entsprechende Immobilien zur Verfügung zu stellen.

Dass die Finteler trotzdem „ihre“ Apotheke unterstützen sollten, auch wenn sie auswärtige Arztpraxen aufsuchten, darum warb Heiner Hagemann (CDU). Und Claus Aselmann, sein Parteifreund, ergänzte: „Es gibt aber auch Leute, die aus den umliegenden Dörfern in Fintel zum Arzt gehen.“ Umgekehrt stelle sich aber auch die Frage: „Wie viele Finteler gehen überhaupt zum Arzt, weil es bei uns nichts Ansprechendes gibt?“

Das Thema, hieß es in der Runde, solle in nächster Zukunft noch ausführlicher beraten werden.  lw

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Sauberhafte Zeiten: Vorwerk-Aktionssets mit gratis Extra sichern

Sauberhafte Zeiten: Vorwerk-Aktionssets mit gratis Extra sichern

Was Hobbyköche über die Schwarzwurzel wissen sollten

Was Hobbyköche über die Schwarzwurzel wissen sollten

Bin ich gegen Corona immun? Jetzt mit dem Corona-Antikörper-Selbsttest herausfinden

Bin ich gegen Corona immun? Jetzt mit dem Corona-Antikörper-Selbsttest herausfinden

15 Ratsmitglieder in Weyhe verabschiedet

15 Ratsmitglieder in Weyhe verabschiedet

Meistgelesene Artikel

Mit dem 22-Tonnen-Maishäcksler auf dem Acker unterwegs

Mit dem 22-Tonnen-Maishäcksler auf dem Acker unterwegs

Mit dem 22-Tonnen-Maishäcksler auf dem Acker unterwegs
Der Kreis Rotenburg verabschiedet sich von Landrat Luttmann

Der Kreis Rotenburg verabschiedet sich von Landrat Luttmann

Der Kreis Rotenburg verabschiedet sich von Landrat Luttmann
Nach Verwüstungen in der Sporthalle: Schadenshöhe könnte noch steigen

Nach Verwüstungen in der Sporthalle: Schadenshöhe könnte noch steigen

Nach Verwüstungen in der Sporthalle: Schadenshöhe könnte noch steigen
Dicke Luft an der Baustelle: Umleitung ärgert Rotenburger Gewerbetreibende

Dicke Luft an der Baustelle: Umleitung ärgert Rotenburger Gewerbetreibende

Dicke Luft an der Baustelle: Umleitung ärgert Rotenburger Gewerbetreibende

Kommentare