Finner begeistert mit reduziertem Sound und Unterstützung aus der Eichenschule

Einer seiner intensivsten Auftritte

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Finner hat gut lachen: Sein Backgroundchor setzt neue Akzente beim Stiftungskonzert in der St.-Lucas-Kirche.

Scheeßel - Ein Stiftungskonzert von „Finner“ in Scheeßel, nur wenige Monate nach dem in der Rotenburger Michaelskirche – ein Wagnis für die St.-Lucas-Kirchenstiftung als Veranstalter? Mitnichten. Mehr als 300 Zuschauer zog der Singer-Songwriter am Freitagabend in die Kirche. Finner wiederholt sich nicht gern, auch musikalisch. Deshalb setzte er nicht nur auf Trio-Formation statt Band, sondern hatte sich für einige Songs seiner ersten Soloscheibe „The Seaside Stories“ sieben Mitglieder des Eichenschul-Oberstufenchores geladen. Das Experiment hat beiden Seiten Spaß gemacht. Am Anfang sei sie schon nervös gewesen, aber „jetzt können‘s richtig genießen“, so Schülerin Leonie Selent in der Pause. Stolz war auch Chorleiter Martin Crome, der noch in letzter Minute bei der Generalprobe stimmliche Umstellungen vorgenommen und so Chor- und Bandsound vereint hatte. „Einmalig, wie schnell die das umgesetzt haben“, lobt Finner im Konzert die gesangliche Verjüngungskur.

Die rockigen Elemente, sie fehlten weitgehend in Scheeßel – nicht überraschend, spielte die Trio-Formation bewusst eher zurückgenommen. Und das goutierte das Publikum des Beekeortes, das eher still genießt und lieber ganz genau zuhört, statt selbst mitzusingen. Das spornte Finner zu immer feineren Nuancen an, etwa beim Fern- und Heimweh thematisierenden „Wanderlust“ oder dem zunächst unverstärkten Titelsong, in dem er den Sound bis zur viel zitierten Stecknadel reduziert. Nicht nur das Publikum, sondern auch der Rotenburger selbst genoss sichtlich – die hervorragende Kirchenakustik, die von Lennard Dreyer gezauberte Lichtstimmung und nicht zuletzt die sensible Begleitung von „Everlaunch“-Mitstreiter Patrick „Padde“ Hoke an E-Gitarre und Mandoline immer wieder mit melodiösen Einwürfen und dem zurückhaltenden „Wurli-Mann“ Jochen Kaiser, dieses Mal am Fender Rhodes. Dessen Kongenialität ließ sich leider nur erahnen, etwa bei „Halfway there“. Finner hat an Präsenz gewonnen: Von Anfang an fing er sein Publikum ein, nahm es mit durch die unterschiedlichen Stimmungen. Und machte aus seiner Verwurzlung in der Region keinen Hehl: Der Hinweis auf die Fotoausstellung nebenan, das Lob der lokalen Kulturszene oder Durchgabe des Ergebnisses der zeitgleich spielenden „Hurricanes“, für deren Niederlage es zum Trost „Like a Hurricane“ aus „Everlaunch“-Zeiten gab. Auch dank des schonungslos offenen Slam-Vortrags von Dennis Schmidt im Vorprogramm einer von Finners bisher intensivsten Gigs.

Stiftungskonzert in der  St.-Lucas-Kirche

hey

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