Die Oldenburgerin Monika Feig bringt einmal monatlich das Kinovergnügen nach Scheeßel

Ein filmreifer Job

Die Frau, die Bilder auf der großen Leinwand zum Laufen bringt: Seit neun Jahren zeigt die Oldenburgerin Monika Feig vom Mobilen Kino ausgewählte Filme in Scheeßel. - Foto: Warnecke

Scheeßel - Von Lars Warnecke. Einmal im Monat, an einem Mittwoch, verwandelt sich der Scheeßeler Hof in ein Lichtspielhaus. Dann zeigt der Verein „Kino in Scheeßel“ zwei Filme auf der großen Leinwand. Gebracht werden sie von Monika Feig vom Mobilen Kino Niedersachsen, denn in der Gemeinde gibt es keinen Kinosaal. Seit neun Jahren hat Scheeßel einen festen Platz im Terminkalender der Filmvorführerin, die vor allem eines mag: die kleinen Orte und die besondere Atmosphäre, die jenseits der Multiplexkinosäle herrscht.

Alles, was Feig für ihre Filmvorführung braucht, findet in einem Mercedes-Transporter Platz: vier Koffer, Beamer, Leinwände in verschiedenen Größen, Boxen, Boxenständer, Stativ und Tisch. Die 45-Jährige steht im großen Saal über den Beamer gebeugt und dreht an Knöpfen und Rädchen herum. Um 16.30 Uhr soll die Vorstellung beginnen. „Das magische Haus“ steht auf dem Programm. Jetzt ist es Viertel vor vier. Die Vorführgeräte sind aufgebaut, das dauert keine Stunde. Im Scheeßeler Hof hängt schon eine große Leinwand, und auch die Lautsprecher sind vorinstalliert.

Obwohl Lauenbrück mit seinem wöchentlichen Landkino nicht weit entfernt liegt, sind die Filmvorführungen im Scheeßeler Hof für die Bürger eine wichtige Einrichtung – finden zumindest die Organisatorinnen Anja Schouten und Karola Hoffmann. Ein kultureller Ort, an dem sie kreativ sein und miteinander kommunizieren können.

Entstanden ist das Angebot vor zwölf Jahren – damals noch unter der Regie des Fördervereins der Grundschule Scheeßel. Erst im August 2010 gründete sich der gemeinnützige Kino-Verein, dem Schouten und Hoffmann vorstehen, und der neben den regulären Kinder- und Erwachsenenvorstellungen auch Sondertermine wie das „Kino im Stroh“, das „Kino im Park“ oder das „Kino im Modehaus“ mitverantwortet. Immer als Vorführerin dabei: Monika Feig, die studierte Filmwissenschaftlerin. Seit 2007 arbeitet sie für das Mobile Kino. Ein Fulltime-Job, wie sie sagt, der sich nicht nur darauf beschränkt, Kultur an Orte zu bringen, wo es keine Kinosäle gibt. „In unserer Oldenburger Zentrale kümmere ich mich mit meinen vier Kollegen ums Organisatorische.“

„Mama, mach das Handy aus“

Der Ton im Saal läuft, na bitte. Erste Gäste kommen herein und setzen sich. Es gibt Limo und Schlickerkram für die Kinder. Auf einem Podest vor der Leinwand liegen Filzstifte und Bögen für das „Montagsmaler“-Spiel. „Das machen wir immer so“, erläutert Feig, „für die Kinder gibt es ein Begleitprogramm und auch eine Pause während des Films.“ Die Zuschauer im Alter von sechs bis Mitte 60 sind eingetrudelt. Die vorderen Stuhlreihen sind bis auf den letzten Platz gefüllt. „Mama, nun mach aber mal das Handy aus!“, fordert ein Mädchen ihre Mutter auf. Das Licht geht aus, ein Vorfilm läuft. Kinder glucksen laut, manche laufen noch herum. Dann beginnt der Hauptfilm. Geflüster im Dunkeln: „Hey, du kannst ja lesen“, sagt eine Kinderstimme. „Das ist aber ein schöner Vorspann“, eine andere.

Am Abend zeigt Monika Feig noch den Film „Der Sommer mit Mama“. Sie bleibt also noch ein bisschen länger in Scheeßel. Aber das gefällt ihr, die besondere Atmosphäre an kleinen Vorführorten. Jetzt können die Besucher an Tischen Platz nehmen – zur Jahreszeit passend mit Kürbissen und weiterem Herbstschmuck dekoriert.

„Ich bin so ein Kinotyp“, sagt sie noch. Sie mag es, wenn Geschichten gut erzählt sind und die Leute erreichen, wenn Filme eine Botschaft rüberbringen. So wie neulich in Bad Bevensen im Landkreis Uelzen. Da ist nach der Vorführung von „Wir sind die Neuen“ ein 89-Jähriger zu ihr gekommen und hat gesagt: „Das war ein sehr schöner Film.“

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