Feuerwehrneubau in Wittkopsbostel wirft im Fachausschuss Fragen auf

Eine neue Halle für die alte „Emma“?

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So soll das Feuerwehrhaus in Boschel einmal aussehen.

Scheeßel - Wenn die Feuerwehrhäuser in Jeersdorf, Westeresch und Wittkopsbostel demnächst baulich erweitert werden, dann nach DIN 14092. Diese Norm ist eine Reaktion auf größer werdende Einsatzfahrzeuge und zielt zugleich auf erhöhte Sicherheits- und Hygienestandards ab. Rund vier Millionen Euro will die Gemeinde in den kommenden zehn Jahren in die Hand nehmen, um Mängel an ihren Feuerwehrhäusern abzustellen – und teilweise auch in neue Fahrzeuge zu investieren. So sieht es der vom Gemeindefeuerwehrkommando aufgestellte und von der Politik abgesegnete Finanzierungsplan vor.

Rund 180000 beziehungsweise 190000 Euro entfallen davon auf die in Modulbauweise geplanten Anbauten in Jeersdorf und Westeresch. Kostspieliger gestaltet sich dagegen die Baumaßnahme in Boschel: 322500 Euro, rechnete die mit der Planung beauftragte Architektin Bianca Witt am Dienstagabend im Feuerwehrausschuss vor, müssten wohl dafür berappt werden. Den größten Brocken bilde dabei der Neubau einer Fahrzeughalle. Der, so Witt, sei erforderlich, da der jetzige Platz für die beiden Ortswehrfahrzeuge – ein Tragkraftspritzenfahrzeug (TSF) sowie ein von den Kameraden liebevoll „Emma“ genanntes Tanklöschfahrzeug – nach neuesten Kriterien schlichtweg zu eng sei. „Da würde man auch mit organisatorischen Maßnahmen nicht mehr weiterkommen“, erklärte die Fachfrau.

Knut Nagel (Gruppe 57) stellte sich die Frage, ob man für die mittlerweile 63 Jahre alte „Emma“ überhaupt noch einen Stellplatz vorhalten müsse. „Wenn das Fahrzeug ausgedient hat und nur noch als Oldtimer in der Halle steht, dann sollten wir besser gleich der Kosteneinsparung wegen eine Nummer kleiner bauen“, äußerte er sich. „Die Kassen scheinen nächstes Jahr knapper zu sein, darüber nachdenken sollten wir auf jeden Fall.“ Jürgen Wahlers (SPD) befürchtet gar, dass die Halle leer stehen könnte, sollte das Fahrzeug außer Betrieb genommen werden. „Wir würden dann eine halbe, den neuesten Anforderungen entsprechenden Halle für einen Oldtimer bauen,“ gab der Jeersdorfer zu bedenken.

Dass das betagte Fahrzeug von den Boscheler Kameraden gehegt und gepflegt werde und bis auf einen defekten Sauganschluss noch voll einsatzfähig sei, betonte Gemeindebrandmeister Dieter Apel. Er erklärte, dass die örtliche Versorgungssituation ohnehin zwei Gefährte erforderlich mache, für „Emma“ – sollte sie einmal nicht mehr funktionstüchtig sein, also Ersatz geschaffen werden müsse.

„Wir setzen alles daran, dass das Fahrzeug noch lange hält“, so Dirk Lange (CDU). Der Boscheler Ortsbürgermeister ist überzeugt: „Wenn die ,Emma‘ den Status als Einsatzfahrzeug hat, haben wir auch dafür Sorge zu tragen, dass sie entsprechend untergebracht ist.“ Von dem eingeschlagenen Weg nun abzuweichen, um in eine erneute Diskussion einzusteigen, davon halte er nichts. „Die Frage hätten wir uns stellen müssen, als wir das Konzept gemacht haben – das war aber nicht der Fall.“

Und in der Tat: Abweichungen gab es am Ende keine. Einhellig sprach der Ausschuss sich für die Umsetzung aller drei Projekte aus. Eine endgültige Entscheidung hat der Gemeinderat noch zu fällen.

lw

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